Medizin der kurzen Wege auf höchstem Niveau

Kinder können dank des Erweiterungsbaus in der Kinderklinik deutlich besser betreut werden. Foto: Universitätsklinikum HeidelbergBezugsfertig: So sehen die neuen Patientenzimmer in der Kinderklinik aus. Foto: Universitätsklinikum HeidelbergZentrum für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg: links die Aufstockung des Funktionsbaus, rechts das Haupthaus. Foto: Universitätsklinikum HeidelbergAnsprache von Dietmar Hopp anlässlich der Einweihung der Erweiterung der Kinderklinik. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg
Ort:Heidelberg
Zielsetzung:Einen gemeinsamen Ort für konservative und operative Kindermedizin erschaffen
Projektpartner:Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Universitätsklinikum Heidelberg
Laufzeit:2014-2018
Förderhöhe:12 Millionen €

Lange haben die Verantwortlichen auf dieses Ziel hingearbeitet, seit Juni 2018 ist es endlich Realität: Alle Abteilungen der Kinderklinik Heidelberg befinden sich dank eines Erweiterungsbaus, den die Dietmar Hopp Stiftung mit einer Spende von 12 Millionen Euro unterstützt hat, unter einem Dach. „Gerade für kleine Patienten und ihre Familien sind kurze Wege in einer Klinik wichtig“, sagte der Stifter anlässlich der Eröffnung am 7. Juni. „Ein modernes Arbeitsumfeld trägt dazu bei, dass kompetente Ärzte und Pfleger verschiedener Fachrichtungen erfolgreich ihre Schützlinge betreuen können. Dies unterstütze ich sehr gerne mit meiner Stiftung, die ich ja ursprünglich zu Gunsten der Kindermedizin ins Leben gerufen habe.“

Der Wunsch, den Platz im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin zu vergrößern, um alle Bereiche zusammenzuführen und dem gesteigerten Bedarf an Patientenversorgung gerecht zu werden, wurde schon vor Jahren geäußert, allerdings konnte das Land hierfür keine Mittel zur Verfügung stellen, so dass die Pläne zunächst auf Eis lagen – bis die Dietmar Hopp Stiftung im Frühjahr 2014 ihre Zusage gab. Die Aufstockung des Funktionsbaus im Gebäudekomplex Im Neuenheimer Feld 430 um knapp 1.000 Quadratmeter sowie die Aufrüstung der OP-Säle nahm knapp zwei Jahre in Anspruch. Die Anzahl der Betten erhöht sich um 40 auf insgesamt 208 Betten. Operation und Intensivversorgung gehen nun Hand in Hand.

Die Fertigstellung des Erweiterungsbaus zieht indes eine größere Rochade mit sich: Die Kliniken für Kinderheilkunde I (Allgemeine Pädiatrie, Neuropädiatrie, Stoffwechsel, Gastroenterologie, Nephrologie) unter der Leitung des Ärztlichen Direktors Prof. Dr. Georg F. Hoffmann und die Kinderheilkunde II (Pädiatrische Kardiologie, Angeborene Herzfehler) unter der Leitung des Ärztlichen Direktors Prof. Dr. Matthias Gorenflo) werden den Erweiterungsbau beziehen, während die Kinderchirurgie unter der Leitung von Chefarzt PD Dr. Patrick Günther, die bislang in der Chirurgischen Klinik untergebracht war, bis zum Jahresende die frei gewordenen Räumlichkeiten belegen wird.

Neue Intermediate Care Station ermöglicht neue Therapien

„Dass ab sofort alle Patienten durch eine Tür kommen, hat für alle Beteiligten enorme Vorteile“, sagt Prof. Dr. med. Thomas Opladen, der als Leiter der Stoffwechselstation für den Umzug dieser Abteilung verantwortlich war. „Dank des Erweiterungsbaus sind alle Kinder in einem Haus untergebracht, wodurch unser Stationsprofil geschärft wird und chronisch kranke Kinder nochmals um ein Vielfaches besser betreut werden können.“

Im Erweiterungsbau wird zudem die Abteilung Intermediate Care (IMC) entstehen. Dabei handelt sich um eine ärztlich und pflegerisch speziell ausgestattete Station, die Kinder betreuen kann, die nicht mehr auf einer Intensivstation sein müssen, aber noch zu krank oder pflegeaufwändig für eine normale Station sind. „Das gibt es zum ersten Mal in der Klinik I und ermöglicht uns dank des besseren Personalschlüssels noch mehr Zuwendung für schwer betroffene Patienten und eine detailliertere Überwachung.“ Einmalig in Süddeutschland wird sein, dass im IMC-Bereich neue Therapien für seltene Erkrankungen in klinischen Studien erprobt werden können. Prof. Dr. Annette Grüters-Kieslich, Leitende Ärztliche Direktorin und Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Heidelberg: „Wir haben hier großartige Forschungsmöglichkeiten, und darum geht es in einer Uniklinik schließlich auch: Dass man den Fortschritt befördert, und dass Kinder durch neue Therapien geheilt werden oder zumindest ihre Lebensqualität verbessert wird.“

Nicht nur auf medizinischer Ebene, auch der infrastrukturellen profitieren die jungen Patienten und ihre Familien in der Klinik von weiteren Optimierungen. „Neben den Zwei-Bettzimmern, in denen die Eltern zusammen mit ihren Kindern untergebracht werden, gibt es auch neue Dienst- und Behandlungszimmer, Spiel- und Unterrichtsräume für schulpflichtige Kinder, deren Gesundheitszustand das zulässt, sowie Räume für Beratungsgespräche und einen Elternbereich“, so Prof. Opladen. „Für das Wohlbefinden der Patienten und das Gelingen der Behandlung sind damit die besten Voraussetzungen geschaffen.“

Prof. Dr. Georg F. Hoffmann, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin, fasst die Vorteile des Erweiterungsbaus in einem Satz zusammen: „Von der Notfallversorgung über ambulante Sprechstunden bis hin zur stationären Versorgung und hochkomplexen Operationen können wir künftig allen Kindern und ihren Familien eine Medizin der kurzen Wege anbieten sowie unser Behandlungsspektrum erweitern.“ Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner sprach bei der Eröffnung von einem „Weltniveau“, auf dem die Stadt nun mitspiele.

Stand: Juli 2018

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