Mittwoch, 21. November 2018

FortSchritt IntegrativLeben – Deutschlands erste Inklusions- Wohngemeinschaft mit Petö-Förderansatz

Carina Schneider (Referentin der Dietmar Hopp Stiftung, hintere Reihe Mitte) und Bürgermeister Dr. Alexander Eger (hintere Reihe, 1. v.l.) freuen sich gemeinsam mit dem Vorstand von Fortschritt IntegrativLeben e.V. und den zukünftigen Bewohnern auf die in St. leon-Rot entstehende integrative WG mit Petö-Förderansatz. Foto: Fortschritt IntegrativLebenBehinderte und nicht behinderte Menschen werden in der ersten integrativen WG Deutschlands mit Petö-Förderansatz miteinander die Aufgaben des Alltags meistern. Foto: Fortschritt IntegrativLebenAuf dieser Fläche im Herzen von St. Leon-Rot wird die WG entstehen. Umliegend gibt es eine gute öffentliche Anbindung, Einkaufsmöglichkeiten, ein Ärztehaus und viele weitere Vorteile für die WG. Foto: Fortschritt IntegrativLeben

FortSchritt IntegrativLeben stellt Bauplatz für Inklusions-Wohngemeinschaft in St. Leon-Rot vor

Dietmar Hopp Stiftung spendet 1,25 Mio. Euro

FortSchritt IntegrativLeben e.V. wird in zentraler Lage von St.Leon-Rot Deutschlands erste Inklusions- Wohngemeinschaft mit Petö-Förderansatz errichten und betreiben. Das bundesweit einmalige Modellprojekt – das einen Gesamtumfang von rund 2 Mio. Euro hat und weitgehend spendenfinanziert sein wird – hat das Ziel, mehr aktiv gelebte Inklusion in der Metropolregion Rhein-Neckar zu ermöglichen. Darüber hinaus möchte das inklusive Projektteam bei „FortSchritt“ – in dem auch junge Rollstuhlfahrer ehrenamtlich mitarbeiten – Vorreiter, Mutmacher und Beweger-Plattform für Folgeinitiativen sein.

Um das Konzept und die weitere Planung vorzustellen, fand am vergangenen Montag, gemeinsam mit den beiden Förderpartnern der ersten Stunde – der Dietmar Hopp Stiftung und der Gemeinde St. Leon-Rot – eine Bauplatzbesichtigung statt.

Ein wesentlicher Hemmschuh für aktiv gelebte Inklusion, von der behinderte und nicht behinderte Menschen gleichermaßen profitieren, ist die vielerorts ungelöste Wohnsituation. Damit Rollstuhlfahrer in der Praxis von mehr Inklusion und Selbstständigkeit profitieren können, müssen künftig mehr barrierefreie Wohnmöglichkeiten und integrative Lebensformen zur Verfügung stehen. Deswegen setzt „FortSchritt“ mit dem Bauvorhaben genau hier an.

Die erste Vorsitzende des Vereins, Susanne Huber, erklärt: „Junge Erwachsene, die – aufgrund der körperlichen Entwicklung oder eines Unfalls – auf den Rollstuhl angewiesen sind, stehen beim Start ins Berufsleben teilweise vor schier unlösbaren Herausforderungen, die einer weiteren Entwicklung entgegenstehen. Da außerhalb von Heimen barrierefreie Wohn- und berufliche Entwicklungsalternativen fehlen, werden wir selbst aktiv und wollen mit der Inklusions-WG mit Petö-Förderansatz neue Wege für mehr Teilhabe aufzeigen.“

Um mit dem Modellprojekt die Wohnsituation für Menschen mit Bewegungseinschränkungen zu verbessern, wird am Cranachring, in zentraler Lage von St. Leon-Rot, ein Neubau entstehen. In der kombinierten Wohn- und Trainings-WG von „FortSchritt“ werden jeweils vier behinderte und vier nicht behinderte Bewohner im Alter zwischen 18 bis etwa 30 Jahren gleichberechtigt miteinander leben und voneinander lernen.

Frei nach dem Motto „Wir leben Inklusion!“ geht es dem Verein dabei auch um die soziale Interaktion und Vernetzung der geförderten jungen Erwachsenen mit dem weiteren Lebensumfeld. Als Besonderheit setzt die altersgerechte Petö-Förderung von „FortSchritt IntegrativLeben“ auf Hilfe zur Selbsthilfe und verteilt diese auf besonders viele Schultern. Um eine individuell bestmögliche körperliche und persönliche Weiterentwicklung zu ermöglichen, wird eine speziell ausgebildete Petö- Konduktorin die WG-Bewohner unterstützen und erforderliche Fertigkeiten im Alltagsleben sehr
praktisch trainieren. Zusätzlich hat „FortSchritt“ bereits erste ehrenamtliche Beweger-Coaches gewonnen, die die jungen Erwachsenen ebenfalls bedarfsgerecht fördern, indem sie beispielsweise bei der Nebenkosten-Abrechnung oder im Bereich Social Media mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützt das Vorhaben mit einer Spende von 1,25 Mio. Euro. Carina Schneider, Referentin für Soziales und Bildung bei der Dietmar Hopp Stiftung, sagt: „FortSchritt IntegrativLeben gibt mit diesem Projekt einen Anstoß für gelebte Inklusion. Der Verein setzt damit an einem Punkt an, bei dem in Deutschland großer Bedarf besteht. Deshalb war es Dietmar Hopp wichtig, dieses Projekt zu fördern. Wir freuen uns, FortSchritt in ihren vorbildlichen Bestrebungen zu unterstützen, Menschen mit Behinderung in die Mitte unserer Gesellschaft zu nehmen, sie angemessen zu fördern und zu integrieren.“

Ausblick
Der eigentliche Baubeginn ist für Anfang 2019 vorgesehen. Bei einem kalkulierten Gesamtumfang von rund 2 Mio. für Bauplatz und Neubau ist „FortSchritt IntegrativLeben“ auf weitere Förderer und Unterstützer angewiesen. Susanne Huber sagt: „Mit der offiziellen Bauplatzbegehung möchten wir zwei Dinge erreichen: Als erstes möchten wir uns ganz herzlich bei unseren Förderern der erstenStunde für das Vertrauen bedanken und auch gleichzeitig weitere Förderer ansprechen!“

Über FortSchritt IntegrativLeben e.V.
Als rechtlich unabhängiger, gemeinnütziger Verein, der seinen Sitz ebenfalls in St. Leon-Rot hat, setzt FortSchritt IntegrativLeben e.V. seit 2016 die erfolgreiche Arbeit von FortSchritt St. Leon-Rot e.V. fort. Dort werden im ersten Petö-Förderzentrum im Südwesten Deutschlands derzeit über 100 Kinder und Jugendliche mit zerebralen Bewegungsstörungen gefördert. FortSchritt St. Leon-Rot e.V. konzentriert sich auf die Petö-Förderung junger Erwachsener, die – aufgrund der körperlichen Entwicklung oder eines Unfalls – mit Bewegungseinschränkungen leben und daher auf einen Rollstuhl angewiesen sind.

„FortSchritt IntegrativLeben“ möchte zu einem Impulsgeber für mehr Teilhabe in St. Leon-Rot und in der Metropolregion Rhein-Neckar werden. Frei nach dem Motto „Wir leben Inklusion!“ geht es dem Verein dabei um die soziale Interaktion und Vernetzung der geförderten jungen Erwachsenen mit dem direkten und erweiterten Lebensumfeld. Da sich für junge Erwachsene im Alter von 18 bis 30 Jahren beim Übergang in die neue Lebensphase vielfältige neue Fragestellungen ergeben, bilden unter anderem die Themenbereiche „Berufsorientierung und Berufsqualifikation“, „Miteinander Wohnen“ sowie die „Sicherung des eigenen Lebensunterhalts“ zentrale Arbeitsschwerpunkte von „FortSchritt IntegrativLeben“.

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