Ein großes Herz für das Herz

Gemeinsam für digitalisierte Spitzenmedizin (v.l.n.r.): Klinikdirektor der Kardiologie, Angiologie und Pneumologie Prof. H. Katus, Kaufmännische Direktorin I. Gürkan, Stifter Dietmar Hopp, Leitende Ärztliche Direktorin Prof. A. Grüters-Kieslich, Wissenschaftsministerin T. Bauer"Es sterben mehr Menschen an Herz-Kreislauferkrankungen als an Krebs", erläutert Dietmar Hopp die größte Einzelspende seiner Stiftung. Links im Bild: Projektinitiator und der rennommierte Kardiologe Prof. H. Katus(v.l.n.r.) Kaufmännische Direktorin I. Gürkan, Leitende Ärztliche Direktorin Prof. A. Grüters-Kieslich und Ministerin T. Bauer: "Heidelberg möchte weltweit die besten Köpfe anziehen, die Früchte werden sehr bald beim Patienten ankommen." Der Ärztliche Leiter der Kardiologie, Angiologie und Pneumologie Prof. H. Katus (r.) bedankte sich im Namen der Patienten, des Klinikpersonals und der Menschen der Region bei Stifter Dietmar Hopp (l.)Ministerin Theresia Bauer (m.) und Prof. Dr. Hugo Katus (r.) bedanken sich bei Stifter Dietmar Hopp (l.) Herzoperation im neuen kinderherzchirurgischen Operationssaal. Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützt die Heidelberger Kinder- und Jugendmedizin ihrem Bestehen. Foto: Universitätsklinikum HeidelbergIm von der Dietmar Hopp Stiftung bereits geförderten Kardio-MRT-Zentrum steht auch ein 3 T-MRT-Gerät mit besonders hoher Auflösung zur Verfügung. Foto: Universitätsklinikum HeidelbergDie Operation des kleinen Julian im Jahr 2015 war für die Spezialisten der Heidelberger Kinderherzchirurgie eine Herausforderung, denn noch nie hatten sie ein so kleines Kind operiert. Mittlerweile haben sie bereits die tausendste Operation mit Herz-Lungen-Maschine in den von der Dietmar Hopp Stiftung finanzierten Operationssälen durchgeführt. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg
Ort:Heidelberg
Zielsetzung:Ein Zentrum für interdisziplinäre Spitzenherzmedizin
Projektpartner:Universitätsklinikum Heidelberg
Laufzeit:2018–2024
Förderhöhe:100.000.000 €

Am Anfang stand ein großer Gedanke, der eigentlich nicht gedacht werden durfte: Wäre es umsetzbar, ein Herzzentrum auf höchstem wissenschaftlichem Niveau zu bauen, in dem von der Kardiologie bis zur Kinderherzchirurgie endlich alle herzmedizinischen Disziplinen unter einem Dach zum Wohle der Patienten arbeiten? Und das unter Einbindung modernster Technik, mit digitalen Arbeitsabläufen und mit Unterstützung künstlicher Intelligenz?

Der renommierte Heidelberger Kardiologe und Ärztliche Leiter der Inneren Medizin III, Prof. Hugo Katus, hat diesen Traum schon lange. Als er Stifter und Mäzen Dietmar Hopp, selbst ehemaliger Patient in der Kardiologie, von seinen Ideen erzählte, ließ dieser sich die Notwendigkeit und die Vorteile eines solchen Zentrums präsentieren. Seine Entscheidung stand schnell fest: „Die Idee, in Heidelberg ein Herzzentrum mit überregionaler Strahlkraft, auf höchstem wissenschaftlichen Niveau zu errichten, überzeugte mich sofort. Eine exzellente, digitale Gesundheitseinrichtung, welche alle Schwerpunkte der Herzmedizin unter einem Dach vereint, ist visionär. Seit der Stiftungsgründung fördere ich die Medizin, um Menschen zu helfen. Die Therapie von Herzpatienten kann in einem solch herausragenden Zentrum entscheidend verbessert werden“, erklärt Dietmar Hopp seine Förderentscheidung für das Herzzentrum. „Mit der größten Einzelspende der Dietmar Hopp Stiftung seit ihrem Bestehen möchte ich die Spitzenherzmedizin in Heidelberg stärken und mit dem Neubau alle Möglichkeiten für eine digital-unterstützte Patientenversorgung und Forschung eröffnen“, so Dietmar Hopp.

Die Spendensumme von 100 Millionen Euro ist für manche selbst als Zahl kaum vorstellbar. Darüber hinaus waren noch zwei weitere Faktoren entscheidend, damit aus einer mutigen Idee ein konkreter Plan werden konnte: Der Motor und Initiator Prof. Hugo Katus gewann die Unterstützung des Klinikumsvorstandes sowie des Landes Baden-Württemberg. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer kann zwar keinen finanziellen Beitrag aus ihrem Ministerium für das Herzzentrum bereitstellen, dennoch unterstützt sie das Vorhaben durch die Förderung anderer, wichtiger Projekte am Universitätsklinikum Heidelberg wie die Sanierung der Kopfklinik. Sie betont, dass es wichtig ist, gute Bedingungen zu schaffen, um an der Spitze einer Bewegung zu stehen, die sich wissenschaftlicher Fortschritt nennt. Zustimmung erhält das Herzzentrum auch von Prof. Annette Grüters-Kieslich, der Leitenden Ärztlichen Direktorin und Vorstandsvorsitzenden des Universitätsklinikums. Sie betont, dass von den zehn häufigsten Todesursachen sechs Herz-Kreislauf-Erkrankungen betreffen. Medizinische Zentren sollen die Patientenversorgung verbessern, indem die medizinischen Disziplinen noch verzahnter miteinander als bisher arbeiten: von der Diagnosestellung bis zur Reha sollen sich altbekannte Fächerstrukturen auflösen und z.B. Kinderärzte mit Chirurgen und Internisten noch enger als bisher zusammenarbeiten. Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums, bedankt sich für das Vertrauen von Dietmar Hopp und dem Land: „Das Herzzentrum wird überregionale Strahlkraft entfalten. Diese erneute Baustelle auf dem Campus wird natürlich eine Herausforderung für uns. Wir bedanken uns für das in uns gesetzte Vertrauen und freuen uns über diese einmalige Chance, den Heidelberger Campus um ein Herzzentrum von überregionaler Bedeutung zu ergänzen.“

Das geplante Herzzentrum

Der Bau des Herzzentrums ist von 2020 bis 2024 vorgesehen. Gebaut werden soll auf der Fläche der ehemaligen, stillgelegten Kinderklinik im Neuenheimer Feld 153 und angrenzenden Nebengebäuden. Das Herzzentrum wird rund 16.700 m² Nutzfläche umfassen. In der Einrichtung sind 220 Betten, davon 95 Intensiv- und Intermediate Care-Betten geplant. Verstärkt wird die Spitzenherzmedizin durch neun Operationssäle, davon mindestens zwei Hybrid-OPs. In dem Zentrum sollen Kapazitäten für jährlich rund 20.000 stationäre und 80.000 ambulant versorgte Patienten geschaffen werden. Besonders wichtig sind Unterbringungsmöglichkeiten („rooming in“) für Eltern von herzkranken Kindern. Folgende Bereiche werden in das Herzzentrum einziehen: Kardiologie (Innere Medizin III, Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. med. Hugo A. Katus), Herzchirurgie (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. med. Matthias Karck), Pädiatrische Kardiologie/Angeborene Herzfehler (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. med. Matthias Gorenflo) und Kinderherzchirurgie (Leiter: Leiter Prof. Dr. Tsvetomir Loukanov).

Die Weichen sind nun gestellt für den Beginn des großherzigen Projekts. Der erste Meilenstein, die Pressekonferenz zur Verkündung der Großspende von Dietmar Hopp, rief überregionales Interesse hervor. Prof. Katus versucht nun sich und andere zu beruhigen, noch etwas auszuharren, bis das Zentrum fertig ist und verweist auf das Herz an sich: „Das Herz ist dauernd in Bewegung und trotzdem hat es das, was man Ruhe nennt.“ Dietmar Hopp blickt gemeinsam mit Prof. Katus und allen Projektbeteiligten zuversichtlich und stolz in die Zukunft. „Das Herzzentrum ist das mit Abstand größte Projekt aller Zeiten in meiner Stiftung. Auch für sie sind 100 Millionen Euro viel Geld. Aber wenn man helfen kann, wo über Leben und Tod entschieden wird, sollte man nicht zu lange nachdenken.“
Die Dietmar Hopp Stiftung fördert das Vorhaben mit insgesamt 100 Millionen Euro, das Gesamtvolumen wird rund 200 Millionen Euro betragen. Bauherr ist das Universitätsklinikum Heidelberg mit einem Eigenanteil von 100 Millionen Euro.

Stand: November 2018

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