Training am Ultraschallsimulator verbessert Pränataldiagnostik

In der Pränataldiagnostik werden Untersuchungen am ungeborenen Kind vorgenommen. Foto: Universitätsklinikum HeidelbergMit dem Ultraschallsimulator können Ärzte aus- und weitergebildet werden. Foto: iStockphoto
Ort:Heidelberg
Zielsetzung:Verbesserung der Pränataldiagnostik
Projektpartner:Universitätsklinikum Heidelberg
Laufzeit:2006-2014
Förderhöhe:440.000 €

Bilder einer Ultraschall-Untersuchung sprechen nicht für sich. Sie müssen vom untersuchenden Arzt richtig eingeschätzt und interpretiert werden. Wie sicher der Frauenarzt bei der Pränataldiagnostik aus den zweidimensionalen Schnittbildern, die das Ultraschallgerät liefert, Fehlbildungen und Erkrankungen eines ungeborenen Kindes erkennt, ist eine Frage der Erfahrung und des regelmäßigen Trainings. In der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg und bundesweit trainieren Ärzte an einem speziellen Ultraschallsimulator die Untersuchung von Schwangeren sowie die Umsetzung der Ultraschall-Bilder in eine genaue Diagnose.

Auf Initiative der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg wurde ein Ultraschall-Simulator entwickelt, der aus einer lebensgroßen Puppe und einem Computer mit Zugriff auf eine umfangreiche Datenbank mit Bildern und Befunden aus Gynäkologie, Pränatalmedizin sowie anderen medizinischen Fachbereichen besteht. Der Simulator ist in ein Schulungskonzept mit erfahrenen Tutoren und Übungseinheiten ähnlich einem Lehrbuch eingebunden. Wie im Praxisalltag weiß der Arzt bei der simulierten Untersuchung vorher nicht, welche medizinische Problematik ihn erwartet, und muss sich das richtige Vorgehen selbst erarbeiten. Dabei unterstützt ihn die Software des Systems und führt ihn schrittweise an die richtige Diagnose heran. Gleichzeitig schult er die Handhabung des Schallkopfes, die räumliche Umsetzung und medizinische Auswertung der Bilder. Zudem bietet das System die Möglichkeit, auch den Umgang mit seltenen Krankheitsbildern zu trainieren. Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Simulation einem Training mit realen Patienten praktisch gleichwertig ist und das Wiedererkennen bestimmter Krankheitsbilder, anders als bei konventionellen Ausbildungsmethoden, signifikant steigt.

Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützte die Finanzierung dieses innovativen Gerätes, der damit verbundenen Schulungen und wissenschaftlichen Begleitung mit einem Betrag in Höhe von 440.000 Euro.

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Pressemitteilung von 01.09.2010

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