Das Sterben und den Tod ins Leben holen

Mit praxisnahen Veranstaltungen leistet die HospizAkademie Aufklärungsarbeit in Sachen Sterbebegleitung. Foto: HospizAkademie BergstraßeDie Teilnehmer lernen, was sie für Menschen am Ende des Lebens tun können. Foto: HospizAkademie BergstraßeDie HospizAkademie richtet jährlich rund 20 Workshops und Vorträge aus, zudem organisiert sie Schulungen und Fachtagungen. Foto: HospizAkademie BergstraßeMundpflege gehört zu den essentiellen Aufgaben im Umsorgen Sterbender. Die Palliativpflege hält verschiedene Möglichkeiten bereit. Foto: HospizAkademie BergstraßeDie Veranstaltungen dienen Menschen, die beruflich oder privat mit sterbenden Menschen befasst sind, aber auch jenen, die vorausschauend Interesse haben und sich weiterbilden möchten. Foto: HospizAkademie Bergstraße
Ort:Bensheim
Zielsetzung:Anschubfinanzierung für die Bildungsarbeit der HospizAkademie Bergstraße
Projektpartner:HospizVerein Bergstraße e.V.
Laufzeit:2017-2019
Förderhöhe:80.000 €

Sterbende adäquat zu umsorgen und ihren Bedürfnissen kompetent zu begegnen – das trauen sich viele Menschen nicht zu. Zu selten kommen wir in eine Situation, in der ein schwerstkranker, sterbender Mensch unsere Hilfe benötigt, Unkenntnis und Unsicherheit sind die Folge. Und doch werden wir aller Voraussicht nach irgendwann aufgefordert sein, einen geliebten Menschen auf seinem letzten Weg zu begleiten – die Eltern, den Partner, einen Freund oder eine Freundin. Wir tun also gut daran, uns auf diesen Moment vorzubereiten.

Genau das hat sich die HospizAkademie Bergstraße zur Aufgabe gemacht: Im Herbst 2017 als Abteilung des HospizVereins Bergstraße gegründet, bietet sie mit ihrem Bildungsprogramm aktuelle und praxisnahe Veranstaltungen für all jene an, die beruflich oder privat mit schwerstkranken, sterbenden Menschen befasst sind – oder sich interessehalber vorausschauend mit dem Lebensende beschäftigen möchten.

„Ohne die Anschubfinanzierung durch die Dietmar Hopp Stiftung in Höhe von 80.000 Euro wäre dieser Plan nicht umsetzbar“, sagt Dr. Swantje Goebel vom Leitungsteam der HospizAkademie. „Dank dieser großzügigen Unterstützung wurde die erforderliche Aufbauarbeit geleistet und den Bildungsaktivitäten des HospizVereins Bergstraße ein tragfähiges, solides Fundament gegeben.“

Ein Beispiel ist der „Letzte Hilfe Kurs“, der mehrmals im Jahr angeboten wird und stets schnell ausgebucht ist. An einem kompakten Nachmittag erfahren die Teilnehmenden, was sie für Menschen am Ende des Lebens tun können. Diese Letzte-Hilfe-Kurse bieten Orientierung, vermitteln Basiswissen und einfache Handgriffe. Und noch mehr als das werden Teilnehmende ermutigt, sich den Sterbenden zuzuwenden. Denn Zuwendung ist das, was sie am meisten benötigen.

Diese Überzeugung gilt auch für Fachkräfte aus dem Sozial- und Gesundheitswesen. Sie zu ermutigen und darin zu bestärken, sterbenden Menschen mit Empathie und Offenheit kompetent zu begegnen, ist zugleich Anliegen und Konzept der Fortbildungsveranstaltungen für diese Zielgruppe. Ein Herzstück dieser Arbeit sind die von einer Fachgesellschaft zertifizierten, mehrteiligen fachspezifischen Qualifizierungsangebote, die palliativpflegerisches und -medizinisches Wissen sowie hospizliche Haltung fundiert vermitteln. Die dadurch befähigten Fachkräfte sollen in ihren Einrichtungen als Multiplikatorinnen wirken und für die Hospizkultur sensibilisieren.

Inzwischen veranstaltet die Akademie jährlich etwa 20 Workshops und Vorträge, zusätzlich finden Schulungen in Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens und alle zwei Jahre eine große Fachtagung statt. „Die Hospizarbeit liegt unserem Stifter besonders am Herzen, so haben wir unter anderem auch für den Bau des Hospiz Bergstraße in Bensheim gespendet“, so Meike Leupold, stellvertretende Leiterin der Dietmar Hopp Stiftung. „Mit der Unterstützung der HospizAkademie möchten wir die Bedeutung dieses sensiblen Themas noch einmal unterstreichen.“

Das Akademieteam um Dr. Swantje Goebel und Doris Kellermann hat es sich zum Ziel gesetzt, ein Bildungsprojekt für junge Menschen zu entwickeln, denn obgleich – oder vielleicht gerade weil – Sterben, Tod und dazugehörige Trauer im jungen Alter noch weit entfernt zu sein scheinen, zeigen Jugendliche und junge Erwachsene Interesse an einer Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit und Verlust. Und das Anliegen der Hospizarbeit ist genau das: Das Sterben und den Tod mitten ins Leben zu holen.

Stand: September 2019

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