Dienstag, 13. Oktober 2020

Tiere als „Eisbrecher“ auf dem Schafhof in Hemsbach

Die Spende der Dietmar Hopp Stiftung hat unter anderem die Anschaffung von Kaninchen ermöglicht. Bild: Pilgerhaus WeinheimIm Umgang mit Tieren stabilisieren die Kinder und Jugendlichen ihr Selbstbewusstsein und üben, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen. Bild: Pilgerhaus WeinheimUmgeben von Wiesen und Wäldern liegt der Schafhof am Ortsrand von Hemsbach. Bild: Pilgerhaus WeinheimSymbolische Scheckübergabe durch Referentin Carina Friedrich im "Kaninchenparadies". Bild: Dietmar Hopp Stiftung

Auf dem Schafhof in Hemsbach ist ein neues intensivpädagogisches Angebot für Kinder und Jugendliche des Pilgerhauses Weinheim in Betrieb gegangen. Ein elementarer Baustein des therapeutischen Angebots ist die tiergestützte Pädagogik. Die Etablierung dieses besonderen Angebots wurde möglich durch eine Spende der Dietmar Hopp Stiftung in Höhe von 46.500 Euro.

Umgeben von Wiesen und Weiden am Ortsrand von Hemsbach leben auf dem Schafhof Jungen und Mädchen im Alter zwischen acht und 15 Jahren in einer geschützten Umgebung, in der sie Selbstbewusstsein entwickeln und soziale Kompetenzen stärken können. Die beiden Wohngruppen Langstrumpf und Löwenherz bieten Platz für insgesamt 13 Kinder und Jugendliche, die während ihres Aufenthaltes auf dem Schafhof intensivpädagogisch betreut werden.

Das Angebot richtet sich vor allem an junge Menschen, die belastet sind durch Gewalterfahrungen, traumatische Lebenserfahrungen, wiederholte Fremd- und Eigengefährdung sowie komplexe Lern- und Verhaltensauffälligkeiten bis hin zur Schulverweigerung. Ziel der intensivpädagogischen Arbeit des Pilgerhauses Weinheim ist eine Rückführung in bestehende Schul- und Betreuungssysteme. In der Regel verbringen die Jungen und Mädchen zwei Jahre auf dem Schafhof, bevor sie entweder in ihre Familie oder andere Wohn- und Betreuungsformen zurückkehren.

Zentraler Bestandteil des Lebens auf dem Schafhof ist die gemeinsame Tier- und Landpflege. Zusammen mit Betreuerinnen und Betreuern kümmern sich die Kinder und Jugendlichen um Katzen und Kaninchen und pflegen den Nutz- und Ziergarten. Demnächst kommt die Versorgung von Schafen und Hühnern hinzu. „Die Tiere wirken nicht nur ausgleichend und beruhigend auf die Kinder und Jugendlichen, sondern ermöglichen auch eine vorbehaltlose Kontaktaufnahme. Das spielt aufgrund der hohen Bindungsproblematik unserer Kinder eine zentrale Rolle. Die Tiere fungieren außerdem oft als sozialer Katalysator und werden in der pädagogischen Arbeit auf dem Hof erfolgreich als Eisbrecher und emotionaler Türöffner eingesetzt. Durch die Arbeit mit den Tieren werden Selbstbewusstsein und -vertrauen stabilisiert und die Übernahme von Verantwortung für sich und andere geübt“, erklärt Eva-Maria Elfner-Häfele vom Pilgerhaus Weinheim.

Das Angebot der tiergestützten Therapie wurde möglich durch die Unterstützung durch die Dietmar Hopp Stiftung. Mit Hilfe der Spende in Höhe von 46.500 Euro wurden Vorkehrungen für die tiergestützte Therapie getroffen, Tiere angeschafft und die Kosten eines Tierpflegers gedeckt, der das pädagogische Personal vor Ort schult.

„Unserem Stifter liegen Kinder und Jugendliche besonders am Herzen und es ist ihm wichtig, Menschen zu helfen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, begründet Carina Friedrich, Referentin Bildung und Soziales, das große Engagement der Dietmar Hopp Stiftung für dieses Projekt.

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