Donnerstag, 18. Juli 2019

„Haus am Kreisel“ in Walldorf feiert Richtfest

Hannelore Blattmann (Kleiderstube), Architekt Martin Vorfelder, Hans Klemm (Tafel Walldorf), Stifter Dietmar Hopp, Walldorfs Bürgermeisterin Christiane Staab und Gerd Oswald (von links) freuen sich nach dem Richtfest auf die Fertigstellung des Gebäudes.Der traditionelle Zimmermannsspruch für das „Haus am Kreisel“, das künftig drei gemeinnützige Organisationen in Walldorf unter einem Dach vereint.Das „Haus am Kreisel“ aus der Luft gesehen: Seine Lage an der Ecke Bürgermeister-Willinger-Straße und Wieslocher Straße verleiht ihm seinen Namen.Stifter Dietmar Hopp bezeichnet sein Engagement als Zeichen der Wertschätzung für die wertvolle ehrenamtliche Tätigkeit, die durch die Mitarbeiter in den Einrichtungen Tag für Tag erfolgt.

Drei gemeinnützige Einrichtungen bündeln ihre Kräfte und ziehen an einen Ort

Hopp Stiftung errichtet Neubau für rund 5 Millionen Euro

Dietmar Hopp: „Zeichen der Wertschätzung für wertvolle ehrenamtliche Tätigkeit

Bislang betrieben die drei gemeinnützigen Einrichtungen Tafel Walldorf e.V., Kleiderstube Walldorf e.V. und Plattform Walldorf ihre Wohltätigkeitsarbeit an unterschiedlichen Standorten. Bald schon aber werden sie sich unter einem gemeinsamen Dach wiederfinden und ihre Kräfte bündeln: Die Hopp Stiftung errichtet an der Ecke Bürgermeister-Willinger-Straße und Wieslocher Straße einen Neubau mit Baukosten in Höhe von rund fünf Millionen Euro, in den die drei Vereine im kommenden Jahr einziehen werden. Am Donnerstag (18. Juli 2019) wurde Richtfest gefeiert.

Die Bündelung dieser gemeinnützigen Organisationen entfaltet Synergie-Effekte und unterstützt die Vereine in ihrer täglichen Arbeit, hilfsbedürftigen Menschen in Walldorf und aus der näheren Umgebung zu helfen.

Der Spatenstich zu diesem Projekt war im Oktober 2018 erfolgt. Damals sagte Stifter Dietmar Hopp: „Es ist zwar unglaublich, dass in der Stadt, in der die SAP ihren Ursprung hat, Not und Armut herrschen, aber wer hinsieht, der kann sich davon selbst überzeugen. Ich möchte einen Beitrag leisten, dieses Leid zu lindern.“

Anlässlich des Richtfests sagte Hopp: „Die alten Räumlichkeiten waren mit ihrer gebäudetechnischen Ausstattung nicht mehr tragbar. Es musste eine Lösung her, da aber die Arbeit der gemeinnützigen Organisationen auf Spendenbasis läuft, hätten sie das allein nicht stemmen können. Unsere Spende ist ein Zeichen unserer Wertschätzung für die wertvolle ehrenamtliche Tätigkeit, die durch die Mitarbeiter in den Einrichtungen Tag für Tag erfolgt.“

Eine tatkräftige Unterstützung erfährt das Projekt durch die Eheleute Gerd und Sonja Oswald, die die Arbeit der Tafel schon seit langer Zeit begleiten und die gemeinsame Lösung mit initiiert haben. Seit Beginn der Arbeiten versorgen sie die am Bau Tätigen mit Essen und Trinken. Die Familie Oswald war nun auch an der Durchführung des Richtfests maßgeblich beteiligt und wird auch in Zukunft die gemeinnützigen Vereine unterstützen.

Der Name des Gebäudes „Haus am Kreisel“ wurde von den drei Organisationen gemeinsam entwickelt. Er spricht die Lage des Gebäudes am Kreisel sowie das Verständnis des Kreisels als sich bewegendes Bild an. Denn genau das wollen die Verantwortlichen mit ihren Einrichtungen tun: etwas in der Gesellschaft bewegen.

Über die drei Einrichtungen

Die Tafel Walldorf e.V. sammelt seit 2008 überschüssige und gespendete Lebensmittel und gibt sie kostenfrei an Bedürftige weiter. „Wer unsere jetzige räumliche Situation kennt und die engen Verhältnisse gesehen hat, wird unsere Freude verstehen“, so der erste Vorsitzende Hans Klemm. „Die neuen Räumlichkeiten werden nicht nur in ihrer Größe ein Gewinn sein, sondern bedeuten auch eine Aufwertung unserer Tafelarbeit.“ Die Tafel versorgt im Jahr rund 18.500 Personen, fast die Hälfte davon sind Kinder.

Die Kleiderstube Walldorf e.V. betreibt einen Laden, in dem Kleidung sowie Haushaltsgegenstände gespendet werden können. Bedürftige können sich dort je nach ihren individuellen Möglichkeiten mit dem Nötigsten versorgen. Aus den Erlösen von verkauften Gegenständen und mit den Gegenständen selbst werden Hilfsprojekte durchgeführt. „Dieser Neubau ist für uns wie ein ‚Sechser‘ im Lotto“, schwärmt Hannelore Blattmann, die erste Vorsitzende des Vereins Kleiderstube. „Herr Klemm und ich hatten schon länger die Idee, unsere beiden Einrichtungen unter ein Dach zu bringen. Mit den drei Einrichtungen und dem gemeinsamen Ziel, Bedürftigen zu helfen, ist es sogar noch besser.“ Wöchentlich besuchen zwischen 60 bis 80 Kunden die seit 1994 existierende Kleiderstube.

Die Plattform Walldorf bietet seit über 20 Jahren Fachberatung sowie praktische Hilfen wie etwa ein warmes Mittagessen oder Dusch- und Waschmöglichkeit für wohnsitzlose Menschen an. Träger der Begegnungsstätte ist die Stadt Walldorf. Träger der Fachberatung ist die Wiedereingliederungshilfe der Evangelischen Stadtmission Heidelberg gGmbH. Bürgermeisterin Christiane Staab drückte ihre Freude so aus: „Dieses Projekt ist ein lebendiges und grundlegendes Beispiel dafür, wie soziale Verantwortung durch die Bürgerschaft in Walldorf gelebt wird.“

Über den Neubau

Das neue Gebäude „Haus am Kreisel“ entsteht auf dem 1.990 Quadratmeter großen Grundstück, auf dem bisher die Plattform Walldorf untergebracht war. Das alte Gebäude wurde abgerissen und machte Platz für das neue Gebäude am gleichen Standort. Es wurde vom Architekturbüro Vorfelder geplant und wird über drei Stockwerke verfügen. Im Erdgeschoss werden die Tafel und die Kleiderstube mit jeweils separaten Eingängen einziehen. Das erste Obergeschoss beherbergt Personal- und Arbeitsräume der Plattform, einen großen Begegnungsraum sowie Büros der Kleiderstube und der Tafel. Für das zweite Obergeschoss sind voll ausgestattete Sozialwohnungen für Menschen, die ihren Wohnungsbedarf nicht am freien Wohnungsmarkt decken können, geplant. Die Gesamt-Netto-Raumfläche beträgt etwa 1.600 Quadratmeter. Die Fertigstellung ist für Mitte 2020 vorgesehen.

Zum Artikel über den Spatenstich im Oktober 2018

Tafel Walldorf e.V.

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