Trainingsprogramme für Hochbetagte

Bewegung tut auch im hohen Alter gut. Foto: iStockphotosZiel der geriatrischen Forschung ist die Verbesserung der Betreuung und Behandlung älterer Menschen.
Ort:Heidelberg
Zielsetzung:Verbesserung der Lebensqualität demenzieller Patienten
Projektpartner:Universitätsklinikum Heidelberg
Laufzeit:2007–2013
Förderhöhe:640.000 €

In einer älter werdenden Gesellschaft gibt es immer mehr Patienten, die gleichzeitig an mehreren Krankheiten leiden. Hier gilt es, das bisherige Spezialistentum durch ein umfassendes Behandlungskonzept zu ergänzen, das den besonderen Bedürfnissen alter und hochbetagter Menschen gerecht werden kann.

Das Ziel des von der Dietmar Hopp Stiftung Projektes war zunächst der Nachweis, dass körperliches Training auch noch von Menschen mit hohem Alter absolviert werden kann. Daraufhin wurde für hochaltrige Patienten, bei denen zusätzlich leichte bis mittelschwere kognitive Einschränkungen bestanden, ein spezielles Programm mit Kraft-und Koordinationsübungen entwickelt. Wichtig für den Erfolg sind eine besondere Empathie, eine vertraute Gruppe mit einem vertrauten Übungsleiter, gut strukturierte, repetitive Übungen, kurze und klare Handlungsanweisungen sowie non-verbale Instruktionen, die es den hochbetagten Menschen erleichtern, die Übungen nachzuahmen. 2013 soll die programmbegleitende Studie abgeschlossen werden; erste Erkenntnisse sind bereits in Schulungsprogramme des Badischen Behindertensportverbands und des Deutschen Olympischen Sportbunds eingeflossen.

In einem zweiten Projekt wurde akut erkrankten geriatrischen Patienten, die gleichzeitig an Depression litten, ein gruppentherapeutisches Angebot gemacht. Es orientiert sich an der kognitiven Verhaltenstherapie und wurde der Altersgruppe entsprechend modifiziert. An der Gruppentherapie nahmen 159 Patienten teil. Nach 15 Sitzungen innerhalb von vier Monaten zeigte sich, dass sich die Depression und der körperliche Zustand der Patienten deutlich verbessert hatte. Abschließend wurden die Patienten befragt, um deren hauptsächliche Belastungsfaktoren zu identifizieren. Die Ergebnisse der Befragung werden derzeit in einem Handbuch zur Gruppentherapie geriatrischer Patienten zusammengefasst.

Sowohl das speziell ausgearbeitete kognitiv-motorische Training als auch die frühzeitig einsetzende Gruppentherapie tragen zu einer besseren und langfristig erfolversprechenderen Behandlung alter Menschen bei. Erkenntnisse aus den Studien sind bereits über Heidelberg hinaus in die klinischen Versorgung übernommen worden.

Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützte verschiedene Projekte des Geriatrischen Zentrums am Bethanien-Krankenhaus in Heidelberg mit einem Betrag in Höhe von insgesamt 640.000 Euro.

(Stand: 15. Januar 2014)

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