Bewegung gegen Demenz zur Steigerung der Lebensqualität

Am Karlsruher Institut für Technologie wurde ein demenzspezifisches, multimodales Bewegungsprogramm entwickelt. KIT Projektteam Bewegung gegen DemenzDie Teilnehmer des Projekts „Bewegung gegen Demenz“ werden kognitiv fitter. KIT Projektteam Bewegung gegen DemenzViele Ideen, die aus diesem Projekt entstanden sind, dienen anderen Einrichtungen als Inspiration. KIT Projektteam Bewegung gegen Demenz
Ort:Metropolregion Rhein-Neckar & Raum Karlsruhe
Zielsetzung:Lebensqualität bei Demenz-Patienten verbessern
Projektpartner:Karlsruher Institut für Technologie, Institut für Sport und Sportwissenschaft
Laufzeit:2014-2018
Förderhöhe:660.494 €

In Deutschland leiden acht Prozent aller Personen über 65 Jahre unter Demenz, weltweit werden laut der Weltgesundheitsorganisation WHO bis 2050 rund 152 Millionen von dieser Krankheit betroffen sein. Das Institut für Sport und Sportwissenschaft des Karlsruher Instituts für Technik (KIT) hat unter der Leitung von Prof. Dr. Alexander Woll ein Projekt namens „Bewegung gegen Demenz“ ins Leben gerufen, das von der Dietmar Hopp Stiftung mit 660.494 Euro unterstützt wurde. Ziel dieses Projekts ist, die Lebensqualität der Betroffenen durch eine Verbesserung der kognitiven und motorischen Leistungsfähigkeit zu steigern.

„Es ist schön zu sehen wie sich die Teilnehmer verbessern und sich immer mehr merken können. Sie werden kognitiv fitter“, haben die Betreuungskräfte festgestellt. Und auch bei den teilnehmenden Einrichtungen kommt das Programm hervorragend an. „Die Bewegungsreise ist zu einer tollen Erweiterung unseres Aktivierungsangebots geworden und bei der Gestaltung dienen uns viele Ideen aus dem KIT-Projekt als Inspiration“, sagt etwa Sabine Heinle vom Sozialkulturellen Dienst der Seniorenresidenz Niederfeld in Mannheim.

„Die Zahl der von Demenz betroffenen Personen alarmierend“, sagt Henrik Westerberg, Referent Sport der Dietmar Hopp Stiftung. „Demenz wird in der Gesundheitsforschung als Zukunftsthema gesehen, daher unterstützen wir die Maßnahmen und Studien mit sportwissenschaftlichem Ansatz zur Bekämpfung des Problems schon heute.“ Über einen Zeitraum von fünf Jahren seit Frühjahr 2014 stellte die Dietmar Hopp Stiftung Mittel zur Entwicklung des Programms inklusive der dafür notwendigen wissenschaftlichen Vor- und Nachbegleitung zur Verfügung.

Verbesserung der Selbstständigkeit im Alltag

Im Mittelpunkt des Projektes stand die Entwicklung und Evaluierung eines demenzspezifischen, multimodalen Bewegungsprogrammes (DMB), das motorische und kognitive Aufgaben verknüpft und den Teilnehmern Spaß und Freude an der Bewegung vermitteln soll. In die entsprechende Interventionsstudie wurden 344 Personen zwischen 66 und 102 Jahren eingeschlossen, damit ist sie eine der größten bislang auf diesem Gebiet durchgeführten Studien. In vier Wellen waren 45 geschulte Trainer und 46 Testleiter für „Bewegung gegen Demenz“ 26 Monate lang im Einsatz.

„Die Ergebnisse zeigen, dass das speziell entwickelte DMB einen positiven Einfluss auf kognitive Funktionen und motorische Fähigkeiten bei Personen mit Demenz hat und dass sich je nach Untersuchungsbereich zwischen 35 und 51 Prozent der Personen in der Interventionsgruppe verbessert haben und eindeutig von diesem Programm profitieren“, sagt Prof. Dr. Woll.

Mit diesen Ergebnissen könne verdeutlicht werden, dass der Erfolg des Bewegungsprogramms von den jeweiligen kognitiven und motorischen Voraussetzungen des Individuums abhängig zu sein scheint. Zudem sei von den teilnehmenden Pflegeeinrichtungen von einer Verbesserung oder zumindest Stabilisierung der Selbstständigkeit im Alltag der Betroffenen berichtet worden. „Im Gegensatz zu medikamentösen Therapien zeigt ein solches Bewegungsangebot vielfältige positive Nebenwirkungen, zum Beispiel auf die Leistungsfähigkeit oder die Bewältigung des Alltags“, so Prof. Dr. Woll.

Stand: April 2019

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