Donnerstag, 11. Juli 2019

Spatenstich zur ersten Inklusions-WG erfolgt

Fertig machen zum Spatenstich! Mit dabei Stifter Dietmar Hopp (hintere Reihe, 5.v.l.) sowie rechts daneben Meike Leupold (Stv. Leitung) und Heike Bauer (Leiterin) von der Dietmar Hopp Stiftung. Foto: FortSchritt IntegrativLeben e.V.Dr. Alexander Eger (hinten links), Bürgermeister von St. Leon-Rot, und Susanne Huber (hinten Mitte), 1. Vorsitzende von „FortSchritt IntegrativLeben“, freuen sich über die großzügige Unterstützung durch Dietmar Hopp und seine Stiftung. Foto: FortSchritt IntegrativLeben e.V.Der Neubau für Deutschlands erste Inklusions-WG entsteht am Cranachring – in zentraler Lage in St. Leon-Rot. Foto: FortSchritt IntegrativLeben e.V.Das Modellprojekt hat ein Gesamtvolumen von rund zwei Millionen Euro, die Dietmar Hopp Stiftung übernimmt 1,25 Millionen Euro. Foto: FortSchritt IntegrativLeben e.V.

Einrichtung mit Pető-Förderansatz entsteht in St. Leon-Rot

Dietmar Hopp Stiftung unterstützt Projekt mit 1,25 Millionen Euro

Mit dem ersten Spatenstich haben Dietmar Hopp und Mitglieder des Projektteams bei FortSchritt IntegrativLeben e.V. heute ein Zeichen für mehr Inklusion in der Metropolregion Rhein-Neckar gesetzt: Ab sofort startet – in zentraler Lage von St. Leon-Rot – der Bau von Deutschlands erster Inklusions-Wohngemeinschaft mit Pető-Förderansatz.

Da es für junge Erwachsene mit Bewegungseinschränkungen nur sehr wenige Angebote auf dem freien Wohnungsmarkt gibt, ist der gemeinnützige Verein „FortSchritt IntegrativLeben“ aktiv geworden. Frei nach dem Motto „Wir leben Inklusion!“ entsteht am Cranachring 41 in St. Leon-Rot der Neubau für das Modellprojekt, das – ergänzend zur Wohnsituation – auch die soziale Interaktion und Vernetzung der geförderten jungen Erwachsenen verbessern soll. In der kombinierten Wohn- und Trainings-WG von „FortSchritt“ werden jeweils vier behinderte und vier nicht behinderte Bewohner im Alter zwischen 18 bis etwa 30 Jahren gleichberechtigt miteinander leben und voneinander lernen. Ein Zimmer ist als „Trainingsplatz“ für Menschen mit Behinderung im Alter zwischen 14 und 18 Jahren vorgesehen. Hier können „Bewohner auf Zeit“ das WG-Leben für drei bis sechs Monate kennenlernen.

Mutmacher und Beweger für mehr Inklusion

Als Besonderheit setzt die altersgerechte Pető-Förderung von „FortSchritt“ auf Hilfe zur Selbsthilfe. Um eine individuelle körperliche und persönliche Weiterentwicklung – speziell der Rollstuhlfahrer – zu ermöglichen, wird ihnen eine besonders qualifizierte Pető-Konduktorin zur Seite stehen und lebenspraktisch Fertigkeiten trainieren. Darüber hinaus möchte „FortSchritt“ mit dem Modellprojekt Aufmerksamkeit schaffen und möglichen Folgeinitiativen Hilfestellung geben und Mut machen, damit diese eigeninitiativ weitere inklusive WG-Projekte realisieren können.

Zum offiziellen Baustart wünschte Dietmar Hopp dem inklusiven Projektteam, in dem aktuell bereits fünf junge Menschen mit Behinderung mitarbeiten, „viel Energie, Ideen und Tatkraft“. Dietmar Hopp sagte weiter: „Ich finde es vorbildlich, mit wie viel Herzblut und Engagement ihr das Modellprojekt in die Tat umsetzt. Macht weiter so und seid Mutmacher und Beweger für mehr Inklusion!“

Die erste Vorsitzende von „FortSchritt IntegrativLeben“, Susanne Huber, bedankte sich gemeinsam mit Maris Metz aus dem Projektteam bei „FortSchritt“ stellvertretend für ihre Mitstreiter: „Drei Jahre Planung und Vorarbeit liegen hinter uns. Der Spatenstich ist ein besonderer Meilenstein und Anlass, allen Projektbegleitern und vor allem auch unseren Förderpartnern ein herzliches Dankeschön für die vielfältige Unterstützung zu sagen!“

Bundesweit einmaliges Modellprojekt

Nach dem Spatenstich stellte Susanne Huber – gemeinsam mit Meike Leupold, stellvertretende Leiterin der Dietmar Hopp Stiftung sowie Dr. Alexander Eger, Bürgermeister von St. Leon-Rot – das Projektvorhaben und die weitere Bauplanung vor: Das bundesweit einmalige Modellprojekt hat einen Gesamtumfang von rund 2 Mio. Euro und wird mit Spenden finanziert. Zu den derzeitigen Förderpartnern zählen die Dietmar Hopp Stiftung, die Gemeinde St. Leon-Rot sowie der Verein Menschen für Kinder. Elementar für die erfolgreiche Projektumsetzung war und ist die Unterstützung der Dietmar Hopp Stiftung. Als Förderpartner der ersten Stunde unterstützt diese das Modellprojekt mit einer Summe von 1,25 Mio. Euro. Die stellvertretende Leiterin der Dietmar Hopp Stiftung, Meike Leupold, sagte: „Beim Thema Inklusion sind gute Ideen und Eigeninitiative gefragt, um wortwörtlich ,Fortschritte‘ zu machen. Der Verein FortSchritt IntegrativLeben leistet vorbildliche und wegweisende Arbeit, daher fördert die Dietmar Hopp Stiftung dieses Projektvorhaben sehr gerne. Toll, dass sich das Team bereits seit 2016 für ein inklusives Miteinander engagiert und mit dem ambitionierten Modellprojekt auch anderen Menschen Mut machen möchte.“

Um eine verlässliche Fertigstellung des Neubaus bis Mitte 2020 zu gewährleisten, wurde mit WHB Schindler ein Generalunternehmer aus Wiesloch und mit Martin Vorfelder ein Architekt aus Walldorf beauftragt. Dr. Alexander Eger freut sich über diese regionale Verankerung von „FortSchritt“: „Da eine aktiv gelebte Inklusion stets alle Menschen in der Gemeinde umfasst, freue ich mich künftig auf viele interessante Impulse für St. Leon-Rot!“

Für den Bau und die Inneneinrichtung ist „FortSchritt“ auf weitere Unterstützung angewiesen

Um den Bau und auch die Inneneinrichtung zu realisieren, ist „FortSchritt IntegrativLeben“ auf weitere Förderer und Unterstützer angewiesen. Weitere Informationen über den inklusiven Förderansatz und das Engagement von FortSchritt IntegrativLeben e.V. finden interessierte Menschen mit Behinderung und Unterstützer unter www.fortschritt-il.de.

Hier geht es zum Artikel über die Bekanntgabe des Projekts (November 2018).

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