Generationen übergreifender Spaß mit der Tovertafel

„Toor! Toor!“ schallt es durch das Caritas-Seniorenzentrum St. Leon-Rot, Stimmen von Kindern und Erwachsenen jubeln durcheinander. – Der benachbarte Kindergarten ist zu Gast und die Fünfjährigen spielen voller Elan und Begeisterung mit den zum Teil an Demenz erkrankten Bewohnerinnen und Bewohnern mit einer so genannten Tovertafel.

Der Begriff Tovertafel kommt aus dem Niederländischen und steht für Zaubertisch. „Dass diese moderne Pflegetechnik wirklich zaubern kann oder zumindest verzaubert, sieht man sofort, wenn man den demenzkranken Menschen beim Spielen zuschaut, ihre leuchtenden Augen sieht und ihr Lachen hört“, sagt Meike Leupold, stellvertretende Leiterin der Dietmar Hopp Stiftung. Im Rahmen der Förderaktion „Greifbares Glück – Menschen mit Demenz spielerisch aktivieren“ hat die Stiftung im Juli bereits zum achten Mal zehn Tovertafel-Pakete an gemeinnützige Senioreneinrichtungen in der Metropolregion Rhein-Neckar gespendet.

Aber nicht nur die Augen von Seniorinnen und Senioren leuchten: Auch Kinder sind begeistert von den vielen bunten Bildern und Spielen, die die Tovertafel bietet. Unermüdlich und ebenso intuitiv wie ihre älteren Mitspieler schießen sie beim Fußball Tore, putzen Besteck, backen eine Geburtstagstorte oder lassen Blumen durch kreisende Bewegungen auf dem Tisch wachsen. „Warum kommt auf dieser Seite keine Blume“, fragt ein Mädchen verwundert, wird aber von ihrer älteren Sitznachbarin gleich beruhigt: „Hier kommt auch gleich eine!“ – Und so ist es und das Spiel kann weitergehen.

„Durch das niedrigschwellige Angebot kommen Kinder und Senioren leicht in Kontakt, es gibt keine Berührungsängste“, betont Anke Welscher, Leiterin des Caritas-Seniorenzentrums St. Leon-Rot. „Es ist auch toll zu sehen, wie Enkelkinder nun gern die Oma oder den Opa im Heim besuchen, weil sie sich auf das gemeinsame Spiel mit der Tovertafel freuen“, sagt sie und berichtet etwa von einer Fünfjährigen, die früher aus dem Urlaub zurückfahren wollte, um mit der Urgroßmutter im Seniorenzentrum mit der Tovertafel zu spielen. Die Einrichtung in St. Leon-Rot hat im Rahmen der Förderaktion im Januar ein Tovertafel-Paket erhalten. „Wir sind total begeistert, wie unsere Bewohnerinnen und Bewohner im Rahmen ihrer Fähigkeiten mitmachen und sichtlich aufblühen“, so Welscher.

Rund 30 Spiele, die die Tovertafel momentan umfasst, machen Spaß und trainieren Fähigkeiten, die im Alter nicht mehr ganz selbstverständlich sind. Während klassische Spiele wie Memory als Gedächtnistraining dienen, können Spiele wie „Schlag den Maulwurf“ die Reaktionsfähigkeit fördern. Musikspiele eignen sich besonders für Menschen, die an Demenz erkrankt sind und oft gut auf musikalische Reize reagieren.

Die Dietmar Hopp Stiftung spendet im Rahmen ihrer Förderaktion insgesamt 100 Tovertafel-Pakete im Gesamtwert von 13,2 Millionen Euro. Die Förderaktion endet im September, die Bewerbungsfrist ist bereits abgelaufen.

Informationen zur Förderaktion unter www.greifbares-glueck.de.