Strahlenbelastung senken

Zwei Patienten mit Wirbelsäulenverkrümmung: Links mit Standarddosis und rechts mit reduzierter Dosis geröntgt. In beiden Aufnahmen sind die Qualitätskriterien vollständig beurteilbar. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Ort:Heidelberg
Zielsetzung:Bessere Röntgentechnik bei Aufnahmen des Skeletts
Projektpartner:Universitätsklinikum Heidelberg
Laufzeit:2007-2013
Förderhöhe:252.000 €

Es kann bei chronischen Erkrankungen medizinisch notwendig sein, Röntgenaufnahmen häufiger zu wiederholen. Das ist beispielsweise bei Kindern und Jugendlichen der Fall, deren Wirbelsäule wegen einer Verkrümmung oder deren Becken nach dem Einbringen metallischer Implantate regelmäßig kontrolliert werden müssen. Mit jeder Röntgenaufnahme steigt jedoch auch die Strahlenbelastung über die Zeit an. Das geförderte Forschungsprojekt beschäftigte sich mit der Frage, wie die Strahlenbelastung bei häufig erforderlichen Röntgenaufnahmen reduziert werden kann.

Zunächst erfolgten Phantommessungen für spezielle Körperabschnitte. Auf diese Weise wurde eine Strahlendosis identifiziert, die 50 Prozent unter der herkömmlichen Standarddosis liegt, ohne dass es dabei zu Informationsverlusten kommt. Um die mit der reduzierten Strahlendosis erstellten Röntgenaufnahmen auswerten zu können, wurden gemeinsam mit klinischen Partnern objektivierbare Kriterien erarbeitet.

In der zweiten Projektphase wurden 290 Patienten mit Wirbelsäulenverkrümmung im Rahmen der Routinediagnostik mit normaler beziehungsweise reduzierter Dosis geröntgt. Damit gelang es, auch statistisch unter Beweis zu stellen, dass die mit reduzierter Röntgendosis erzeugten Aufnahmen den mit herkömmlicher Dosis erstellten Röntgenbildern nicht unterlegen sind. In der Heidelberger Röntgenabteilung wurden daraufhin die um 50 Prozent erniedrigte Dosis als neue Referenzdosis eingeführt.

In gleicher Weise werden infolge weitere 290 Patienten mit metallischen Implantaten im Becken geröntgt. Auch hier zeichnet sich ab, dass die dosisreduzierten Röntgenaufnahmen den mit der Standarddosis erstellten Aufnahmen nicht unterlegen sind. Derzeit wird eine ausführliche statistische Analyse der Daten vorgenommen.

(Stand: 15. Januar 2014)

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