Hirntumore – aussagekräftige Bildinformationen

Eigens entwickelte rechnerische Verfahren erlauben es, die Erkenntnisse, die mit unterschiedlichen bildgebenden Methoden gewonnen wurden, in einem einzigen Bild zusammenzufassen. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Ort:Heidelberg
Zielsetzung:Aussagekräftige Bildgebung
Projektpartner:Universitätsklinikum Heidelberg
Laufzeit:2011-2013
Förderhöhe:117.600 €

Am häufigsten von Tumoren des Gehirns betroffen sind Menschen im mittleren und höheren Lebensalter. Zumeist leiden sie an einem sogenannten Glioblastom, einem sehr bösartigen Tumor mit schlechter Prognose. Es wird intensiv erforscht, wie die Diagnose und Therapie des Glioblastoms verbessert werden kann. Moderne bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanz-Tomographie, kurz MRT, haben daran bedeutenden Anteil.

Der Nutzen von MRT-Bildern besteht zunächst darin, das Ausmaß der Tumorerkrankung vor einer Operation zu bestimmen oder eine als bösartig verdächtigte Region gegen eine entzündliche Veränderung abzugrenzen. Eine weitere wesentliche Aufgabe der Bildgebung ist es, ein eventuelles Wiederauftreten des Tumors (Rezidiv) nach zunächst erfolgreich verlaufener Therapie möglichst frühzeitig zu erkennen. Herkömmliche MRT-Techniken stützen sich dabei auf veränderte Signale im sogenannten T2-gewichteten Bild; auch Störungen der Blut-Hirn-Schranke können auf ein Rezidiv hinweisen. Beide Kriterien sind hochsensitiv lassen es jedoch letztlich nicht zu, Tumorrezidive verlässlich von harmloseren Veränderungen des Gehirns, die beispielsweise Folge der Therapie sein können, zu unterscheiden.

Das Ziel des von der Dietmar Hopp Stiftung geförderten Projekts ist es, neue MRT-Techniken zu entwickeln, damit Patienten mit Hirntumoren besser diagnostiziert und nachbetreut werden können. Dazu wird beispielsweise die Magnetresonanz-Spektroskopie genutzt, die auf den Stoffwechsel des Tumors hinweisen kann. Ein anderes Verfahren, die sogenannte perfusionsgewichtete MRT, lässt beurteilen, wie der Tumor mit Blutgefäßen versorgt ist; die dynamische kontrastverstärkte MRT hilft zu erkennen, in welchem Ausmaß die Blut-Hirn-Schranke gestört ist. Zu diesen funktionellen MRT-Verfahren kommen weitere neue Techniken hinzu, die in die Mikrostruktur des Tumors blicken lassen.

Eigens entwickelte rechnerische Verfahren erlauben es, die Erkenntnisse, die mit unterschiedlichen bildgebenden Methoden gewonnen wurden, in einem einzigen Bild zusammenzufassen. Die in ein Bild integrierten Detailinformationen ermöglichen dem Arzt eine raschere und präzisere Diagnose. „Wir hoffen, unsere bislang in der Forschung erarbeiteten Kenntnisse schon bald im klinischen Alltag anwenden zu können.“, so Professor Martin Bendszus von der Abteilung Neuroradiologie des Universitätsklinikums Heidelberg.

Die Dietmar Hopp Stiftung förderte das Projekt zur Verbesserung der Diagnose und Nachbetreuung von Hirntumoren-Patienten mit 117.600 Euro.

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