Teilchentherapie für Knochen- und Weichteiltumore im Kindesalter

Ein Kind mit Hirntumor bei der Bestrahlung.

Die Bestrahlung am HIT schont Risikoorgane wie z.B. das Gehirn bei der Behandlung von kindlichen Hirntumoren. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Ort:Heidelberg
Zielsetzung:Optimierung der Bestrahlung kindlicher Tumore mit Protonen und Schwerionen
Projektpartner:Universitätsklinikum Heidelberg
Laufzeit:2007–2015
Förderhöhe:796.866 €

Knochen- und Weichteiltumore sind häufige Tumore im Kindes- und Jugendalter. An erster Stelle für eine Behandlung steht für gewöhnlich die Operation. Gerade im Bereich des Beckens oder der Schädelbasis ist in vielen Fällen jedoch eine vollständige, chirurgische Entfernung des Tumors nicht möglich, sodass entweder zusätzlich eine Bestrahlung notwendig ist oder diese sogar die einzige Therapiemöglichkeit darstellt. Für die Verkleinerung der oftmals sehr strahlenresistenten Tumoren ist eine hohe Bestrahlungsdosis notwendig. Häufig befinden sich strahlensensible Organe in unmittelbarer Nachbarschaft zum Tumor. Dies tritt häufig im Darm, Rückenmark oder im Gehirn auf. Die sensiblen Organe gilt es zu schützen. So kommt es vor, dass je nach Lage des Tumors eine herkömmliche Bestrahlung mit hochenergetischer Röntgenstrahlung keine ausreichende Dosis erzielen kann.

Am Heidelberger Ionentherapiezentrum (HIT) des Universitätsklinikums Heidelberg wird daher mit sogenannten geladenen Teilchen (Protonen und Schwerionen) gearbeitet. Im Gegensatz zur konventionellen Bestrahlung bietet die Bestrahlung mit geladenen Teilchen aufgrund ihrer bio-physikalischen Eigenschaften die Vorteile, dass das Gewebe um das bestrahlte Areal viel besser geschont und die Strahlengesamtdosis deutlich gesenkt wird. Gerade bei der Behandlung von Kindern, bei denen die Vermeidung langfristiger Nebenwirkungen besonders wichtig ist, bietet die Partikeltherapie einen deutlichen Gewinn.

Eine Gruppe von Ärzten und Wissenschaftlern nahm sich u.a. dem Problem der Strahlennebenwirkung am HIT an. Unter der Leitung von Prof. Debus erarbeiteten sie eine verbesserte Vorgehensweise bei der Bestrahlung von kindlichen Tumoren. Die langjährige Investition lohnte sich: für kindliche Knochen- und Weichteiltumoren etablierten sowie optimierten sie die Protonen- und Schwerionentherapie. Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützte das Projekt von 2007–2015 mit insgesamt 796.866 Euro.

Dr. Ingrid Rupp, Medizinreferentin der Dietmar Hopp Stiftung: „Die Diagnose Hirntumor ist für ein Kind und dessen Familie belastend genug. Bei der heutigen, verbesserten Überlebensrate bei kindlichen Tumoren wird es nun immer wichtiger, dass Kinder nach einer Krebsbehandlung den Anschluss in der Schule und in ihrem normalen Alltag nicht verlieren.“ Eine schonende Bestrahlung, die sehr genau den Hirntumor absterben lässt während die umliegenden Nervenzellen intakt bleiben, ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass das Leben nach einer Krebstherapie wieder wie vorher sein kann.

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Stand: November 2016

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