Einem interdisziplinären Forschungsteam ist es gelungen, ein MRT-Verfahren zu entwickeln, das erstmals eine strahlenfreie kieferorthopädische Behandlungsplanung erlaubt: In Deutschland bekommen etwa 50 Prozent aller Kinder und Jugendlichen eine Zahnspange, um Fehlstellungen der Zähne zu korrigieren. Im Rahmen der Behandlung werden in der Regel mehrere Röntgenbilder aufgenommen. Dies ist problematisch, da Kinder ein deutlich erhöhtes Strahlenrisiko aufweisen. Das von der Dietmar Hopp Stiftung unterstützte Forschungsvorhaben hat, basierend auf der Magnetresonanztherapie (MRT), eine strahlenfreie Alternative für die Kieferorthopädie entwickelt. Mit der speziellen MR-Technik können alle für die Behandlungsplanung relevanten anatomischen Strukturen mit hoher räumlicher Auflösung abgebildet werden. Aufgrund der kurzen Messzeit von lediglich sieben Minuten wurden die Untersuchungen in Studien sehr gut von den jungen Patienten toleriert. Das Verfahren bietet ohne Einbußen in der Genauigkeit die gleichen Informationen wie konventionelle Röntgenbilder. Darüber hinaus eignet sich die neu entwickelte Technik dazu, dreidimensionale Analysen durchzuführen, die für komplexe asymmetrische Fehlstellungen relevant sind.
