Mittwoch, 20. November 2019

Inklusions-WG von FortSchritt IntegrativLeben e.V. feiert Richtfest

Riesenfreude bei den Projektbeteiligten und dem inklusiven Projektteam von FortSchritt IntegrativLeben: Der Rohbau für die inklusive Wohngemeinschaft ist nun abgeschlossen. Foto: FortSchritt IntegrativLeben e.V.Nach dem Richtspruch von Uwe Wiesendanger (links) und dem symbolischen ersten Schluck mit seinem Kollegen Heinrich Bauer zerschellten beide ihre Gläser in luftiger Höhe neben dem Richtbaum an der Seitenfassade der neuen Modell-WG von „FortSchritt IntegrativLeben“ in St. Leon-Rot. Foto: FortSchritt IntegrativLeben e.V.

Gebäude für Inklusions-WG nimmt Form an

Dietmar Hopp Stiftung unterstützt das Projekt mit 1,25 Millionen Euro

Deutschlands erste Inklusions-Wohngemeinschaft mit Pető-Förderansatz liegt voll im Zeitplan: Am Dienstag wurde am Cranachring in St. Leon-Rot Richtfest gefeiert. In dem inklusiven Wohnprojekt werden ab nächstem Jahr insgesamt acht junge Erwachsene mit und ohne Behinderung gemeinsam wohnen und ihren Alltag bestreiten. Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützt dieses Projekt, das vom Verein FortSchritt IntegrativLeben getragen wird, mit einer Spende in Höhe von 1,25 Millionen Euro.

Die erste Vorsitzende von FortSchritt IntegrativLeben, Susanne Huber, bedankte sich – stellvertretend für alle Handwerker – zuerst bei Dachdeckermeister Uwe Wiesendanger für den Richtspruch und den großartigen Einsatz aller beteiligten Gewerke, Förderer und Ehrengäste. Bein einem anschließenden Talk, den Susanne Huber mit Meike Leupold, stellvertretende Leiterin der Dietmar Hopp Stiftung, sowie mit Patrick Alberti, Behindertenbeauftragter für den Rhein-Neckar Kreis, führte, erhielten die Gäste aktuelle Informationen über das weitere Projektvorhaben.

Nachdem jetzt mit dem Dach und dem Einbau der Fenster der Neubau winterfest ist, können die Elektroarbeiten und die weiteren Innenausbauten am Cranachring 41 in St. Leon-Rot zeitnah starten. Voraussichtlich ab Spätsommer 2020 werden in der kombinierten Wohn- und Trainings-WG von FortSchritt jeweils vier behinderte und vier nicht behinderte Bewohner im Alter zwischen 18 bis etwa 30 Jahren gleichberechtigt miteinander leben und voneinander lernen.

Als Alleinstellungsmerkmal wird es unter anderem auch einen „Trainings-WG-Platz“ geben. Junge Behinderte im Alter zwischen 14 und 18 Jahren können das Leben in einer Wohngemeinschaft als „Bewohner auf Zeit“ für drei bis sechs Monate kennenlernen. Als weitere Besonderheit setzt die altersgerechte Pető-Förderung von FortSchritt auf Hilfe zur Selbsthilfe. Um eine individuelle körperliche und persönliche Weiterentwicklung – speziell der Rollstuhlfahrer – zu ermöglichen, wird ihnen eine besonders qualifizierte Pető-Konduktorin zur Seite stehen und lebenspraktisch Fertigkeiten trainieren.

Zentraler Impuls: Dietmar Hopp Stiftung unterstützt das WG-Projekt

Das bundesweit einmalige Modellprojekt wird vollständig mit Spenden finanziert. Die reinen Baukosten liegen bei rund zwei Millionen Euro. Das Gesamtvolumen – inklusive Grundstück, Innenausstattung und Einrichtung – wird rund 2,5 Millionen Euro betragen. Da aktuell noch eine Deckungslücke von etwa 500.000 Euro besteht, werden weiterhin Geld- und Sachspenden benötigt.

Zu den Förderpartnern zählen die Dietmar Hopp Stiftung, Aktion Mensch, die Gemeinde St. Leon-Rot, die Wieslocher Handwerker Baugemeinschaft mbH sowie Menschen für Kinder e.V. „Elementar für die erfolgreiche Projektumsetzung war und ist die Unterstützung der Dietmar Hopp Stiftung”, so Susanne Huber von FortSchritt IntegrativLeben. „Als Förderpartner der ersten Stunde unterstützt die Stiftung das Modellprojekt mit einer Summe von 1,25 Millionen Euro”.

Neben dem Neubau legt FortSchritt bereits Grundlagen für die spätere, selbstbestimmte WG

Parallel zum Neubau treibt FortSchritt aktuell die weitere praktische Organisation der selbstbestimmten WG voran. Als Besonderheit setzt die altersgerechte Pető-Förderung von FortSchritt auf Hilfe zur Selbsthilfe. Da es für junge Erwachsene mit Bewegungseinschränkungen nur sehr wenige Angebote auf dem freien Wohnungsmarkt gibt, möchte FortSchritt IntegrativLeben mit dem Modellprojekt Folgeinitiativen Mut machen, damit diese eigeninitiativ ebenfalls inklusive WG-Projekte in der Metropolregion Rhein-Neckar und darüber hinaus realisieren.

Weitere Informationen über den inklusiven Förderansatz und das Engagement von FortSchritt IntegrativLeben e.V. finden interessierte Menschen mit und ohne Behinderung sowie mögliche weitere Unterstützer unter www.fortschritt-il.de.

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