Präzise Augenchirurgie

Neue Lasergeräte der Universitäts-Augenklinik Heidelberg. Bild: Universitätsklinikum Heidelberg.Bei der Übergabe der neuen Lasergeräte (v.l.): Prof. Gerd U. Auffarth, Ärztlicher Direktor Universitäts-Augenklinik, Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin Uniklinikum, Katrin Tönshoff, Leiterin Geschäftsstelle Dietmar Hopp Stiftung, Prof. Mike Holzer, Leitender Oberarzt Augenklinik, Prof. Guido Adler, Leitender Ärztlicher Direktor Uniklinikum. Foto: Universitätsklinikum HeidelbergPräzise und schonend: Neue Lasergeräte in der Universitäts-Augenklinik erweitern das Behandlungsspektrum in der Augenlinsen- und Hornhautchirurgie. Bild: Universitätsklinikum Heidelberg.
Ort:Heidelberg
Zielsetzung:Neue Lasergeräte für die Augenchirurgie
Projektpartner:Universitätsklinikum Heidelberg
Laufzeit:2014
Förderhöhe:600.000 €

Die Universitäts-Augenklinik Heidelberg hat drei innovative Lasergeräte in Betrieb genommen. Dadurch wird ihr Spektrum der Behandlungsangebote bei Linsentrübung (Katarakt), Kurz- und Weitsichtigkeit sowie bei Hornhauterkrankungen nochmals erweitert. Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützt die Anschaffung der drei Geräte mit insgesamt 600.000 Euro. “Diese hochmodernen Geräte tragen wesentlich dazu bei, dass die Präzision und der Erfolg von Eingriffen an der Hornhaut und der Augenlinse weiter verbessert werden können”, sagte Katrin Tönshoff, Leiterin der Geschäftsstelle der Dietmar Hopp Stiftung, bei einer Pressekonferenz am 26. Februar 2014 in der Universitäts-Augenklinik.

Der Leitende Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg, Professor Dr. Guido Adler, dankte der Dietmar Hopp Stiftung für die großzügige Unterstützung. Dadurch könne die führende Position der Augenklinik in der Katarakt-Chirurgie und in der Behandlung von Fehlsichtigkeit ausgebaut werden. Auf die große Bedeutung der Unterstützung von Spendern bei der Anschaffung von technischen Geräten wies die Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums Heidelberg, Irmtraut Gürkan, hin. So könnten Lücken, die durch die fehlende staatliche Förderung bedingt seien, geschlossen werden. Jährlich stünden derzeit für das gesamte Klinikum nur wenige Millionen Euro für die Anschaffungen von neuen Geräten, z.T. als Ersatz für ältere Modelle, zur Verfügung, was den Bedarf in den 60 Abteilungen des Klinikums bei weitem nicht decke.

Präzise und schonende Eingriffe bei Linsen- und Hornhaut-Trübung
Bei den drei neuen Geräten in der Augenklinik handelt es sich um zwei Femtosekunden-Laser und einen Excimer-Laser. Der Femtosekunden-Laser arbeitet im Infrarotbereich und setzt extrem schnelle Laserpulse im Bereich von zehn Billiardstel Sekunden. Sowohl Hornhaut als auch Linsenkapsel werden präzise durchschnitten; der getrübte Linsenkern wird vollständig zerkleinert, so dass er mühelos abgesaugt und durch eine Kunststofflinse ersetzt werden kann. So kann die Katarakt-Operation noch exakter und sicherer durchgeführt werden. Zudem schont der Laser das Auge, da beim Schneiden keine Wärme erzeugt wird.

Bereits 2011 hat die Heidelberger Augenklinik als erste Klinik in Deutschland dieses Verfahren eingesetzt und seitdem entscheidend durch Forschungsarbeiten zur Weiterentwicklung der Geräte und ihrem Einsatz am Patienten beigetragen. “Mittlerweile haben wir mehre Hundert Patienten erfolgreich behandelt”, berichtete Professor Dr. Gerd Auffarth, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik. Der neue Laser vermisst das Auge während des Eingriffs und übertrifft das Vorläufermodell damit noch an Präzision. Er kommt zudem bei der Hornhaut-Transplantation zum Einsatz: Der Laser schneidet die getrübte Hornhaut exakt aus dem Auge, die anschließend passgenau durch eine Spender-Hornhaut ersetzt wird.

Linsentrübungen sind bei älteren Menschen sehr häufig; die Katarakt-Operation ist der weltweit häufigste Eingriff überhaupt. In Deutschland werden jährlich rund 800.000 Katarakt-Operationen vorgenommen. Eine Spenderhornhaut erhalten rund 5.000 Patienten.

Excimer-Laser beseitigt Fehlsichtigkeit
Der Excimer-Laser kann – im Gegensatz zum Femtosekunden-Laser – die Hornhaut nicht durchschneiden. Er wird bei der Behandlung von Kurz- und Weitsichtigkeit eingesetzt. Mit hochenergetischen Laserpulsen können Hornhaut-Stücke sehr präzise abgetragen und die Form der Hornhaut darunter modelliert werden, so dass sie die gewünschte Brechkraft erhält, die die Fehlsichtigkeit ausgleicht.

Zur Augenklinik

Zum Uniklinikum Heidelberg

Übersicht Förderbereich Medizin

Projektpartner