Sportvereint – Zusammen ist man weniger allein

Beim Sen-Ki-Projekt der TSG-Seckenheim e.V. bewegt sich Alt mit Jung gemeinsam.Sen-Ki heißt in Mannheim: Zusammen ist man weniger allein.Das ausgezeichnete Sen-Ki-Projekt geht auf die Bedürfnisse von Senioren sowie von Kindern ein.Das Sen-Ki-Projekt der TSG-Seckenheim e.V. fördert die Bewegung von Alt mit Jung.Entlastung für Körper und Geist bringt die letzte Phase des Sen-Ki-Projekts.
Ort:Metropolregion Rhein-Neckar
Zielsetzung:Bewegung zwischen Alt und Jung im Verein fördern
Projektpartner:Sportvereine der Metropolregion Rhein-Neckar
Laufzeit:2016–2017
Förderhöhe:400.000 €

„Das macht Spaß, das macht Freude! Es gibt gar kein Fremdsein zwischen Kindern und Erwachsenen“, berichtet die 70-jährige Ria Schmich. Sie sitzt auf einem Ruderergometer im Kraftraum der Trainingsstätte Kaiserhof der Turn- und Sportgemeinschaft Seckenheim e.V. und erzählt, wie gut ihr das neu geschaffene Senioren-Kinder-Projekt, abgekürzt Sen-Ki, tut. Die 9-jährige Sara erzählt: „Ich finde toll, mit alten Menschen Sport zu machen, weil meine Großeltern weit weg leben und ich sie nur selten sehe.“

Die Sen-Ki-Stunde findet wöchentlich statt und ist aufgeteilt in 3 Phasen. Zunächst wärmen sich die etwa 25 Senioren und Kinder mit gymnastischen Übungen und einer einfachen tänzerischen Choreographie zu Musik auf. Anschließend wird die Gruppe geteilt: die Kinder toben, während die Senioren ein gezieltes Muskeltraining, angepasst an ihre Bedürfnisse, absolvieren. Abschließend wiederholen alle Teilnehmer gemeinsam die Choreographie und entlasten Körper sowie Geist bei Dehnungs- und Entspannungsübungen.

Sportwissenschaftlerin Damaris Wagner entwickelte das Sportkonzept der Sen-Ki-Stunde und leitet die Senioren im Geräteprogramm an: “Die fröhliche Stimmung, die durch die Kinder verbreitet wird, überträgt sich rasch auf die älteren Teilnehmer, wovon sie psychisch sehr profitieren. Das Training an den Geräten hält Bauch, Rücken, Beine und Arme fit, was im Alter wichtig ist und der Sturzprävention dient.

Das Sen-Ki-Projekt wurde als erster von 20 Vereinen von der Dietmar Hopp Stiftung im Rahmen der Jubiläumsaktion Sportvereint mit 20.000 Euro belohnt. Die Spendenübergabe fand am 20. Oktober 2016 im Seckenheimer Schloss mit sportlichem Bühnenprogramm statt. Katrin Tönshoff, Geschäftsstellenleiterin der Dietmar Hopp Stiftung, beglückwünschte den Verein bei der Spendenübergabe: „Das Projekt geht auf die Bedürfnisse von jungen und älteren Sportlern gleichermaßen ein. Der Spaß an der gemeinsamen Bewegung steht im Vordergrund, es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Uns überzeugte die originelle Sportstunde, bei der Senioren und Kinder niedrigschwellig gemeinsam und doch individuell trainieren können.“

Die TSG Seckenheim e.V. möchte mit der Zuwendung einige in die Jahre gekommenen Geräte austauschen und zusätzlich einen barrierearmen Zugang zur Trainingsstätte schaffen, damit Jung und Alt gleichermaßen sicher ihre Sportstätte erreichen können.

Henrik Westerberg, Sportreferent der Dietmar Hopp Stiftung, hofft, dass der Verein mit dem Projekt ein Vorbild geschaffen hat, welches andere Vereine in Ihr Programm übertragen. „Der demografische Wandel ist eine Herausforderung für Sportvereine, genauso wie die stetig sinkenden Mitgliederzahlen. Eine gemeinsame Sportstunde nach der Art von Sen-Ki kann eine Maßnahme sein, beidem entgegenzuwirken“, so Henrik Westerberg.

Über die Aktion Sportvereint

Die Aktion Sportvereint setzt ein Zeichen und will Ideen aufzeigen, wie sich Sportvereine zukünftig besser auf die Bedürfnisse von Senioren einstellen können und wie der Austausch von Jung und Alt, mit und ohne Behinderung, verstärkt wird. Die Dietmar Hopp Stiftung plant insgesamt 400.000 Euro für die Aktion ein. Sportvereint spricht explizit Sportarten an, die in den regulären Sportförderungen der Dietmar Hopp Stiftung – Eishockey, Handball, Fußball und Golf – nicht berücksichtigt werden. Insgesamt haben sich 72 Sportvereine aus der Metropolregion Rhein-Neckar mit ihren Ideen für Mehrgenerationensport um eine Förderung beworben. Auf die erste vollzogene Spendenbekanntgabe folgen bis zu drei Bekanntgaben pro Monat. Die Aktion endet nach 12 Monaten mit der letzten Spendenübergabe am 20. Oktober 2017.

Stifter Dietmar Hopp möchte mit der Aktion Generationen sportlich vereinen: „Eine gute körperliche und mentale Verfassung sowie ein funktionierendes soziales Umfeld wird bedeutsamer, je älter die Menschen werden. Ich erhoffe mir, dass die Aktion Sportvereint Vorbild und Ideenlieferant ist, um Vereinen der Metropolregion zu zeigen, wie Jung und Alt miteinander in Kontakt gebracht werden können und dadurch eine ‘Win-Win Situation‘ schaffen.“

Zur Aktion Sportvereint

Stand: November 2016

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