Schwerionen-Bestrahlung schwächt bösartige Hirntumoren

Behandlungsplatz mit robotergesteuertem Patiententräger und drehbarem Computertomographen. Foto: Universitätsklinikum HeidelbergFür jeden Patienten erfolgt eine individuelle Bestrahlungsplanung. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg
Ort:Heidelberg
Zielsetzung:Wachstumsbremse für Tumoren durch Kombinationstherapie
Projektpartner:Universitätsklinikum Heidelberg
Laufzeit:2009-2011
Förderhöhe:255.400 €

Bösartige Hirntumoren, so genannte Glioblastome, sind die häufigsten und bösartigsten Hirntumoren bei Erwachsenen. Sie sind gegenüber konventioneller Bestrahlung und Chemotherapie extrem widerstandsfähig und haben daher eine sehr schlechte Prognose. Standardtherapie ist derzeit die möglichst vollständige Entfernung des Tumors gefolgt von einer herkömmlichen Strahlentherapie mit Photonen, meist in Kombination mit Chemotherapie. Die durchschnittliche Überlebenszeit der Patienten beträgt ein bis zwei Jahre. Verantwortlich für die schlechte Prognose ist das rasche, erneute Wachstum der verbliebenen Tumorreste. Die Krebszellen sind in der Lage, Schäden durch Photonenbestrahlung oder Chemotherapeutika zu beheben und sich wieder zu vermehren.

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben in Laborversuchen gezeigt, dass ein neuer Therapieansatz – die Kombination von Chemotherapie mit einer Schwerionenbestrahlung – das Tumorwachstum bremsen kann. Im Rahmen einer klinischen Studie werden Patienten mit der neuen Kombinationstherapie behandelt.

Schwerionen haben sich bei anderen schwer zu behandelnden Krebsarten bereits als sehr wirksame Waffe erwiesen. „Die Ionen fügen den Krebszellen Schäden zu, die sie nur schwer reparieren können“, erklärt Privatdozentin Dr. Stephanie Combs, Leitende Oberärztin an der Universitätsklinik für Radioonkologie und Strahlentherapie. Sie leitet das Forschungsprojekt gemeinsam mit Professor Dr. Wilfried Roth, der am Pathologischen Institut des Universitätsklinikums und am DKFZ tätig ist. In Laborversuchen zeigten sie, dass Schwerionen die Zellen aus Glioblastomen deutlich stärker schädigen als die herkömmliche Strahlentherapie. In Kombination mit gängigen Chemotherapeutika verstärkte sich die Wirkung.

Das Forschungsprojekt wurde von der Dietmar Hopp Stiftung mit einer Spende in Höhe von 255.400 Euro unterstützt.

(Stand: 10. Februar 2012)

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