Freitag, 22. August 2014

Sommer-Therapie-Programm für Kinder mit ADHS

Verantwortliche Sommer-Therapie-Camp

Meike Leupold, Referentin der Dietmar Hopp Stiftung (2.v.l.), besuchte das Sommer-Therapie-Camp am ZPP und brachte Fußbälle für die Kinder mit. Im Bild gemeinsam mit den Verantwortlichen des Projekts (v.l.n.r.): Dr. Eva Vonderlin, Prof. Dr. Sabina Pauen, Dr. Hinrich Bents und Dr. Lysett Babocsai.

Modellprojekt am Zentrum für Psychologische Psychotherapie (ZPP) der Universität Heidelberg

Dietmar Hopp Stiftung fördert Therapieprojekt und Begleitstudie

Kinder mit der psychischen Entwicklungsstörung ADHS-Syndrom (Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitätssyndrom) fällt es oft schwer, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren, Regeln oder Anweisungen zu befolgen und Aufgaben zu Ende zu bringen. Dieses Verhalten wird im Familienleben, im Schulalltag und von den Mitmenschen häufig als störend empfunden. In der Metropolregion Rhein-Neckar sind laut Schätzungen rund 5.000 Kinder mit ihren Familien betroffen. Derzeit empfehlen klinische Praxisrichtlinien zwei grundsätzliche Behandlungsformen von ADHS: Medikamente und Verhaltenstherapie. Einige Kinder und Jugendliche sprechen auf die Medikamente gar nicht an oder es treten Nebenwirkungen auf.

Das Zentrum für Psychologische Psychotherapie (ZPP) der Universität Heidelberg bietet in einem Modellprojekt nun erstmalig ein in den USA bereits erfolgreiches Sommer-Therapie-Camp für Kinder mit ADHS an und will dessen Wirkung in einer Begleitstudie evaluieren. 20 Jungen und Mädchen im Alter von 7 bis 12 Jahren nehmen am diesjährigen dreiwöchigen Camp im August teil; ein zweites Camp wird im Sommer 2015 angeboten werden. Dr. Hinrich Bents, Leiter des ZPP, betont: „Wir als universitäres Therapie- und Ausbildungszentrum wollen neue und innovative Behandlungsmethoden auch in Heidelberg einführen und fördern“. Ziel der Initiatoren ist es, das Sommer-Therapie-Programm langfristig in Heidelberg zu etablieren und deutschlandweit in die Regelförderung durch die Krankenkassen zu implementieren. Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützt die Sommercamps und die begleitende Studie durch eine Spende in Höhe von 100.000 Euro.

„Wichtig sind eine umfassende Aufklärung und ein Training der Eltern, Schul- und Lernförderung sowie ein Training von sozialen Kompetenzen und Organisationsfähigkeit“ erläutert Dr. Lysett Babocsai von der Universität Florida. All diese Komponenten sind Bausteine des Sommercamps. Angeboten werden soziale Kompetenztrainings in der Gruppe, Sport- und Freizeitaktivitäten sowie ein Lernzentrum. Aufmerksames Zuhören, aktive Teilnahme, angemessenes und pro-soziales Verhalten, sowie das Einhalten von Regeln wird belohnt. Um auch das Lernen interessant und abwechslungsreich zu gestalten, gibt es wöchentlich wechselnde Themen, die auf die anderen Aktivitäten abgestimmt sind. Freitags wird hierzu ein passender Ausflug unternommen, z.B. ein gemeinsamer Zoobesuch. Während des Sommercamps findet zusätzlich ein Training für die Eltern der teilnehmenden Kinder statt. Eltern lernen verhaltenstherapeutische Strategien in einer Elterngruppe, die an einem Abend pro Woche angeboten und auch über das Camp hinaus fortgesetzt wird. Betreut werden die Kinder von extra geschulten angehenden Psychotherapeuten und Studierenden der Psychologie. Ferner wird das Team durch Trainer der Ballschule (Institut für Sportwissenschaften) und angehende Grundschullehrer der Pädagogischen Hochschule Heidelberg erweitert. Zudem kooperieren die Verantwortlichen mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Heidelberg.

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