Leben retten durch Prävention

Geimpfte Kinder sind vor krebsfördernden HPV-Typen und der Infektion mit Genitalwarzen geschützt.Auch Jungen profitieren von der Impfung.Jedes Jahr könnten 3.500 Menschen gerettet werden, das entspricht 10 vollbesetzten Flugzeugen. Engagiert im Kampf gegen Krebs (v.l.): Landrat a.D. Matthias Wilkes, Nobelpreisträger Prof. Harald zur Hausen, Botschafterin Sabrina Scherbarth, Stifter Dietmar Hopp und Geschäftsführer der preventa Stiftung Dr. Claus Köster. Foto: preventa Stiftung Geschäftsführer der preventa Stiftung Dr. Claus Köster (r.) möchte durch die Wiedereinführung einer freiwilligen Schulimpfung die HPV-Impfrate nach oben schrauben. Foto: preventa Stiftung
Ort:Metropolregion Rhein-Neckar
Zielsetzung:Ausrottung von HPV-induzierten Krebserkrankungen
Projektpartner:Gesundheitsnetz Rhein-Neckar/preventa Stiftung
Laufzeit:2015–2019
Förderhöhe:770.000 €

Sabrina Scherbarth erkrankte mit 34 Jahren an Gebärmutterhalskrebs. Sie ist eine von vielen Frauen, die nicht gegen Humane Papillomviren (HPV) geimpft wurden: „Hinter mir liegen zahlreiche Operationen und Therapien, Rückschläge und hoffnungsvolle Momente. Es gibt mir Kraft, zu wissen, dass es heute eine Impfung gibt, die vielen Mädchen und jungen Frauen diese Leiden ersparen kann. Für mich steht fest: Ich lasse meine Tochter impfen.“ Sabrina Scherbarth ist Botschafterin des Projekts „Freiwillige HPV-Schulimpfung“ der neu gegründeten preventa Stiftung aus Mannheim.

Deutschlandweit erkranken jährlich tausende Frauen an Gebärmutterhalskrebs und viele versterben daran. Als Hauptursache gilt eine meist sexuell übertragene Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV, HP-Viren), die auch bei Männern beispielsweise Mund-/Rachen-/Analkrebs auslösen können. Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren wird vom Robert-Koch-Institut eine Schutzimpfung empfohlen, die bisher bundesweit nur durchschnittlich zu 31% in Anspruch genommen wird. Die Impfung kann vor Gebärmutterhalskrebs und weiteren Krebsarten, die auch Männer treffen können, schützen. Die Kosten der HPV-Impfung für Mädchen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Dr. Claus Köster gründete die preventa Stiftung, deren Ziel es ist, durch die Einführung einer freiwilligen Schulimpfung die HPV-Impfrate nach oben zu schrauben. Ein Modellprojekt belegte, dass sich die Inanspruchnahme der HPV-Impfung durch Aufklärungsarbeit und das Angebot einer freiwilligen Schulimpfung um mehr als das Dreifache erhöhte. Ein weiteres Ziel der preventa Stiftung ist, dass die Impfung auch für Jungen empfohlen sowie von den Krankenkassen übernommen wird, denn auch Männer erkranken an HPV-induzierten Tumoren und sind zudem (wie Frauen) Überträger der Viren.

Die Botschaft, dass Prävention Leben retten kann, erläutert Dr. Claus Köster an einem plausiblen Beispiel: „Ein typischer Urlaubsflieger Boeing 747 kann mindestens 350 Passagiere transportieren. Wenn alle geimpft wären könnten jährlich bis zu 10 solcher Flugzeuge voll besetzt mit Frauen und Männern vor dem Tod durch HPV-ausgelöste Tumore gerettet werden. Das wären pro Jahr 3.500 gerettete Leben!“

Dietmar Hopp fördert das Vorhaben seit 2015 mit insgesamt 770.000 Euro, um mehr Eltern und Jugendliche über die Möglichkeiten dieser Impfung zu informieren. Dietmar Hopp: „Die Vorstellung, meine Söhne könnten an Krebs erkranken, war mein Antrieb, mich seit der Gründung meiner Stiftung auch im Kampf gegen Krebs zu engagieren. Mit der Unterstützung des Impfprojekts gegen HPV greife ich eines meiner ersten Anliegen wieder auf. Die Möglichkeit, dass Männer und Frauen durch eine Impfung gar nicht erst an Krebs erkranken, finde ich außerordentlich unterstützenswert.“

Nobelpreisträger Prof. Harald zur Hausen legte mit seinen Forschungsarbeiten am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) die Grundlage für den später entwickelten HPV-Impfstoff. Prof. Harald zur Hausen unterstützt das Projekt seit Beginn an und wird auch die preventa Stiftung begleiten.

Dietmar Hopp Stiftung ist “Themenpate Gesundheit” am Tag der Stiftungen

Die Bekanntgabe über die Fortführung und Ausweitung des HPV-Impfprojekts fand im Vorfeld des Europäischen Tags der Stiftungen statt, der am 1. Oktober begangen wird. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen koordiniert den Aktionstag in Deutschland, der die Vielfalt der deutschen Stiftungslandschaft und des damit verbundenen Engagements zeigt. Unterstützt wird der Tag durch Themenpaten in den Bereichen Bildung, Bürgerstiftung, Gesundheit, Umwelt, Sport sowie Forschung und Wissenschaft. Die Dietmar Hopp Stiftung ist Themenpate Gesundheit. Geschäftsstellenleiterin der Dietmar Hopp Stiftung Katrin Tönshoff betont: „Stiftungen sind Möglichmacher für Projekte, die ohne sie zu kurz kämen. Manchmal retten sie sogar Leben!“ Ein Beispiel ist die Unterstützung des Projektes “Freiwillige HPV-Schulimpfung“ und der preventa Stiftung.

Weitere Informationen zum 5. Tag der Stiftungen unter https://www.tag-der-stiftungen.de

Über die preventa Stiftung

Die preventa Stiftung wurde 2017 gegründet und hat zum Ziel, Gesundheit durch Prävention zu schaffen. Der Fokus soll von Krankheit weg hin zur Gesundheit und präventivem Bestreben gelenkt werden. Das Projekt „Freiwillige HPV-Schulimpfung“ ist das erste Leitprojekt der Stiftung und übermittelt deren präventiven Grundgedanken. Durch das Projekt soll der Grundstein gelegt werden, die HPV-Impfrate landesweit und letztlich bundesweit anzuheben und somit HPV-induzierte Tumore auszurotten. Im Zuge dessen setzt die preventa Stiftung Aufklärung als einen ebenso wichtigen Baustein ein, um die Gesundheitskompetenz zu steigern. Zukünftig nimmt sich die preventa Stiftung in Zusammenarbeit mit wichtigen politischen Partnern und im Gesundheitswesen agierenden Akteuren dieser Thematik an. So werden alle entscheidungsträchtigen Instanzen vereint, um gemeinsam Gesundheit zu fördern. Die Stiftung wird vertreten durch den Gründer Dr. Claus Köster und hat ihren Sitz in Mannheim. Die Stiftung ist in erster Linie in der Metropolregion Rhein Neckar tätig, möchte zukünftig Ihr Vorhaben zunehmend über die Grenzen an alle Länder in Deutschland richten.

preventa Stiftung gGmbH
Dr. med. Claus Köster
Otto-Beck-Straße 48
68165 Mannheim
T: 0621 43706242
claus.koester@preventa.de
www.preventa.de

Zur Bekanntgabe der Stiftungsgründung

Stand: Oktober 2017

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