Schmerzfreie und verbesserte Diagnose von Nierenschäden bei Kindern

Assistenzärztin Dr. Anke Simon und Privatdozent Dr. Jens-Peter Schenk, Chefarzt der Sektion Kinderradiologie am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg, beim Ultraschall mit dem neuen Gerät. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Assistenzärztin Dr. Anke Simon und Prof. Jens-Peter Schenk, Chefarzt der Sektion Kinderradiologie am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg, beim Ultraschall mit dem neuen Gerät. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Ort:Heidelberg
Zielsetzung:Verbesserte Diagnostik von kindlichen Nierenerkrankungen
Projektpartner:Universitätsklinikum Heidelberg
Laufzeit:2014–2017
Förderhöhe:237.000 €

Dietmar Hopp Stiftung spendet innovatives Ultraschallgerät

Präzise Bilder erfassen Gewebeveränderungen der Niere

Der Erfolg eines von der Dietmar Hopp Stiftung unterstützten Projekts, das mit Hilfe von Druckwellen und Ultraschall die Messung der Leberfestigkeit ermöglicht und dadurch Kindern schmerzhafte Biopsien erspart, hat ein Folgeprojekt initiiert, das auf ähnlichem Wege die Diagnostik von kindlichen Nierenerkrankungen verbessert. Im Zeitraum von Januar 2014 bis Dezember 2017 unterstützte die Dietmar Hopp Stiftung das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg bei der Anschaffung eines weiteren Ultraschallgeräts und der Durchführung einer Forschungsstudie mit 237.000 Euro.

Wenn Organe sich durch Erkrankungen verändern und ihre Elastizität verlieren, ist eine frühzeitige Erkennung durch die Ärzte sehr wichtig. Moderne Ultraschallgeräte zeigen eine immer bessere Auflösung feiner anatomischer Strukturen und ermöglichen einen präzisen Einblick in die Organe. Da die Ultraschalldiagnostik im Vergleich zur Computertomographie ohne ionisierende Strahlung auskommt, ist sie die wichtigste bildgebende Methode im Kindesalter. Aber Ultraschall kann noch mehr: Neue Gerätetechniken versetzen das Gewebe von Organen in Schwingung und messen die dadurch entstehende Verformung. Bei dieser sogenannten „Elastographie-Messung“ zeigen zum Beispiel Nieren mit einem Harnstau oder Entzündung eine erhöhte Steifigkeit.

Ultraschalluntersuchungen haben in der Kinderheilkunde einen sehr hohen Stellenwert, da sie eine schonende Schnittbilddiagnostik ohne Strahlenbelastung ermöglichen. „Die hohe Auflösung des neuen Geräts erleichtert die Diagnostik deutlich und kann eventuell in Zukunft einige stärker belastende Untersuchungen wie Computer- oder Magnetresonanztomographie ersetzen“, erklärt Prof. Dr. Jens-Peter Schenk, Chefarzt der Sektion Kinderradiologie am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin in Heidelberg, der gemeinsam mit Kindernephrologin Prof. Dr. Elke Wühl dieses Projekt verantwortet hat. „In der Heidelberger Kinderradiologie werden jährlich über 10.000 Ultraschalluntersuchungen durchgeführt. Die hochwertige Geräteausstattung ermöglicht nun eine Ultraschalldiagnostik auf höchstem Niveau“, sagt Dr. Ingrid Rupp, Stiftungsleitung der Dietmar Hopp Stiftung.

Gerade die hochauflösende Computertomographie wird wegen ihrer hohen Strahlenbelastung bei Kindern so selten wie möglich eingesetzt, da sie mindestens 30 Minuten dauert und häufig den Einsatz von Beruhigungsmittel erfordert. Eine Ultraschall-Untersuchung ist hingegen in rund zehn Minuten erledigt, beliebig wiederholbar und kann im Beisein der Eltern durchgeführt werden. Beruhigungsmittel sind nicht nötig.

Über die Kinderradiologie Heidelberg
Die Kinderradiologie Heidelberg ist als Kompetenzzentrum für Pädiatrische Radiologie in Baden-Württemberg eines der wenigen Zentren in Deutschland, das auf die radiologische Diagnose von Erkrankungen im Kindesalter spezialisiert ist. Jährlich werden hier rund 25.000 Untersuchungen an ca. 12.000 Kindern und Jugendlichen vorgenommen. Die moderne technische Ausstattung erlaubt Untersuchungen bei Säuglingen, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit minimaler Strahlenbelastung. Neben der Ultraschalldiagnostik ist der Ausbau der Kernspintomographie ein weiterer Schwerpunkt der Kinderradiologie Heidelberg.

Stand: April 2018

Zur Pädiatrischen Radiologie des Universitätsklinikums Heidelberg

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