Mittwoch, 29. März 2017

Meilenstein für das Hochstädter Haus

Das „Hochstädter Haus“ wird mit Dorfladen und Café sowie vielfältigen Veranstaltungen ein sozialer und kultureller Dorfmittelpunkt sein.Große Freude über die Auszeichnung für das hohe ehrenamtliche Engagement des Vereins (v.l.): Bernd Rettig (Ortsvorsteher), Bürgermeister Rolf Richter, Meike Leupold und Katrin Tönshoff (beide Dietmar Hopp Stiftung), Andreas Klemm (Förderverein Hochstädten), Christine Deppert (Stadtverordnetenvorsteherin) und Matthias Wilkes (Landrat a.D.). Foto: FV Heimatpflege Hochstädten

Sozialer Mittelpunkt für alle Generationen im Bau

Dietmar Hopp Stiftung spendet 150.000 Euro

Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützt den Förderverein Heimatpflege Hochstädten für das Bauvorhaben Hochstädter Haus mit einer Spende in Höhe von 150.000 Euro. So kann aus der alten Kantine des ehemaligen Marmorit-Werkes mit denkmalgeschützten Wandbildern nun ein lebendiger sozialer Mittelpunkt für alle Generationen in Bensheim-Hochstädten werden.

Katrin Tönshoff, Leiterin der Geschäftsstelle der Dietmar Hopp Stiftung und Meike Leupold, Referentin für Soziales und Bildung, überreichten am 29. März 2017 den symbolischen Scheck an den zweiten Vorsitzenden des Fördervereins Andreas Klemm und den Ortsvorsteher Bernd Rettig. Das durchdachte Projekt, das weit mehr als ein reiner Veranstaltungsort für Vereine sei und die Lebensqualität aller Einwohner steigern wolle, passe sehr gut zu den Zielen der Stiftung. „Das ehrenamtliche Engagement der Hochstädter, das sich nicht nur in den mehr als tausend, überwiegend an den Wochenenden geleisteten Baustunden niederschlägt, ist mehr als beachtlich“, zeigt sich Katrin Tönshoff beeindruckt.

Andreas Klemm dankt der Dietmar Hopp Stiftung im Namen des Fördervereins nachdrücklich: „Wir freuen uns riesig. Das ist ein Meilenstein zur Realisierung des Projekts und zugleich eine bedeutsame Anerkennung des Engagements der vielen ehrenamtlichen Helfer.“ Ortsvorsteher Bernd Rettig betont die Hebelwirkung, welche die Förderung entfaltet, um die verbleibende Finanzierungslücke stemmen zu können.

„Das Projekt zeigt, dass man mit hohem Einsatzwillen und beachtlichem Engagement auch hoch gesteckte Ziele erreichen kann und eigene Aktivitäten wiederum weitere Unterstützung auslösen”, sagt Bürgermeister Rolf Richter.

Wie entstand die Idee „Hochstädter Haus“?

Hochstädten engagierte sich als Stadtteil Bensheims mehr als 20 Jahre lang vergeblich für den Bau eines Dorfgemeinschaftshauses. Nach einem erneuten Rückschlag Ende 2011, als die Stadt Bensheim die für den Neubau erforderlichen, bereits eingeplanten Mittel doch nicht bereitstellen konnte, nahmen die Hochstädter ihr Vorhaben selbst in die Hand. Der 2004 gegründete Förderverein für Heimatpflege e.V. rief eine Zukunftswerkstatt ins Leben. Diese brachte eine kostengünstige Alternative zu einem Neubau hervor. Das alte Kantinengebäude des ehemaligen Marmorit-Werkes sollte zum „Hochstädter Haus“ umgebaut werden. Wegen zweier denkmalgeschützter Kratzputzbilder an den Innenwänden konnte die Kantine nicht, wie die restlichen Werksgebäude, einfach abgerissen werden.

Dieser Plan sollte mit Hilfe von Spendern und Sponsoren, der Stadt Bensheim und viel Eigenengagement der Hochstädter Bevölkerung umgesetzt werden. Das zum Stemmen des ambitionierten Projektes notwendige Selbstbewusstsein war durch die 2010 mit der „Straße des Friedens“ gemachte positive Erfahrung vorhanden. Mit dieser kreativen Umfahrung hatte Hochstädten demonstriert, was mit Ideen und bürgerschaftlichem Engagement erreicht werden kann.

Die Alte Kantine konnte 2014 tatsächlich in den Besitz des Vereins übergehen. Fördermittel wurden beantragt und bewilligt, Förderer gesucht und gefunden. Die Stadt Bensheim unterstützet den ersten Bauabschnitt mit 180.000 Euro. Das hessische Sozialministerium sagte 2015 eine Förderung von 150.000 Euro zu. Weitere 120.000 Euro konnten an Spenden gewonnen werden. So konnten die Abriss- und Bauarbeiten Anfang des Jahres 2016 beginnen. Auch die Hochstädter hielten ihr Versprechen und leisteten mehr als tausend ehrenamtliche Arbeitsstunden im Wert von mehr als 45.000 Euro während des ersten Baujahres.

Das so verfügbare Finanzvolumen sichert jedoch nur den ersten Bauabschnitt. Nach den Abrissarbeiten umfasst dieser den Aufbau eines neuen Daches, den Einbau der Fenster und den Ausbau des Untergeschosses. Der glasdichte Rohbau wurde im ersten Quartal 2017 fertig gestellt. Im Februar 2017 wurde der Richtspruch mit einem Wintergrillen gefeiert. Bis Herbst 2017 soll das Untergeschoss fertig ausgebaut sein, damit der Dorfladen und ein Café einziehen können.

Um den zweiten Bauabschnitt fertig stellen zu können und im Obergeschoss einen Versammlungsraum mit barrierefreiem Zugang zu ermöglichen, besteht noch eine Finanzierungslücke. Weitere Förderer werden gesucht, um diese letzten Arbeiten abzuschließen. Das „Hochstädter Haus“ wird also bald nicht nur wegen der Eröffnung von Dorfladen und Café, sondern auch durch Veranstaltungen als sozialer und kultureller Dorfmittelpunkt mit Leben erfüllt sein.

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