Freitag, 17. Juli 2015

Sportverein 2020 ist wichtige Hilfestellung für die Vereinsentwicklung

Die bundesweit einmalige Initiative "Sportverein 2020" will Vereine durch gezielte Beratung fit für die Herausforderungen der Zukunft machen.Standen Rede und Antwort zum aktuellen Stand der Initiative Sportverein 2020 (v.l.n.r.): Gerhard Hummler (Vorsitzender VfB Mosbach-Waldstadt), Katrin Tönshoff (Dietmar Hopp Stiftung), Dr. Fabian Hedderich (actori sports GmbH, Moderation), Dr. Markus Gomer (BASF SE), Knut Roggatz (Vorsitzender TV Reisen), Dr. Rolf Zentgraf (Vorsitzender TuRa Otterstadt). Foto: actori sports

28 Sportvereine in der Metropolregion Rhein-Neckar erhalten derzeit professionelle Beratung

Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützt die Initiative mit 150.000 Euro

Die Initiative Sportverein 2020 macht Sportvereine fit für den demografischen Wandel. Mit verschiedenen Beratungsangeboten leistet die bundesweit einmalige Initiative einen wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung der Vereine in der Metropolregion Rhein-Neckar. Derzeit erhalten 28 Vereine eine professionelle Beratung mit insgesamt vier Workshops im Zeitraum von rund einem Jahr. Die Initiative Sportverein 2020 wurde von BASF initiiert und wird von der Dietmar Hopp Stiftung, SAP und Südzucker unterstützt. Der Badische Sportbund, der Sportbund Pfalz, die Sportkreise Bergstraße und Worms sowie die Sportregion Rhein-Neckar wirken als Projektpartner an der Initiative mit.

Seit dem Start der Initiative „Sportverein 2020 – Perspektiven entwickeln. Zukunft sichern.“ im November 2014 haben 150 Vereine die Online-Diagnose komplett ausgefüllt und es kommen stetig weitere hinzu. Jeder Verein erhält einen individuellen Demografie-Check, den ein Berater von actori mit Handlungsempfehlungen und Hinweisen zur Weiterentwicklung des Vereins ergänzt. Mithilfe der Online-Diagnose kann jeder Verein ersehen, wie gut er schon heute für die demografischen Herausforderungen von morgen aufgestellt ist. Einige ausgewählte Ergebnisse der Online-Diagnose verdeutlichen, vor welchen Herausforderungen die Vereine stehen:

  • Ein Drittel der Vereine haben bisher ein Leitbild bzw. eine schriftlich verfasste Strategie
  • 12% der ehrenamtlichen Funktionen in den Vereinen sind nicht besetzt
  • 45% der ehrenamtlichen Mitarbeiter sind bereits älter als 50 Jahre – nur 12% der Mitarbeiter sind jünger als 25 Jahre
  • 13% der Vereine fördern ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter gezielt, z.B. durch Fortbildungen
  • 22% der Vereine nutzen gezielt Gütesiegel oder zertifizierte Angebote im Sport für Kinder
  • 27% der teilnehmenden Vereine haben bislang spezifische Angebote für Senioren im Programm
  • 31% der Vereine kooperieren mit Kindergärten – erst 13% mit Senioreneinrichtungen
  • 7% der Vereine setzen spezielle Projekte und Maßnahmen zur Integration von Migranten um.

Unter www.sportverein2020.de/online-diagnose können alle Sportvereine weiterhin die Online-Diagnose kostenfrei nutzen.

Seit Mai sind bei 28 Vereinen die Vereinscoachings in vollem Gange. Ein Vereinscoaching, für das sich knapp 90 Vereine beworben haben, besteht aus vier Workshops, die im Laufe eines Jahres stattfinden. Ziel der Vereinscoachings ist es, individuelle Lösungen mit den Vereinen zu entwickeln und umzusetzen. Vorrangige Aufgaben sind die Gewinnung und Bindung Ehrenamtlicher, die Verbesserung der Außendarstellung und lokalen Vernetzung sowie die gezielte Erweiterung des Sportangebotes für Senioren. Aber auch die Suche nach geeigneten neuen Sportstätten oder der Aufbau einer Vereinsgeschäftsstelle sind Themen in den Coachings. Knut Roggatz, Vorsitzender TV Reisen: „Der erste Coaching-Workshop hat bereits verdeutlicht, wo wir uns zukünftig stärker entwickeln können. Als Verein auf dem Land, aber mit kurzen Wegen zu den Zentren, wollen wir den Menschen am Ort ein passendes Angebot machen.“
Die Vereine arbeiten in den Workshops intensiv mit und sind motiviert, Veränderungen umzusetzen. Die jeweiligen Projektteams setzen sich meist aus Vorstandsmitgliedern, Abteilungsleitern und Vereinsmitgliedern zusammen.

Dr. Markus Gomer, Leiter der Einheit Sport und Gesundheitsförderung des Initiators BASF, zeigt sich mit dem Zwischenstand zufrieden: „Wir freuen uns, dass die Initiative Sportverein 2020 bei den Vereinen auf so großes Interesse stößt. Die umfangreichen Analysen sowie die vereinsspezifischen Lösungen, die in den Coachings erarbeitet werden, können beispielgebend für andere Vereine sein. Damit setzen wir wichtige Impulse für eine nachhaltige Vereinsentwicklung.“ Katrin Tönshoff, Leiterin der Geschäftsstelle der Dietmar Hopp Stiftung, ergänzt: „Die Dietmar Hopp Stiftung fördert seit fast 20 Jahren gute Jugendarbeit und ehrenamtliches Engagement von Fußballvereinen in der Metropolregion Rhein-Neckar. Vereine sind in der Lage, Kindern und Jugendlichen auch außerhalb des Sportplatzes eine Orientierung zu geben und ihre Persönlichkeitsentwicklung positiv zu unterstützen. Mit einer Spende an das Projekt ‚Sportverein 2020’ wollen wir dazu beitragen, dass Vereine ihre wertvolle gesellschaftliche Funktion auch in Zukunft erfüllen können.“

Neben der Online-Diagnose stehen den Vereinen unter www.sportverein2020.de weiterhin Leitfäden für die Vereinsarbeit kostenfrei zum Download zur Verfügung. Das Rhein-Neckar Fernsehen begleitet die Initiative im Laufe des Jahres mit Beiträgen aus dem Vereinsalltag. Der Best Practice-Kongress im Herbst 2016 ermöglicht es allen Vereinen von den gewonnenen Erkenntnissen zu profitieren.

Initiative Sportverein 2020

Übersicht Aktuelles Stiftung

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Pressemitteilung (16.07.2015)

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Übersicht Vereine

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