Eine neue Dimension in der Herzforschung

Herz-Ultraschallaufnahmen werden am Bildschirm farblich kodiert angezeigt und geprüft. Foto: Universitätsklinikum HeidelbergAufbau der Schallapparatur des neuen Ultraschallgeräts. Foto: Universitätsklinikum HeidelbergÜbergabe des neuen Ultraschallgeräts: Prof. Hugo Katus, Katrin Tönshoff und Dietrich von Fournier (beide Dietmar Hopp Stiftung) sowie Assistenzarzt Dr. Lorenz Lehmann (v.l.n.r.). Foto: Universitätsklinikum Heidelberg
Ort:Heidelberg
Zielsetzung:Neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten entwickeln
Projektpartner:Universitätsklinikum Heidelberg
Laufzeit:2012
Förderhöhe:350.000 €

Bei rund der Hälfte aller Todesfälle in Deutschland sind Herz-Kreislauferkrankungen die Ursache. Immer mehr Menschen leiden an Herzschwäche. Neben Alter, Folgeerkrankungen, z. B. nach einem Herzinfarkt oder bei Virusinfektionen, Umweltfaktoren wie Stress, Rauchen und Ernährung, spielen meist auch genetische Veränderungen eine wichtige Rolle.

Einblicke in die Architektur des Herzens in höchster Präzision eröffnet eines der modernsten Ultraschallgeräte für die Erforschung von Herzerkrankungen im Tiermodell, das seit November 2012 am Universitätsklinikum Heidelberg im Einsatz ist. Ärzte und Wissenschaftler untersuchen damit die Ursachen der Herzschwäche und anderer Herzerkrankungen und entwickeln neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. „Das neue Ultraschallgerät ermöglicht es uns, an speziell entwickelten Tiermodellen die genetischen Grundlagen der Herzschwäche genau zu untersuchen“, erklärt Professor Dr. Hugo Katus, Ärztlicher Direktor der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg und Heidelberger Standortsprecher im Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung.

Das hochmoderne Gerät stellt Gewebestrukturen in vielfach höherer Auflösung dar, als dies bislang möglich war. Zeitgleich zur Ultraschalluntersuchung können die Forscher weitere wichtige Parameter ermitteln wie Herzmasse und Herzvolumina, Bewegungsgeschwindigkeit, Kontraktionskraft, Blutfluss, Atmung, Temperatur und elektrische Ströme (Elektrokardiogramm, EKG). Erstmals lassen sich im Tiermodell sowohl die Entwicklung einer Herzschwäche und ihre exakten Auswirkungen auf das Herz als auch Therapieerfolge präzise verfolgen. Dabei eignen sich Maus- und Zebrafischmodelle besonders: Von Molekülebene bis hin zum schlagenden Herzen lassen sich wesentliche funktionelle Abläufe sehr gut auf den Menschen übertragen. Katrin Tönshoff, Leiterin der Dietmar Hopp Stiftung: „Wir freuen uns, dass das hochmoderne Gerät mehreren Arbeitsgruppen der kardiologischen Klinik in der Bildgebung des Herzens optimale Forschungsbedingungen bietet.“

Die Dietmar Hopp Stiftung finanzierte die Anschaffung des Geräts mit einer Spende in Höhe von 350.000 Euro. Die Forschungsprojekte werden im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) durchgeführt.

Zur Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg

Zum Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Erkrankungen e.V.

Übersicht Förderbereich Medizin

Projektpartner