Leben retten durch Prävention: HPV-Schutzimpfung für Mädchen und Jungen

Henri (12) wurde geimpft. Mit nur einer weiteren Impfung in 6 Monaten ist er vor krebsfördernden HPV-Typen und der Infektion mit Genitalwarzen geschützt.Jedes Jahr könnten durch die HPV-Impfung 3500 Menschenleben gerettet werden – dies entspricht 10 vollbesetzten Flugzeugen des Typs Boeing 747. Engagiert im Kampf gegen Krebs (v.l.): Landrat a.D. M. Wilkes, Nobelpreisträger Prof. H. zur Hausen, Botschafterin S. Scherbarth, Stifter Dietmar Hopp und Geschäftsführer preventa Stiftung Dr. C. Köster.. Foto: preventa Stiftung
Ort:Metropolregion Rhein-Neckar
Zielsetzung:Ausrottung HPV-induzierter Tumore
Projektpartner:Preventa Stiftung
Laufzeit:3 Jahre
Förderhöhe:770.000 Euro

Sabrina Scherbarth erkrankte mit 34 Jahren an Gebärmutterhalskrebs. Sie ist eine von vielen Frauen, die in ihrer Jugend noch nicht die Möglichkeit hatten, sich gegen Humane Papillomviren (HPV) impfen zu lassen: „Hinter mir liegen zahlreiche Operationen und Therapien, Rückschläge und hoffnungsvolle Momente. Es gibt mir Kraft, zu wissen, dass es heute eine Impfung gibt, die vielen Mädchen und jungen Frauen diese Leiden ersparen kann. Für mich steht fest: Ich lasse meine Tochter impfen.“ Sabrina Scherbarth ist Botschafterin des Projekts „Freiwillige HPV-Schulimpfung“ der preventa Stiftung aus Mannheim.

Deutschlandweit erkranken jährlich etwa 4.600 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs und rund 1.600 versterben daran [1]. Nahezu alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs gehen auf eine meist sexuell übertragene Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV, HP-Viren) zurück. Aber nicht nur Mädchen und Frauen sind durch eine Infektion mit HPV gefährdet: HPV-Viren können auch Mund-/Rachen-sowie Anal- und Peniskrebs auslösen. Zudem können HPV-Viren unangenehme, hochansteckende Genitalwarzen verursachen. Insgesamt versterben in Deutschland jährlich etwa 3.500 Frauen und Männer an den Folgen HPV-assoziierter Tumoren [2].

Neu: Krankenkassen übernehmen Impfungen für Mädchen und Jungen

Eine Impfung kann vor Gebärmutterhalskrebs sowie weiteren Krebsarten und Genitalwarzen, die auch Männer treffen können, schützen und somit präventiv Leben retten. Seit 2007 wird von der ständigen Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen. Obwohl die Impfung auch nach neuesten Studien als äußerst sicher bewertet wird [3,4] wird die Impfung jedoch bisher bundesweit durchschnittlich nur zu 31 % in Anspruch genommen [2]. Um die Zahl HPV-bedingter Erkrankungen in Deutschland signifikant zu verringern, ist dies deutlich zu wenig – insbesondere, da auch Männer Überträger der HPV-Viren sind. Um eine wirksame sogenannte Herdenprotektion aufzubauen, von der dann auch Individuen profitieren, die nicht geimpft sind, werden somit deutlich höhere Impfraten von ca. 75 – 80 % benötigt. In Australien haben beispielsweise solch hohe Impfquoten bei Mädchen auch die HPV-bedingten Erkrankungen bei Männern deutlich gesenkt. Um das Infektionsrisiko mit HPV in Deutschland insgesamt zu verringern, hat die STIKO nun ganz aktuell (Juni 2018) eine Impfempfehlung auch für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren ausgesprochen. Dementsprechend werden die Kosten für die Impfung nun für Mädchen und Jungen auch jetzt schon von den meisten Krankenkassen übernommen.

Dr. Claus Köster gründete die preventa Stiftung, deren Ziel es ist, die HPV-induzierten Erkrankungen auszurotten. Dies ist nach seiner Meinung nur durch die Einführung einer freiwilligen Schulimpfung schnell und effektiv möglich. Ein Modellprojekt belegte, dass sich die Inanspruchnahme der HPV-Impfung durch Aufklärungsarbeit und das Angebot einer freiwilligen Schulimpfung um mehr als das Dreifache erhöhte. Ein weiteres Ziel der preventa Stiftung war es, dass die Impfung auch für Jungen empfohlen sowie von den Krankenkassen übernommen wird. Nicht zuletzt dank der unermüdlichen, engagierten Arbeit von Dr. Köster und seinem Team von der preventa-Stiftung konnte dieses erste und wichtige Ziel nun erreicht werden.

Dietmar Hopp fördert das Vorhaben seit 2015 mit insgesamt 770.000 Euro, um mehr Eltern und Jugendliche über die Möglichkeiten dieser Impfung zu informieren. Dietmar Hopp: „Die Vorstellung, meine Söhne könnten an Krebs erkranken, war mein Antrieb, mich seit der Gründung meiner Stiftung auch im Kampf gegen Krebs zu engagieren. Mit der Unterstützung des Impfprojekts gegen HPV greife ich eines meiner ersten Anliegen wieder auf. Die Möglichkeit, dass Männer und Frauen durch eine Impfung gar nicht erst an Krebs erkranken, finde ich außerordentlich unterstützenswert.“

Nobelpreisträger Prof. Harald zur Hausen legte mit seinen Forschungsarbeiten am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) die Grundlage für den später entwickelten HPV-Impfstoff. Prof. Harald zur Hausen unterstützt das Projekt seit Beginn an und begleitet auch die preventa Stiftung.

Über die preventa Stiftung

Die preventa Stiftung wurde 2017 gegründet und hat zum Ziel, Gesundheit durch Prävention zu schaffen. Der Fokus soll von Krankheit weg hin zur Gesundheit und präventivem Bestreben gelenkt werden. Das Projekt „Freiwillige HPV-Schulimpfung“ ist das erste Leitprojekt der Stiftung und übermittelt deren präventiven Grundgedanken. Durch das Projekt soll der Grundstein gelegt werden, die HPV-Impfrate landesweit und letztlich bundesweit anzuheben und somit HPV-induzierte Tumore auszurotten. Im Zuge dessen setzt die preventa Stiftung Aufklärung als einen ebenso wichtigen Baustein ein, um die Gesundheitskompetenz zu steigern. Zukünftig nimmt sich die preventa Stiftung in Zusammenarbeit mit wichtigen politischen Partnern und im Gesundheitswesen agierenden Akteuren dieser Thematik an. So werden alle entscheidungsträchtigen Instanzen vereint, um gemeinsam Gesundheit zu fördern. Die Stiftung wird vertreten durch den Gründer Dr. Claus Köster und hat ihren Sitz in Mannheim. Die Stiftung ist in erster Linie in der Metropolregion Rhein Neckar tätig, möchte zukünftig ihr Vorhaben zunehmend über die Grenzen an alle Länder in Deutschland richten.

preventa Stiftung gGmbH
Dr. med. Claus Köster
Otto-Beck-Straße 48
68165 Mannheim
T: 0621 43706242
claus.koester@preventa.de
https://preventa.de

Quellen:
[1] AG HPV der Ständigen Impfkommission (STIKO): Wissenschaftliche Begründung für die Empfehlung der HPV-Impfung für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Epidemiologisches Bulletin 2018;26:233-250.
[2] Preventa Stiftung gGmbH
[3] Humane Papillomviren: Impfung ist überaus sicher. Deutsches Ärzteblatt 2018; (Dtsch Arztebl 2018; 115(20-21): A-1006 / B-850 / C-846)
[4] HPV-Impfung: Sehr effektiv, aber immer noch vernachlässigt. Deutsches Ärzteblatt 11/2016 Supplement: Perspektiven der Gynäkologie. (Dtsch Arztebl 2016; 113(11): [15])

Stand: September 2018

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