Freitag, 09. Oktober 2020

Zukunftsweisende Patientenversorgung und Forschung: Chirurgie der Zukunft in Heidelberg geht in Betrieb

Von zentraler Bedeutung: Die Hubschrauberlandeplattform auf dem Dach gewährleistet, dass Patienten schnellstmöglich zu ihrem Bestimmungsort innerhalb des Klinikrings gebracht werden können. Bild: Universitätsklinikum HeidelbergKernstück des Neubaus ist der Operationstrakt mit 16 OP-Sälen, die digital in die Medizin- und IT-Landschaft der Klinik eingebettet sind. Bild: Universitätsklinikum Heidelberg

Nach rund sechs Jahren Bauzeit ist die größte Baumaßnahme des Landes Baden-Württemberg der vergangenen Jahre abgeschlossen worden. In diesem Monat geht die neue Chirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg auf über 20.000 Quadratmetern in Betrieb. Bei Gesamtkosten in Höhe von rund 210 Millionen Euro hat die Dietmar Hopp Stiftung besonders zukunftsweisende Bereiche der neuen Klinik mit 13,1 Millionen Euro gefördert.

Die neue Chirurgie setzt europaweit Maßstäbe. Ihr Kernstück ist der Operationstrakt mit 16 Sälen, die digital in die Medizin- und IT-Landschaft der Klinik eingebettet werden. Sechs OP-Säle sind zusätzlich mit integrierten Endoskopiesystemen und zwei als Hybrid-OP mit robotergestütztem Angiographiesystem ausgestattet. Außerdem wird es einen ambulanten OP-Bereich, eine Tagesklinik, eine radiologische Funktionsdiagnostik und Ambulanzen geben.

Das neue Gebäude verfügt über 16 Operationssäle, 313 Betten und eine eigene Hubschrauberlandeplattform. Für Forschung und Lehre stehen auf rund 900 Quadratmetern Fläche ein neuer Hörsaal mit 196 Plätzen und sieben Seminarräume zur Verfügung.

Rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ziehen ab dem 10. Oktober mit den ersten Patienten in den Neubau, ab dem 12. Oktober startet der komplette Regelbetrieb mit stationärer und ambulanter Versorgung in den neuen Räumlichkeiten. Baden-Württembergs Finanzministerin Edith Seitzmann betont, der Ausbau des Klinikstandortes diene der erstklassigen Versorgung von Patientinnen und Patienten: „Mit der neuen Chirurgie in Heidelberg ist eine hochkomplexe Versorgungseinheit mit modernster Medizintechnik und technischer Ausstattung sowie einem großen Labortrakt für klinisch intergierte Forschung entstanden.“ Und weiter: „Wenn Forschung und Versorgung eng beisammen sind wie in Heidelberg, kommt das Wissen zielgerichtet dort an, wo es gebraucht wird: bei den Patientinnen und Patienten.“

Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, erinnert daran, dass die Chirurgische Universitätsklinik schon immer wichtige Impulse für national wegweisende Entwicklungen gegeben habe. Jetzt entstehe „ein Leuchtturm, der die Translation beschleunigen, neue Therapiemöglichkeiten schaffen und einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung der Hochschulmedizin in Heidelberg leisten wird.“

Professor Dr. Ingo Autenrieth, Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Heidelberg, bedankt sich bei den großzügigen Sponsoren der Region, die die Grundausstattung der neuen Klinik an entscheidender Stelle unterstützten: „Diese Klinik verkörpert auf ideale Weise den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Engagement unserer Förderer!“

Zu den Spendern gehört die Dietmar Hopp Stiftung, die mit 13,1 Millionen Euro besonders zukunftsweisende Bereiche der Klinik gefördert hat. Der Rettungsdienst überträgt zum Beispiel wichtige Informationen zu den Notfallpatienten direkt in den neuen, zentral gelegenen und an den OP-Bereich angeschlossenen Schockraum mit integriertem Fast-Track-CT, wo sie zentral erfasst und stetig aktualisiert an Großbildschirmen angezeigt werden. Ebenso wurde die Ausstattung der beiden Hybrid-OPs inklusive robotergestützter Bildgebung, die Digitalisierung und Vernetzung aller 16 Operationssäle sowie innovative Geräte der radiologischen Diagnostik und ein 3 Tesla MRT von der Dietmar Hopp Stiftung finanziert.

„Meine Stiftung fördert von Anfang an innovative Spitzenmedizin. Bessere Forschung und Technik kommt letztlich immer denen zugute, um die es geht: den Patienten. Durch die Digitalisierung im Krankenhaus können außerdem Mitarbeitende von administrativen Aufgaben entlastet und die Patientenversorgung auch dadurch weiter verbessert werden“, erklärt Dietmar Hopp.

Die Bedeutung der technischen Ausstattung für Patienten und Mitarbeitende hebt auch der Hausherr und Ärztliche Direktor Professor Dr. Markus Büchler hervor: „Moderne Medizintechnik, neue Softwarelösungen, digitale Vernetzung und die durchdachte Infrastruktur werden eine Patientenversorgung und professionelle Arbeitsabläufe auf höchstem Niveau ermöglichen.“

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