Präziser Blick ins Gehirn

Alles auf einem Bildschirm: Die Geschäftsführende Oberärztin PD Dr. Carla Jung erläutert die innovative OP-Ausstattung. Foto: Universitätsklinikum HeidelbergPD Dr. Carla Jung führt Katrin Tönshoff, Geschäftsstellenleiterin der Dietmar Hopp Stiftung, die Geräte zur Gehirnoperation anhand einer Walnuss in einem Plastikschädel vor. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg(v.l.n.r.): Dr. Ingrid Rupp, Referentin Dietmar Hopp Stiftung, PD Dr. Carla Jung, Neurochirurgie, Prof. Dietrich von Fournier und Katrin Tönshoff, beide Dietmar Hopp Stiftung, Prof. Andreas Unterberg, Neurochirurgie. Foto: Universitätsklinikum HeidelbergDas gesamte OP-Team kann das Operationsgeschehen nun dreidimensional mitverfolgen. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg
Ort:Heidelberg
Zielsetzung:Verbesserte Operationen am Gehirn
Projektpartner:Universitätsklinikum Heidelberg
Laufzeit:2017
Förderhöhe:573.000 €

Jeder Patient, der sich einer Operation unterzieht, hofft auf exzellente Chirurgen und eine sehr gute technische Ausstattung. Steht eine Operation am Gehirn an, ist die Sorge besonders groß, dass alles gut gehen wird. Am Universitätsklinikum Heidelberg arbeitet ein ausgezeichnetes Team aus Neurochirurgen unter der Leitung von Prof. Andreas Unterberg täglich daran, dass jeder Schnitt sitzt. Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützte die Neurochirurgie mit einer Spende in Höhe von 573.000 Euro, damit die Operationssäle auf ein digitales OP-Management-System umgerüstet werden können. Nun ist es den Chirurgen möglich, während der laufenden Operation verschiedene Bild- und Messdatensätze auf Großbildschirmen, z.T. in 3D, zu überprüfen. Mit einem Teil der Ausstattung wurde eine 3D-Videodokumentation angeschafft, mit Hilfe derer Chirurgen noch besser fortgebildet werden können.

„Die digitale Vernetzung verschiedener Bilddaten liefert faszinierende und sehr präzise Einblicke in das menschliche Gehirn. Wir freuen uns, mit unserem Engagement die Arbeit der Neurochirurgen zu erleichtern und die Sicherheit für die Patienten zu erhöhen“, so Katrin Tönshoff, Geschäftsstellenleiterin der Dietmar Hopp Stiftung.

„Gerade für die Assistenten war der dreidimensionale Blick auf das Operationsgeschehen ein Aha-Erlebnis, das viele Abläufe verständlicher macht. Das wirkt sich sehr positiv auf das Zusammenarbeiten und die Aus- und Weiterbildung aus: Da das gesamte Team mehr sieht, kann jeder besser mitdenken und schneller reagieren“, beschreibt Professor Andreas Unterberg. „Vorher hatten wir quasi ein Puzzle – das neue System zeigt uns das Gesamtbild“.

PD Dr. Carla Jung ist geschäftsführende Oberärztin der Neurochirurgie. Sie begleitete den Einbau des Systems und formuliert Ihre Begeisterung über die ersten Einsätze im OP-Saal: „Das gesamte neurochirurgische Operationsteam dankt der Dietmar Hopp Stiftung für diese Spende. Die Qualität der neurochirurgischen Eingriffe kann nun noch weiter gesteigert werden – das kommt allen Patienten zugute, die sich operieren lassen.“

Innovative Ausstattung

Mit der Spende wurde auf ein digitales OP-Management-System (BUZZ-System), kombiniert mit einem 3D-HD-System (TRENION) umgerüstet. Dank BUZZ können Bilddaten aus Kernspin- und Computertomographie und diverse intra-operative Messwerte wie z.B. elektrophysiologische Hirnnervenableitungen in beliebiger Kombination – „picture in picture“ – gemeinsam auf einem Großbildmonitor im OP geladen werden. Das Trenion-System ermöglicht die Darstellung virtueller 3D-OP-Planungsmodelle und die dreidimensionale Übertragung aus dem OP-Mikroskop auf einen großen 3D-Monitor. Es konnte die Ausrüstung von insgesamt vier Operationssälen mit dem integrativen BUZZ-System inklusive des mobilen TRENION-Systems erfolgen.

An der Neurochirurgischen Universitätsklinik Heidelberg werden pro Jahr rund 12.000 Patienten behandelt und mehr als 3.500 Operationen durchgeführt.

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