Freitag, 18. Juni 2021

Inklusives Gemeinschafts-Wohnprojekt in Schwetzingen feiert Richtfest

Projektbeteiligte, Vertreter aus Politik und Gesellschaft, Spender und künftige Bewohnerinnen und Bewohner freuen sich, dass Richtfest gefeiert werden kann. Bild: Baumann FotografieDie beteiligten Handwerksfirmen wünschen dem Projekt alles Gute. Bild: Baumann FotografieBei schönstem Wetter konnte die Richtkrone über dem Neubau aufgehängt werden. Bild: Baumann Fotografie

Unter Beteiligung der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner und ihrer Eltern entsteht in Schwetzingen ein inklusives Gemeinschafts-Wohnprojekt für acht junge Menschen mit Behinderung. Der Bau, der von der Dietmar Hopp Stiftung mit 500.000 Euro unterstützt wird, feierte am 14. Juni Richtfest.

Bis auf den letzten Nagel ist der Dachstuhl fertig, im Rohbau gehen die Arbeiten gut voran: Das Richtfest war ein wichtiger Meilenstein für die gemeinnützigen Vereine habito und ProDown Heidelberg, die die Idee für das Gemeinschafts-Wohnprojekt seit 2015 gemeinsam entwickeln und umsetzen. Außerdem ein wichtiger Meilenstein für die große Gemeinschaft von Förderern und Unterstützerinnen, die Stadt Schwetzingen sowie die vielen engagierten Akteure rund um dieses außergewöhnliche Projekt. Und in erster Linie ein wichtiger Tag für die bislang sieben jungen Menschen, die das Haus im Februar 2022 beziehen werden. Der Neubau umfasst vier Zwei-Zimmer-Appartements für insgesamt acht junge Menschen mit Behinderung mit einem gemeinsamen Wohnzimmer und einer Gemeinschaftsküche. Im konstruktiven Miteinander sind darüber hinaus zwei weitere Räume entstanden, die der Gemeinschaft und Begegnung für die erweiterte Nachbarschaft, für Initiativen, Vereine und Gruppen in dem barrierefreien Neubau dienen sollen.

Rund 520 m² Fläche stehen in dem vollständig barrierefreien Gebäude zur Verfügung, alle Etagen sind über einen Fahrstuhl verbunden. Für die Appartements, die jeweils für zwei Personen ausgelegt sind, sind grundsicherungskompatible Mieten angesetzt. Die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner und ihre Eltern konnten bereits in der Planungszeit in mehreren Workshops mitwirken und so eigene Wünsche und Bedarfe einbringen. Sicherheit für die Bewohnerinnen und Bewohner bietet das Angebot an Unterstützungsleistungen des ambulant betreuten Wohnens von habito e.V.

Doch nicht nur die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner freuen sich auf ihr neues Zuhause. Das Nachbarschaftszentrum bietet einen Mehrwert für das gesamte Quartier: „Die Nachbarschaft der Schützenstraße setzt sich aus überdurchschnittlich vielen älteren Menschen und vielen kinderreichen Familien zusammen. Darum soll ein Fokus auf den generationenübergreifenden Austausch in der gemeinsamen Nutzung der Räume gelegt werden. Ebenso können die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner selbst unterschiedliche Rollen einnehmen: als Nachbarn, Gastgeber und ehrenamtlich Engagierte. Auf diese Weise werden Barrieren zwischen den Menschen ab- und Brücken aufgebaut“, erläutert Heiko Zillich, der das Wohnprojekt für habito von Beginn an begleitet. Die Multifunktionsräume haben eine Terrasse und einen Zugang zum Garten und können auch in Verbindung mit der Gemeinschaftsküche genutzt werden.

Ohne das Engagement mehrerer Stiftungen und Einzelspender, darunter die Dietmar Hopp Stiftung, wäre der Neubau in der Schützenstraße mit Gesamtkosten in Höhe von 2,25 Millionen Euro nicht möglich gewesen. „Der Neubau einer barrierefreien Wohngemeinschaft für junge Menschen schafft Raum für Integration und Selbständigkeit sowie für generationenübergreifende Begegnungen. Mit diesen Zielsetzungen passt das Modellprojekt sehr gut zu den Schwerpunkten der Dietmar Hopp Stiftung im Bereich Soziales. Wir freuen uns, mit unserer Förderung Jugendliche mit geistiger Behinderung auf dem Weg in ein selbst bestimmtes Leben zu unterstützen“, sagt Meike Leupold, stellvertretende Stiftungsleitung.

habito e. V. wurde 2007 in Heidelberg gegründet und ist in Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis aktiv. Die rund 30 MitarbeiterInnen verstehen sich als Brückenbauer: „Unsere Vision ist es, Lebensorte und Orte der Begegnung zu schaffen, an denen alle willkommen sind, unabhängig von Alter, kultureller oder sozialer Herkunft, und an denen die Vielfältigkeit des Menschseins als etwas Besonderes angesehen wird. Wir legen so die Grundlage für ein generationenübergreifendes Miteinander und eine inklusive Gesellschaft.“ habito e.V. betreibt unter anderem das Wohnprojekt und Mehrgenerationenhaus Heidelberg im „Schweizer Hof“. Weitere Informationen unter: www.habito-heidelberg.de

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