Sterben ist auch Leben

Schwester Anna Lioba Fackler gründete das Hospiz Louise 1992. Foto: Hospiz LouiseKatrin Tönshoff (1.v.r.), Geschäftsstellenleitern der Dietmar Hopp Stiftung, und Meike Leupold (2.v.l.), Referentin für Bildung und Soziales der Dietmar Hopp Stiftung, feiern gemeinsam mit den Verantwortlichen die Eröffnung des neuen Hospizes. Foto: Hospiz Louise"Mitten im Leben" steht das Hospiz Louise in der Heidelberger Weststadt. Foto: Hospiz LouiseDie Gästezimmer sind großzügig geschnitten und entsprechen allen Anforderungen einer modernen medizinischen Hospiz-Innenausstattung. Foto: Hospiz Louise.Der Raum für Klang und Stille spendet Ruhe und dient der Energieschöpfung. Foto: Hospiz LouiseDas Team des Hospizes Louise freut sich im neuen Haus über die Erweiterung von fünf auf acht Betten und unter anderem über das neu für die Gäste zur Verfügung stehende Pflegebad. Foto: Hospiz Louise
Ort:Heidelberg
Zielsetzung:Ein neues, zeitgemäßes Zuhause für das Hospiz Louise
Projektpartner:Hospiz Louise
Laufzeit:2014–2016
Förderhöhe:250.000 €

„In der modernen Welt wird der Tod oft gemieden und ausgegrenzt. Dabei wünschen sich die meisten Menschen für die letzte Phase ihres Lebens ein Umfeld, in dem sie schmerzfrei und umgeben von Angehörigen und Freunden Abschied nehmen können“, erklärt Ordensschwester Anna Lioba Fackler, die Gründerin des Hospizes Louise in Heidelberg.

Ein Hospiz ist ein Ort für Menschen, die schwer erkrankt sind und bei denen trotz der Fortschritte in der Medizin, eine Heilung nicht mehr möglich ist. Im Hospiz können diese schwerkranken Menschen mit ihren Angehörigen die verbleibende Zeit mit Leben und Lebensqualität füllen. Ohne Schwester Anna Liobas Einsatz und unermüdliche Spendenakquise gäbe es das Hospiz in der Heidelberger Weststadt nicht. Die Besonderheit dieses Hospizes ist, dass es sich in einem ehemaligen Wohnhaus befindet, in den Stadtteil integriert steht und von innen eine Atmosphäre familiärer Geborgenheit für Gäste und Angehörige vermittelt. Diese Stimmung nimmt das Hospiz nun in neue Räumlichkeiten mit, denn nach 24 Jahren liebevoller Hospizarbeit ist ein Umzug in ein Gebäude nötig, das modernen medizinischen und logistischen Anforderungen gewachsen ist. Mit Kopf und Herz, Hand und Fuß, mit Energie und Zeit, ideell und finanziell setzten sich viele Menschen ein, den lang gehegten Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Ende Februar 2016 ist es soweit, das Hospiz Louise öffnet nach umfassenden Umbauarbeiten am neuen Standort –nur wenige Meter vom alten entfernt– seine Türen.

Katrin Tönshoff, Geschäftsstellenleiterin der Dietmar Hopp Stiftung: „Wir gratulieren dem Hospiz Louise zu einem neuen Zuhause, das eine wohnliche Atmosphäre mit modernen Anforderungen und Möglichkeiten optimal verbindet. Die Dietmar Hopp Stiftung ist dem Hospizwesen in der Metropolregion Rhein-Neckar seit vielen Jahren verbunden. Wir schätzen und fördern das hauptamtliche und ehrenamtliche Engagement in diesem Bereich.“

Das neue Haus

„Ein großer Schritt ist die Erweiterung von bisher fünf auf acht Betten“, berichtet Frank Schöberl, Leiter des Hospiz Louise. In dem neuen Haus ist der Küchen- und Essbereich wieder offen gestaltet. Alle Gästezimmer haben nun einen Balkon und ein eigenes Badezimmer – was eine große Verbesserung für Gäste und Pflegepersonal im Gegensatz zu den alten Räumlichkeiten bedeutet. Ein Aufzug ermöglicht den barrierefreien Zugang nach draußen. So wird der Einzug der Gäste erleichtert und es können sogar Ausflüge geplant werden. Das Team des Hospizes Louise freut sich besonders, mit dem neu zur Verfügung stehenden Pflegebad den Gästen das Wohlgefühl eines warmen Bades anbieten zu können, um Entspannung und Leichtigkeit zu spüren. Eine weitere Bereicherung ist ein Raum für Klang und Stille. Hier können die Bewohner zur Ruhe kommen, beten, meditieren oder Klanginstrumente ausprobieren.

Zur Geschichte des Hospizes Louise

Das Hospiz Louise gehört zu den Pionieren der Hospizarbeit in Deutschland. Im Gründungsjahr 1992 war es eines von nur fünf Hospizen in ganz Deutschland. Die Namensgeberin der Einrichtung Louise de Marillac war eine Vorkämpferin bei der Betreuung von Schwerkranken und Pflegebedürftigen. Ihr Vorbild ermutigte Schwester Lioba vor über 20 Jahren, den Orden der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul in Freiburg zu überzeugen, ein Hospiz zu errichten. Seitdem erlebten mehr als 1.200 Menschen im Hospiz Louise ihre letzten Tage und Stunden unter intensiver medizinischer Begleitung und dem Bemühen um eine wirksame Schmerztherapie. Die liebevolle Rundumbetreuung durch erfahrenes Pflegepersonal schließt auch die Angehörigen mit ein.

Die Gesamtkosten des Bauvorhabens lagen bei rund 2,5 Millionen Euro. Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützt das Hospiz Louise mit einer Spende in Höhe von 250.000 Euro.

www.hospiz-louise.de

Stand: März 2016

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