Gut im Sport, gut in der Schule

Anweisungen konzentriert zu folgen und sie richtig umsetzen ist im Sport und in der Schule wichtig. Dafür braucht man die Exekutiven Funktionen. Foto: Spiel und Sport plus e. V.Exekutive Funktionen sind auch gefordert, damit Spieler die Informationen des Trainers auch in stressreichen Situationen umsetzen können. Foto: Spiel und Sport plus e.V.Exekutive Funktionen können bei unterschiedlichsten Sportarten gefördert werden.Auch Fechten ist zum Training der Exekutiven Funktionen geeignet. Foto: Spiel und Sport plus e. V.
Ort:Heidelberg
Zielsetzung:Mentale Stärke von Kindern durch Sport fördern
Projektpartner:Spiel und Sport plus e.V.
Laufzeit:2014–2017
Förderhöhe:159.300 €

Tobias ist 12 Jahre alt und erhält die Anweisung, nach dem Pfiff des Lehrers loszusprinten. Er steht in einer Reihe mit anderen Jungs und wartet auf das Startsignal. Hinter Tobias steht Jonas, der ständig stichelt. Als Tobias nicht reagiert, schubst Jonas ihn ein Stück nach vorne. Tobias reagiert nicht auf die Provokation, sondern hält seinen Blick auf den Trainer gerichtet. Dann ertönt der Pfiff, Tobias läuft los und erreicht als Erster das Ziel. Er strahlt.

Diese Situation wäre anders verlaufen und hätte eskalieren können, wenn Tobias auf die Sticheleinen von Jonas reagiert hätte. Ständig sind Kinder und Jugendliche mit ähnlichen Situationen wie die beschriebene konfrontiert. Damit sich Kinder im Alltag, im Sport und auch in der Schule nicht allzu schnell ablenken lassen und ihre Emotionen leichter kontrollieren können, benötigen sie gut ausgebildete exekutive Funktionen. Diese werden schwerpunktmäßig dem Stirnhirn zugeordnet, das erst im Erwachsenenalter ausgereift ist und die Selbstregulationsfähigkeit der Heranwachsenden unterstützt. Kinder mit schwachen exekutiven Funktionen sind leichter ablenkbar, vergessen häufiger als andere Kinder Anweisungen, verlieren sich in mehrteiligen Aufgaben und haben Probleme, eine Sache zu Ende zu führen. Sie können spontane Impulse oftmals nur schwer unterdrücken und fallen zum Teil durch unbeherrschtes oder gar aggressives Verhalten auf. Im Sport sind die exekutiven Funktionen und die Selbstregulationsfähigkeit, die die mentale Stärke und die Selbstdisziplin der Athleten unterstützen, wichtige Erfolgskomponenten.

Das Training exekutiver Funktionen und die Förderung der Selbstregulation im Sport hat sich der Verein Spiel und Sport plus e.V. (Heidelberg) mit dem Projekt „Sport im Fokus“ unter der inhaltlichen Leitung von Dr. Sabine Kubesch auf die Fahnen geschrieben. Die Initiative publizierte nun ein umfassendes Lehrwerk mit Übungssammlung und Filmen, das ab sofort im Handel erhältlich ist. Am Beispiel unterschiedlichster Sportarten wie Fußball, Handball, Tanzen, Turnen, Fechten, Hockey und Kampfkunst können allgemeine Förderprinzipen abgeleitet werden, die auf andere Sportarten übertragbar sind. „Bei den Praxisbeispielen, die einfachste wie hochtechnisierte Trainingsmethoden umfassen, geht es uns darum, Trainer, Übungsleiter und Sportpädagogen dazu zu befähigen, die dargestellten Erkenntnisse auf ihre eigene Sportart zu übertragen“, so Dr. Sabine Kubesch. „Die Schlüsselrolle spielen die Trainer und Übungsleiter“, weiß Dr. Florian Dürr, Vorsitzender von Spiel und Sport plus e.V., „sie gilt es zu qualifizieren, damit die Kinder und Jugendlichen und damit die Gesellschaft von den Erkenntnissen profitieren!“

Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützt den Verein Spiel und Sport plus seit 2014 im Aufbau sowie in der Entwicklung von “Sport im Fokus” mit insgesamt 159.300 Euro. Henrik Westerberg, Sportreferent der Dietmar Hopp Stiftung: „Exekutive Funktionen und die Fähigkeit zur Selbstregulation sind wichtige Grundlagen für den sportlichen und den schulischen Lernerfolg sowie für eine gesunde sozial-emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Es gibt also mehr als genug Gründe, um die Entwicklung der exekutiven Funktionen durch den Sport zu unterstützen und zu fördern. Sehr gute Trainer und Übungsleiter sind häufig, ohne es richtig zu wissen, Experten, was die Förderung der exekutiven Funktionen und der Selbstregulationsfähigkeit anbelangt. Das Lehrwerk unterstützt sie durch eine breite Basis an Theorie und durch zahlreiche praktische Beispiele.“ Das Projekt Sport im Fokus liefert jedem gute Antworten, der wissen möchte, wie Kinder durch Sport mental gestärkt werden können.

Lehrwerk
Sabine Kubesch (2017): Sport im Fokus. Exekutive Funktionen trainieren, Leistung optimieren, mentale Stärke ausbilden. Heidelberg: VERLAG BILDUNG plus

Zu Spiel und Sport plus e.V.

Stand: April 2017

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