Donnerstag, 13. Dezember 2018

Ausgezeichnete Spitzenforschung: Landesforschungspreis geht an Andreas Trumpp

Ministerin Theresia Bauer überreicht den Landesforschungspreis für angewandte Forschung an Prof. Dr. Andreas Trumpp. Foto: Jan Potente / MWKPreisträger Prof. Dr. Andreas Trumpp mit Dr. Jennifer Fischer, Referentin für Medizin der Dietmar Hopp Stiftung. Foto: Jan Potente/MWK

Der Landesforschungspreis Baden-Württemberg für Angewandte Forschung geht dieses Jahr an Andreas Trumpp, dem Leiter des Heidelberger Instituts für Stammzell-Technologie und Experimentelle Medizin (HI-STEM gGmbH). HI-STEM ist eine von der Dietmar Hopp Stiftung und DKFZ gegründete Public-Private Partnership. Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, verleiht die mit 100.000 Euro dotierte Auszeichnung bei einem Festakt am 10. Dezember 2018.

Aktuelle Förderhöhe von HI-STEM (seit 2009): 22.500.000 Euro

Für herausragende wissenschaftliche Beiträge auf dem Gebiet der Krebsstammzellen wird Andreas Trumpp mit dem diesjährigen Landesforschungspreis für Angewandte Forschung ausgezeichnet. Seit 2008 leitet Trumpp im DKFZ die Abteilung „Stammzellen und Krebs“ sowie das Heidelberger Institut für Stammzell-Technologie und Experimentelle Medizin gGmbH (HI-STEM). HI-STEM wurde 2008 als Public-Private Partnership des DKFZ und der Dietmar Hopp Stiftung gegründet. Deren Ziel ist es, durch hochkarätige Grundlagenforschung an normalen und bösartigen Stammzellen neue Ansätze für die Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen zu entwickeln.

Stammzellen bilden die Grundlage für die ständige Regeneration aller Gewebe unseres Körpers, doch sie spielen bei der Entstehung und Ausbreitung von Krebs auch eine unheilvolle Rolle. Die meisten Krebserkrankungen gehen auf krankhaft veränderte Stammzellen zurück, die außerdem dafür verantwortlich sind, dass der Krebs sich im Körper ausbreitet und nicht mehr auf die gängigen Therapien anspricht

Trumpp erkannte das Prinzip der „schlafenden“ Stammzelle, wonach Stammzellen sich in einem inaktiven Ruhezustand befinden, aus dem sie nur bei Bedarf erwachen und die Zellteilung wieder aufnehmen. Dadurch sind Krebsstammzellen häufig resistent gegen Chemotherapien und wichtige Krebsmedikamente, da diese nur auf sich teilende Zellen wirken. Diese Erkenntnis gilt mittlerweile als allgemein anerkannt und hat wichtige Auswirkungen für die Krebstherapie. Darauf aufbauend konnte der Wissenschaftler beispielsweise zeigen, dass eine Vorbehandlung mit dem Immun-Botenstoff α-Interferon schlafende resistente Stammzellen aktiviert und sie für Chemotherapien sensibilisieren kann. Eine Vorbehandlung mit dem Botenstoff, gefolgt von Chemotherapie, könnte daher möglicherweise die erste Therapieform sein, um resistente Krebsstammzellen effizient abzutöten.

In weiteren Forschungsarbeiten entdeckten Trumpp und Kollegen weitere Resistenzmechanismen. So ist beispielsweise bei manchen Bauchspeicheldrüsenkrebsarten ein spezielles Enzym, das sonst für die Entgiftung in der Leber verantwortlich ist, dereguliert und kann so verschiedene Krebsmedikamente unwirksam machen. Experimentelle Tests zeigten, dass eine Blockade des Enzyms die Wirksamkeit der Medikamente wiederherstellen kann. Dies soll nun in ersten klinischen Studien getestet werden.

Dietmar Hopp: „Andreas Trumpp hat es geschafft, ein herausragendes Team aufzubauen und Forschung auf sehr hohem Niveau zu betreiben, ohne den Patienten aus dem Blick zu verlieren. Ich gratuliere zu dieser verdienten Auszeichnung.“

„Krebsstammzellen sind ein wissenschaftlich faszinierendes Gebiet; wir erweitern mit unseren Ergebnissen das Verständnis, wie unser Körper funktioniert. Gleichzeitig tragen wir unmittelbar dazu bei, dass Krebspatienten mit wirksameren Therapien in Zukunft besser geholfen werden kann“, sagt der Preisträger Trumpp und ergänzt: „Ich bin sehr glücklich über diese wunderbare Anerkennung unserer Arbeit. Für mich selbst und auch für mein fantastisches internationales Team ist der Preis ein großer Ansporn und eine wichtige Motivation.“

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