Krebs individuell bekämpfen

Ziel des Förderprojekts ist es, jedem Patienten eine Erbgutanalyse und darauf aufbauend eine individuelle Therapieempfehlung anzubieten. Foto: NCT / Philip BenjaminUmfangreiche Erbgutanalysen von Krebszellen haben gezeigt: Jeder Tumor ist anders und jeder Krebspatient muss individuell behandelt werden. Foto: NCTBild anlässlich der Pressekonferenz am 20. Mai 2014: v.l.n.r.: Prof. Guido Adler, Peter Pohl, Prof. Dirk Jäger, Dr. Werner Eberhardt, Prof. Christof von Kalle, Dietmar Hopp, Dr. Friedrich von Bohlen, Prof. Otmar D. Wiestler. Foto: Drehkreuz Videoproduction/Holger Bonrath
Ort:Heidelberg
Zielsetzung:Maßgeschneiderte Krebstherapie für jeden Patienten
Projektpartner:Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT)
Laufzeit:2014-2018
Förderhöhe:15.000.000 €

Krebs ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, deren Diagnose und Behandlung äußerste Präzision erfordert. Umfangreiche Erbgutanalysen von Krebszellen haben gezeigt: Jeder Tumor ist anders und jeder Krebspatient muss individuell behandelt werden. Um Krebs bekämpfen zu können, sind die rasche und richtige Diagnose, die individuelle Therapie und optimale Therapieanpassung entscheidend.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), das Universitätsklinikum und die Medizinische Fakultät Heidelberg sowie die Deutsche Krebshilfe haben mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg in den letzten 10 Jahren das führende Comprehensive Cancer Center in Deutschland etabliert. Vor allem im Bereich der Genomforschung haben Wissenschaftler aus dem DKFZ und NCT entscheidende Impulse für die Entwicklung einer individualisierten Krebsmedizin gesetzt. Das DKFZ besitzt mittlerweile die zweitgrößte Sequenziereinheit Europas und bietet einer zunehmenden Zahl von Patienten im NCT eine vollständige Analyse des Erbguts ihrer Krebszellen an.

Zukünftig werden individuelle Unterschiede im molekularen Profil von Tumoren als Basis für Therapieentscheidungen herangezogen. Auf dieser Grundlage soll die individualisierte Krebsmedizin am NCT systematisch weiterentwickelt werden. Ziel ist es, ab dem Jahr 2015 jedem Patienten eine Erbgutanalyse und darauf aufbauend eine individuelle Therapieempfehlung anzubieten. „Medizinische Entwicklungen zum Wohle von Patienten und Angehörigen sind ein ganz wichtiger Schwerpunkt der Aktivitäten meiner Stiftung. Mit dem Projekt eröffnen wir allen Krebspatienten unserer Region und darüber hinaus die Möglichkeit, von den Fortschritten der individualisierten Krebsmedizin zu profitieren“, erklärt Stifter Dietmar Hopp. Dies geschieht zunächst im Rahmen klinischer Studien, später möglichst als von den Krankenkassen erstattungsfähige Leistung in der Regelversorgung. Um diese Entwicklung zu beschleunigen, arbeiten DKFZ und NCT mit führenden Technologieunternehmen wie der SAP AG, MolecularHealth und GATC Biotech zusammen.

Die zielgerichteten Therapieempfehlungen gehen an die behandelnden Ärzte und werden in klinischen Studien überprüft. Die erste umfasst etwa 50 Patienten und ist als Beobachtungs-Studie geplant. Sie soll sicherstellen, dass die Datenflüsse und Schnittstellen zwischen den Projektbeteiligten korrekt und zeiteffizient verlaufen. Eine weitere größere Studie mit ca. 1000 Patienten soll anschließend den klinischen und gesundheitsökonomischen Nutzen der individualisierten Krebsmedizin beurteilen.

Mit einer Spende in Höhe von 15 Millionen Euro unterstützt die Dietmar Hopp Stiftung die Initiative des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und NCT.

Zum NCT

Zum DKFZ

Zum Filmbeitrag von RNF

Übersicht Förderbereich Medizin

Projektpartner

Logo Nationales Centrum für Tumorerkrankungen

Datei-Download

Pressemitteilung 20.05.2014

Format:
PDF
Größe:
698kB