Weniger Strahlen und bessere Behandlung

Das neue Röntgengerät ermöglicht Aufnahmen im Stehen sowie im Sitzen. Foto: Universitätsklinikum HeidelbergNach drei Jahren des Röntgengeräts im Einsatz ziehen die Ärzte eine positive Bilanz. Foto: Universitätsklinikum HeidelbergDie EOS- Röntgenaufnahme zeigt die verkrümmte Wirbelsäule vor der Operation. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg.Die EOS- Röntgenaufnahme zeigt die Wirbelsäule nach der Operation bei Skoliose. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg
Ort:Heidelberg
Zielsetzung:Weniger Strahlenbelastung für Patienten
Projektpartner:Universitätsklinikum Heidelberg
Laufzeit:2015–2019
Förderhöhe:760.000 €

Eine der ersten Patientinnen, die mit dem hochwertigen Röntgensystem EOS am Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie am Universitätsklinikum Heidelberg untersucht wurde, ist Dilara. Bei der 16-Jährigen war die Wirbelsäule verkrümmt, sie litt an einer sogenannten Skoliose. Ständige Röntgenuntersuchungen, verbunden mit ständiger Strahlenbelastung, sind nötig, um zum richtigen Zeitpunkt eine Therapie einleiten zu können. Bei Dilara verstärkte sich die Wirbelsäulenverkrümmung im Laufe ihres Wachstums und sie hatte Schmerzen. Die Chirurgen ordneten eine Operation an, die sie dank der neuen EOS-Technologie optimal planen konnten: Üblicherweise werden Patienten im Liegen geröntgt, was eine etwas verfälschte Wirbelsäulenlage wiedergeben kann. Mit dem neuen EOS-Gerät konnten dagegen scharfe Ganzkörper-Röntgenaufnahmen im Stehen angefertigt werden, die die Verformung der Wirbelsäule von Dilara exzellent darstellten. Obwohl Ganzkörperaufnahmen gemacht wurden, war Dilara dank der neuen Methode einer viel geringeren Strahlenbelastung ausgesetzt. Mit Hilfe entsprechender Software wurde ein 3D-Modell ihrer Wirbelsäule erstellt. Die Operation verlief gut.

Das EOS-Röntgengerät wurde 2015 an der Uniklinik Heidelberg in Betrieb genommen. Das Gerät vereint zwei Techniken miteinander: Röntgen und CT. Die Ärzte versprachen sich besonders für Patienten, die häufig zu Röntgenaufnahmen kommen müssen, sowie Kindern hohen Nutzen, da die Strahlenbelastung um 90% reduziert ist. Anders als bei herkömmlichen Röntgenverfahren sind mit dem Gerät Ganzkörperaufnahmen im Stehen in sehr kurzer Untersuchungszeit sowie die dreidimensionale Darstellung von Knochen möglich. Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützte die Anschaffung des neuartigen Gerätes mit 760.000 Euro.

Drei Jahre nach Anschaffung ziehen die Ärzte eine positive Bilanz: es wurden über 4.000 EOS-Aufnahmen von der Wirbelsäule, des Beckens, der Hüfte sowie der Beine angefertigt. Auch anhand von mehreren Studien wurden Erkenntnisse gewonnen, bei welchen Patienten sich eine EOS-Aufnahme lohnt und bei welchen nicht, wie z.B. bei sehr frisch operierten Patienten, die nicht ruhig stehen können. Dadurch werden Wiederholungsaufnahmen und unnötige Aufnahmen vermieden. Bei Becken- und Hüftprothesen sind die Aufnahmen qualitativ genauso gut wie herkömmliche Röntgenaufnahmen bei einer weit geringeren Strahlenbelastung. Bei welcher Fragestellung bzw. bei welchem Aufnahmezeitpunkt die EOS-Aufnahme die herkömmliche Aufnahme ersetzen kann, ist weiterhin Gegenstand der Forschung. Von der Reduktion der Strahlenbelastung haben vor allem Wirbelsäulenpatienten profitiert: von ihnen wurden etwa 3.000 Bilder angefertigt.

„Wir freuen uns, dass das neue Röntgensystem eine verbesserte und noch hochwertigere medizinische Versorgung am Universitätsklinikum Heidelberg erlaubt. Dietmar Hopp liegt das Wohl von Patienten am Herzen. Auch durch dieses Gerät kann er seinen Herzenswunsch umsetzen“, so Dr. Ingrid Rupp, Leiterin der Dietmar Hopp Stiftung.

Stand: Februar 2019

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