Intensivtragen für kleine und große Patienten

Zwei Kinder-Intensivtragen stehen an der Universitätsmedizin Mannheim bereit, um Kinder in lebensgefährlichen Notlagen zu helfen. Foto: Universitätsmedizin MannheimPD Dr. Thomas Schaible, Direktor der Klinik für Neonatologie, Dr. Ingrid Rupp, Medizinreferentin der Dietmar Hopp Stiftung, und Prof. Dr. Frederik Wenz, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer der UMM (v.l.n.r.), erläutern die Vorteile der neuen Trage. Foto: Universitätsmedizin MannheimDie ECMO-Intensivtrage transportiert und versorgt Neugeborene und sehr kleine Kinder. Foto: Universitätsmedizin MannheimDie Kinder-Intensivtrage für größere Kinder kann Patienten ab 8 bis zu 160 Kilogramm transportieren und beatmen. Foto: Universitätsmedizin Mannheim
Ort:Mannheim
Zielsetzung:Intensivmedizinischer Transport schwerkranker Kinder
Projektpartner:Universitätsmedizin Mannheim
Laufzeit:2006, 2016
Förderhöhe:188.000 €

Wird ein Kind geboren, ist die Freude groß. Doch was, wenn das Baby nicht richtig atmet? Die Säuglinge müssen dann in besonders schwerwiegenden Fällen so schnell wie möglich in ein Zentrum für Lungenversagen gebracht werden. Etwas ältere Kinder können wegen Infektionen, Verbrennungen, Kreislauf- oder Lungenversagen oder auch nach einem Unfall in eine lebensbedrohliche Situation geraten, die eine rasche, intensivmedizinische Versorgung von Spezialisten erfordert.

Mit seinem ECMO-Zentrum auf der Intensivstation der Klinik für Neonatologie verfügt die Universitätsmedizin Mannheim über eine deutschlandweit anerkannte Fachabteilung für angeborene oder erworbene Lungenerkrankungen. Kinder und Neugeborene können mit Hilfe von sogenannten ECMO- und anderen Geräten zur Beatmung versorgt werden. ECMO steht für „Extrakorporale Membranoxygenierung“ und bedeutet, dass eine Maschine außerhalb des Körpers die Aufgaben der Lunge übernimmt.

Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützte die Universitätsmedizin Mannheim 2006 in der Anschaffung einer ECMO-Kinder-Intensivtrage für Neugeborene und Kinder bis etwa 8 Monate. Sie ist mit mehreren Spezialgeräten zur künstlichen Beatmung ausgestattet. Durch diesen Einsatz verbesserte sich die Versorgung lungenkranker Kinder auf dem Transportweg enorm. Mit einer weiteren Spende der Dietmar Hopp Stiftung wurde 2016 eine Kinder-Intensivtrage angeschafft, mit der Kinder ab etwa 9 Monaten transportiert werden können. Diese mussten bisher auf herkömmlichen Tragen mit begleitenden Geräten bewegt werden, was umständlich und für den Notfall nicht optimal geeignet war.

„Mit den beiden Tragen können nun schwerkranke Kinder jeden Alters auf dem Weg in die Klinik im Hubschrauber oder im Flugzeug beatmet und exzellent versorgt werden“, berichtet Katrin Tönshoff, Leiterin der Geschäftsstelle der Dietmar Hopp Stiftung.

PD Dr. Thomas Schaible, Direktor der Klinik für Neonatologie an der Universitätsmedizin Mannheim, erklärt: „Pro Jahr holt unser ECMO-Team ungefähr 70 schwerkranke Kinder aus Deutschland und dem benachbarten Ausland ab und rettet in manchen Fällen schon beim Abholen ihr Leben.“ Mehrfach wurden sogar Kinder aus Skandinavien eingeflogen, wenn dort die ECMO-Kapazitäten erschöpft waren.

Die Dietmar Hopp Stiftung finanzierte die Anschaffung der ECMO-Kinder-Intensivtrage für Neugeborene und Kinder bis 8 Monate im Jahr 2006 mit 63.000 Euro. Für die Intensivtrage für Kinder ab 9 Monaten übernahm die Dietmar Hopp Stiftung 2016 die Gesamtkosten in Höhe von 125.000 Euro.

Die Übergabe der Kinder-Intensivtrage 2016 im Bewegtbild

Über ECMO

Die Abkürzung ECMO steht für Extracorporale (= außerhalb des Körpers) Membranoxygenierung (= Sauerstoffaufnahme über eine Membran). Bei diesem Verfahren übernimmt bei schwerem Versagen der Lunge vorübergehend eine Maschine deren Funktion und ermöglicht dem Körper den Gasaustausch. Die ECMO-Therapie benötigt ein sehr erfahrenes Team und kann nur an spezialisierten Zentren angeboten werden. 1987 wurde das Verfahren in der Kinderklinik der Universitätsmedizin Mannheim zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum eingesetzt. Inzwischen sind am Mannheimer ECMO-Zentrum mehr als 600 Kinder behandelt worden. Es zählt damit zu den größten Zentren in Deutschland und den erfahrensten der Welt. Die Patienten stammen zum Teil aus der Region, werden aber auch über mehrere hundert Kilometer aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland nach Mannheim gebracht.

Stand: Mai 2016

Zur Klinik für Neonatologie der Universitätsmedizin Mannheim

Übersicht Förderbereich Medizin

Projektpartner