Blick ins Herz

Das neue Kardio-MRT-Zentrum ist offiziell eröffnet: (v.l.) Prof. Wolfgang Herzog, Dekan, Prof. Hugo Katus, Kardiologie, Stifter Dietmar Hopp und Ehefrau Anneli, Katrin Tönshoff, Geschäftsstellenleiterin der Dietmar Hopp Stiftung, Irmtraut Gürkan, Kfm. Direktorin, Prof. Guido Adler, Ltd. Ärztlicher Direktor. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg Stifter Dietmar Hopp (2.v.l) spricht anlässlich der Eröffnung des Kardio-MRT-Zentrums über die Ziele der Dietmar Hopp Stiftung. V.l.: Prof. Guido Adler, Ltd. Ärztlicher Direktor, Prof. Hugo Katus, Kardiologie, Herzpatient Daniel Schmieg, Kardiologe Dr. Sebastian Buß. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg Daniel Helm, Leitender Medizinisch-Technischer Assistent für die MRT in der Kardiologie, demonstriert, wie ein "Patient" für eine Untersuchung mit dem neuen 3 Tesla-MRT-Gerät vorbereitet wird. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg
Ort:Heidelberg
Zielsetzung:Herzkrankheiten eindeutig erkennen und therapieren
Projektpartner:Universitätsklinikum Heidelberg
Laufzeit:2016
Förderhöhe:3.000.000 €

Daniel Schmieg sitzt der Schock noch tief: Ärzte befürchteten bei ihm im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung einen Herztumor und handelten schnell: Sie schickten ihn per Hubschrauber in das Universitätsklinikum Heidelberg. Dank der neuen und genauen Magnetresonanztomographen (MRT) der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie unter Professor Hugo Katus konnten die Heidelberger Mediziner rasch die wahre Ursache des auffälligen Ultraschallbilds ausfindig machen: In der Herzspitze des 27-Jährigen war ein Blutgerinnsel, das als Folge eines stummen Herzinfarktes entstanden war. Daniel Schmieg atmete auf: er konnte zielgerichtet behandelt, im Verlauf operiert und das Blutgerinnsel entfernt werden.

Der medizinische Fortschritt ist rasant, gerade im Bereich medizinischer Gerätschaften. Bildgebung ist ein wichtiges und unverzichtbares Werkzeug von Ärzten, um eine eindeutige Diagnose stellen zu können. Die Abteilung von Prof. Hugo Katus überzeugt durch exzellente Medizin, so dass Stifter Dietmar Hopp 3 Millionen Euro an die Abteilung spendete, um zwei innovative MRT-Geräte anzuschaffen. Das Ziel ist, die Patientenversorgung auf einem weiterhin sehr hohen Niveau zu halten. Der Ausbau des neuen „Kardio-MRT-Zentrums“ beinhaltet die Anschaffung eines neuen 3 Tesla (T)-MRT- und eines neuen 1,5 T-MRT-Geräts, den Bau neuer Befundungs- und Funktionsräume sowie eine Aufrüstung der Software.

Stifter Dietmar Hopp drückt seine Freude aus: „Patienten erhalten an den MRT-Geräten durch eine relativ nebenwirkungsarme Untersuchungsmethode mehr Sicherheit, dass Krankheiten nicht übersehen werden. Besonders positiv ist, dass Kinder und Patienten profitieren, die häufig untersucht werden müssen. In vielen Fällen kann die verbesserte MRT-Bildgebung eine Computertomographie-Untersuchung ersetzen, die mit Strahlenbelastung einhergehen würde.“

MRT-Geräte beruhen auf dem Prinzip des Magnetismus, und arbeiten nicht wie Computertomographie(CT)-Geräte mit ionisierender und somit prinzipiell bioschädigender Strahlung. Daher profitieren von der verbesserten MRT-Bildgebung vor allem junge Patienten, die mehrfach untersucht werden müssen, um den Verlauf von komplexen Erkrankungen zu verfolgen zu können.

Prof. Hugo Katus erklärt die Vorteile des neuen Kardio-MRT-Zentrums: „Das Besondere am 1,5 T-MRT-Gerät ist, dass zukünftig Eingriffe am Herzen bei laufender Bildgebung vorgenommen werden können. Der Vorteil des neuen 3 T-MRT-Geräts ist, dass die Bilder noch präziser sind. Zudem erleichtert das neue Beleuchtungskonzept in den Untersuchungsräumen Patienten mit Platzangst und Kindern den Einschub in ‚die Röhre‘.“

Das Universitätsklinikum Heidelberg betont, dass künftig noch mehr Patienten wie Daniel Schmieg geholfen werden kann. Dank der gesteigerten MRT-Kapazitäten durch die neuen Geräte konnte seine Diagnose noch am selben Tag am 1,5 T-MRT-Gerät eindeutig gestellt werden. Ohne das neue Kardio-MRT-Zentrum hätte es unter Umständen deutlich länger gedauert, bis ein MRT-Gerät frei und der Verdacht auf einen Herztumor hätte entkräftet werden können.

Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützte das Kardio-MRT-Zentrum mit einer Spende in Höhe von 3 Millionen Euro. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 3,23 Millionen Euro.

Die Einweihung des Kardio-MRT-Zentrums im Bewegtbild

Das können die neuen MRT-Geräte

Das neue 3 T-MRT-Gerät hat eine höhere räumliche Auflösung als Geräte mit geringen Feldstärken. Damit werden bessere und genauere Bilder vom Herzen gemacht und Krankheiten besser erkannt oder ausgeschlossen. Es können auch mehr Eigenschaften des Herzmuskels als bisher analysiert werden, wie zum Beispiel der Sauerstoffgehalt des Gewebes. Es erfolgt eine präzise Darstellung der Morphologie und Funktion des Herzens, der Struktur des Herzmuskels und des umliegenden Gewebes sowie krankhafter Veränderungen wie Entzündungen, Vernarbungen und Ödeme. Ferner können die großen, herznahen Gefäße untersucht werden. Eine bessere Operationsplanung und eine reduzierte Operationszeit bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern sind nun möglich.

Das neue 1,5 T-MRT-Gerät ist mit einer volldigitalen Systemarchitektur ausgestattet, was wiederum zu einer verbesserten Bildqualität führt. Zudem wurde an dem Gerät die „Röhre“ vergrößert, so dass dieses auch für adipöse Patienten und Patienten mit Platzangst geeignet ist. Am 1,5 T-MRT-Gerät können Patienten untersucht werden, die aufgrund von Implantaten keine Untersuchung an einem 3 T-MRT-Gerät vornehmen lassen können. Besonders wertvoll ist, dass an dem Gerät die Möglichkeit besteht, Interventionen/Operationen unter laufender MRT-Kontrolle vorzunehmen.

Die Software-Erneuerung erlaubt nun die Einbindung von CT-Daten. Diese kombinierte Bildgebung kann die diagnostische Aussagekraft noch weiter steigern. Zusätzlich können Bilddaten anderer Zentren analysiert und Zweitbefunde erstellt werden. Dies erlaubt der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg eine noch bessere Kooperation mit Ärzten aus anderen Krankenhäusern und Arztpraxen sowie die Durchführung internationaler Studien.

Stand: Februar 2016

Zur Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg

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