125.000 Euro am Tag – so viel hat die Dietmar Hopp Stiftung in den 30 Jahren seit ihrer Gründung rein rechnerisch gespendet. Insgesamt sind 1,4 Milliarden Euro gemeinnützigen Organisationen und Projekten in der Metropolregion Rhein-Neckar zugutegekommen.
Was sich hinter der unvorstellbar hohen Summe verbirgt, hat die Stiftung am 11. September bei einer Jubiläumsgala präsentiert. Johannes B. Kerner moderierte die Veranstaltung, die zeigte, wie die Stiftung seit 30 Jahren die Region fördert: Bewegung stellt in allen Bereichen ihrer Arbeit ein zentrales Element dar. Nicht nur im Sport, sondern auch in den Förderbereichen Medizin, Bildung und Soziales.
Herzensangelegenheit Medizin
„Wir unterstützen das Gemeinwohl in all seinen Facetten“, sagte Geschäftsführer Daniel Hopp. Er betonte, die Stiftung habe stets zum Ziel, nicht nur punktuell zu helfen, sondern nachhaltig zu wirken. Daniel Hopp würdigte das Engagement seines Vaters, für den die Stiftung eine echte Herzensangelegenheit sei. Die erste Förderung galt einem Strahlengerät zur Behandlung von Hirntumoren bei Kindern. Schon bald kamen andere medizinische Projekte in Kliniken in der gesamten Region hinzu. Ein Projekt, das weit über die Region hinaus strahlt, ist das Neugeborenenscreening, das die Dietmar Hopp Stiftung seit über 20 Jahren fördert. Durch die Entnahme eines einzigen Tropfens Blut bei Neugeborenen können zahlreiche Stoffwechselerkrankungen festgestellt werden. Durch die frühzeitige Behandlung werden schwere Verläufe oder gar der Tod verhindert. Heute ist das Screening bundesweit etabliert.
Ein weiteres Projekt, das dem Stifter besonders am Herzen liegt, ist der Neubau des Hopp-Kindertumorzentrums Heidelberg (KiTZ), der Forschung und Behandlung in bundesweit einzigartiger Form unter einem Dach vereint. Die größte bislang zugesagte Spende in Höhe von 100 Millionen Euro kommt dem Herzzentrum Heidelberg zugute. Der Bewegungsaspekt spielt auch im medizinischen Bereich eine immer wichtigere Rolle für das Engagement der Stiftung, sei es in der Vorbeugung oder Behandlung von Krankheiten.
Förderung des Jugendsports
Im Förderbereich Sport geht es nicht nur um Bewegung. Ein besonderes Augenmerk der Stiftung liegt auf einer umfassenden Förderung, die Kinder und Jugendliche auch in schulischen und sozialen Belangen unterstützt. Die Gäste erfuhren von Handballer David Späth, Fußballerin Tabea Sellner, Golfer Moritz Lampert sowie den NHL-Eishockeyspielern Mo Seider und Tim Stützle, wie sich die Jugendförderung der Stiftung positiv auf ihre Karrieren im Sport und darüber hinaus ausgewirkt hat. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Verein Anpfiff ins Leben e. V., den Dietmar Hopp vor fast 25 Jahren zusammen mit Anton Nagel ins Leben gerufen hat. Er setzt Maßstäbe in der Nachwuchsförderung ebenso wie etwa in der Vereinsberatung.
Soziales Engagement in allen Lebenslagen und -altern
Von Beginn an spielten soziale Aspekte eine wichtige Rolle in der Arbeit der Stiftung. Sie betreffen zum Beispiel den Senioren- und Hospizbereich oder die Förderung von Projekten für Menschen mit Beeinträchtigungen sowie für Familien, Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus widmet sich die Stiftung aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen, indem sie etwa die Tafeln oder Frauenhäuser in der Region unterstützt.
Ein langjähriger Förderpartner der Dietmar Hopp Stiftung ist der Verein FortSchritt St. Leon-Rot. Eindrucksvoll berichteten bei der Festveranstaltung Vertreter des Vereins, wie durch die Unterstützung der Dietmar Hopp Stiftung Kinder mit zerebralen Bewegungsstörungen lernen können, auf eigenen Füßen zu stehen – sei es durch die so genannte Petö-Förderung oder durch den Einzug in eine integrative WG, in der sie weitgehend selbstständig ins Erwachsenenleben starten.
Bildung durch Bewegung
Bildung ist ein Grundstein dafür, dass Kinder und Jugendliche auf eigenen Füßen stehen können. Deswegen engagiert sich die Stiftung im Bildungsbereich. Im Fokus steht dabei die Bewegungsförderung. In einem Bühnen-Talk gingen Stiftungsleiterin Heike Bauer und die ehemaligen Profisportler Franziska van Almsick, Felix Neureuther und Oliver Caruso auf die Bedeutung von Bewegung im Bildungsbereich ein. Bauer erklärte, die Dietmar Hopp Stiftung wolle sich künftig verstärkt auf diesen Aspekt konzentrieren: „Statistiken zeigen, dass sich Kinder heute viel zu wenig bewegen. Das hat Auswirkungen auf ihre Gesundheit, aber auch auf ihre kognitiven Fähigkeiten. Deshalb wollen wir gemeinsam mit Schulen dafür sorgen, dass Bewegung als fester Bestandteil im Lernprozess etabliert wird. Um bewegungsfördernde Veränderungen zu ermöglichen, unterstützen wir bewegungsfreundliche Schulhöfe in Kombination mit einer entsprechenden Schul- und Unterrichtsgestaltung.“
Gesellschaftliche Bedeutung von Stiftungen
Die Dietmar Hopp Stiftung ist nah an den Menschen und Themen, die die Region bewegen. Darüber hinaus leistet sie – wie Stiftungen überhaupt – einen wichtigen Beitrag für die Zivilgesellschaft und zum Erhalt der Demokratie, wie Joachim Gauck, Bundespräsident a. D., in seiner Festrede hervorhob: „Die Dietmar Hopp Stiftung zeigt auf eindrucksvolle Weise, was verantwortungsvolles Handeln vermag: Sie gibt nicht nur Mittel, sondern schenkt Menschen Hoffnung und Möglichkeiten. Ihr Engagement stärkt das Gemeinwohl, eröffnet Zukunftsperspektiven und ist Ausdruck gelebter Verantwortung für unsere Demokratie und unsere Gesellschaft."
Für das Land Baden-Württemberg hielt Finanzminister Dr. Danyal Bayaz ein Grußwort. Er betonte: "Die Dietmar Hopp Stiftung steht seit 30 Jahren für gelebte Verantwortung und nachhaltiges Engagement in der Rhein-Neckar-Region. Mit seiner unternehmerischen Weitsicht hat Dietmar Hopp nicht nur SAP zu einem Weltunternehmen gemacht, sondern immer auch die Menschen vor Ort im Blick gehabt. Das ist eine ganz besondere Verbindung von Weltoffenheit und Bodenständigkeit, von Unternehmergeist und Gemeinsinn, das passt einfach zu unseren Werten in Baden-Württemberg. Dieses Engagement ist Vorbild und dafür danke ich im Namen der Landesregierung herzlich und wünsche der Dietmar Hopp Stiftung weiterhin viel Erfolg für die Zukunft."
hopp! bewegt
Schon vor dem offiziellen Festakt in der SAP Arena hat die Stiftung seit dem Frühjahr zusammen mit der Bevölkerung unter dem Motto hopp! bewegt ihr Jubiläum gefeiert: Fast alle der 19 alla hopp!-Kommunen in der Region haben zu Bewegungs- und Begegnungsfesten für Groß und Klein eingeladen.
Die Feste haben gezeigt, welch großer Beliebtheit sich die alla hopp!-Anlagen nach rund zehn Jahren immer noch erfreuen. Sie sind Anziehungspunkt für Bewohner und Gäste der Kommunen und animieren – genau wie es sich Stifter Dietmar Hopp bei ihrer Errichtung gewünscht hatte – zu Bewegung und Begegnung zwischen den Generationen.
Ein starker Partner in der Region
Die Aktion alla hopp! ist die wohl bekannteste Förderaktion, die die Dietmar Hopp Stiftung selbst initiiert hat. In der Regel fördert die Stiftung auf Antrag: Organisationen und Projekte, die als gemeinnützig anerkannt sind und sich in der Metropolregion Rhein-Neckar befinden, können einen Antrag in einem der vier Förderbereiche stellen. Sowohl bei der Prüfung der Anträge als auch im Falle einer Förderung arbeitet die Stiftung eng mit ihren Partnern zusammen, steht auch gern mit Rat zur Seite, um zum nachhaltigen Erfolg eines Projekts beizutragen.
Die Anwesenheit zahlreicher Förderpartner bei der Jubiläumsfeier sei eine Bestätigung und Anerkennung der Arbeit der Dietmar Hopp Stiftung, betonte Daniel Hopp: „Es ist eine große Freude und Ehre, so viele geschätzte Förderpartner hier zu sehen, die unsere Vision tagtäglich mit Leben füllen!“












