Mehr Teilhabe am Leben

Geräte für Augensteuerung sind hochkomplex und bedürfen einer individuellen Anpassung. Foto: Caritasverband für die Diözese SpeyerDie Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation der Caritas berät Personen, die nicht über Lautsprache kommunizieren können. Foto: Caritas SpeyerEine Kommunikationshilfe mit Augensteuerung ist eine hochtechnisierte Möglichkeit, sich selbst sowie eigene Bedürfnisse mitzuteilen. Foto: Caritas SpeyerDie Anschaffung der Augensteuerung-Analysesoftware ermöglicht eine noch passgenauer Beratung, Diagnose und Förderung der Klienten. Foto: Caritasverband für die Diözese Speyer
Ort:Landau
Zielsetzung:Verbesserte Kommunikationsmöglichkeiten
Projektpartner:Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus
Laufzeit:2012; 2016
Förderhöhe:37.000 €

Ann-Sophie ist aufgrund einer angeborenen Behinderung nicht in der Lage, über Lautsprache zu kommunizieren. Sie kann sich, ihre Bedürfnisse und ihr Wissen nicht mitteilen. Dies ist eine große Belastung, auch für ihre Familie und Freunde. Um ihr die Teilhabe am Leben und die Fähigkeit zur Kommunikation zu ermöglichen, wird sie in der Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation am Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus in Landau betreut. Hier werden verschiedene Kommunikationshilfen ausprobiert, um die individuell beste Lösung an Hilfsmittelversorgung zu finden.

Ein technisch ausgefeilter, kleiner Computer, eine sogenannte Kommunikationshilfe mit Augensteuerung, stellt sich für Ann-Sophie als geeignete Option und als Weg zu einer höheren Lebensqualität dar. Der Computer wird vor dem Mädchen aufgestellt oder am Rollstuhl befestigt. Einen Joystick braucht sie nicht, denn sie steuert das Gerät allein mit ihren Augen. Erst werden die Augen kalibriert und die Bewegungen verrechnet. Ein bisschen Übung bedarf es, aber bald steuert Ann-Sophie die Symbole am Bildschirm sicher und ruhig an. Die Überprüfung erfolgte in der Beratungsstelle auch durch eine spezielle Analysesoftware, die das Verständnis in Verbindung mit der Augensteuerung misst und beurteilt. So bietet sich Ann-Sophie erstmals die Möglichkeit, den Computer für sich sprechen zu lassen und zu zeigen, welches Potenzial in ihr steckt.

Ergotherapeutin und Kommunikationspädagogin Claudia Kern: „Das Augensteuerungsgerät ist für drei Nutzer-Gruppen hilfreich: Zum einen für Kinder mit motorischen Problemen. Mittels altersgerechter Förderspiele und der Analysesoftware kann herausgefunden werden, was die Kinder wissen oder verstehen. Zum anderen sind die Geräte bei Jugendlichen und Erwachsenen hilfreich, die zunehmend Schmerzen haben und auf andere, einfachere Kommunikationshilfen verzichten müssen. Zum Dritten erweisen sich Geräte zur Augensteuerung bei Menschen nützlich, die plötzlich in der Motorik eingeschränkt werden, beispielsweise durch einen Schlaganfall oder fortschreitende Krankheiten.“

Die Dietmar Hopp Stiftung ermöglichte 2012 durch eine Spende in Höhe von 17.000 Euro die Anschaffung eines Kommunikationsgeräts mit Augensteuerung für die Beratungsstelle in Landau. Im Jahr 2016 unterstützte die Dietmar Hopp Stiftung die Beratungsstelle abermals mit einer Spende in Höhe von 20.000 Euro. Meike Leupold, Referentin Soziales und Bildung der Dietmar Hopp Stiftung: „Die Beratungsstelle hat eine enorme Bedeutung für Betroffene und deren Familien. Durch die mit unserer Förderung angeschaffte Analysesoftware und die neue Generation von Augensteuerungsgeräten kann das Beratungsangebot für die Klienten nochmals verbessert werden.”

Stand: September 2016

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