Herberge für Sterntaler-Familien

Rückblickend sieht es Kirsten Plesse als „Geschenk des Himmels“, dass sie mit ihrem kranken Sohn den Weg ins Kinderhospiz Sterntaler nach Dudenhofen bei Speyer gefunden hat. Foto: Kinderhospiz SterntalerDas Kinderhospiz Sterntaler ist eine „Herberge“ für lebensverkürzend erkrankte Kinder und deren Familien. Foto: Kinderhospiz Sterntaler Kirsten Plesse, deren viereinhalbjähriger Sohn Tom im Frühjahr 2013 im Kinderhospiz gestorben ist, freut sich mit allen Familien, die im neuen Pflegehaus mit zwölf Plätzen aufgenommen werden können. Foto: Kinderhospiz SterntalerSterntaler-Geschäftsführerin Ursula Demmer (Mitte) erhält von Katrin Tönshoff (r.) und Meike Leupold (l.) das Förderschild der Dietmar Hopp Stiftung überreicht. Foto: Kinderhospiz SterntalerDas Therapiebad ist im Pflegehaus bereits bauseits vorbereitet. Durch die Spende der Dietmar Hopp Stiftung lässt sich nun die „Wasseroase“ realisieren. Foto: Kinderhospiz Sterntaler
Ort:Dudenhofen
Zielsetzung:Erholung für lebensbegrenzend erkrankte Kinder und deren Familien
Projektpartner:Kinderhospiz Sterntaler e.V.
Laufzeit:2013-2015
Förderhöhe:800.000 €

Rückblickend sieht es Familie Plesse als „Geschenk des Himmels“, dass sie den Weg ins Kinderhospiz Sterntaler nach Dudenhofen bei Speyer gefunden hat. Insgesamt war die Familie vier Mal dort und empfindet es als eine „Oase“ – einen Ort des Kraftschöpfens und des Austauschs. Zunächst haben sie sich allerdings dagegen gesperrt. „Kinderhospiz? Das muss ein trauriger Ort sein. Wir wollen nicht noch mehr Leid“, so waren die ersten Gedanken von Familie Plesse, deren viereinhalbjähriger Sohn Tom im Frühjahr 2013 im Kinderhospiz gestorben ist. Aufgrund einer Sauerstoffunterversorgung bei der Geburt war der Junge lebensverkürzend erkrankt.

Das Kinderhospiz Sterntaler ist das einzige stationäre Kinderhospiz in Rheinland-Pfalz sowie in der Metropolregion Rhein-Neckar. Es hat sich zur Aufgabe gemacht, betroffenen Familien eine Zeit der Erholung und Regeneration zu ermöglichen. Besonders wichtig ist den Sterntalern, auch für die Sorgen und Ängste der Geschwisterkinder Begleiter und Ansprechpartner zu sein. Das Kinderhospiz sieht sich als Herberge und möchte den Familien – anders als in Erwachsenenhospizen – möglichst früh und über längere Zeit hinweg professionelle Unterstützung anbieten. Insbesondere der Austausch ist für die Eltern und die Geschwisterkinder wichtig. Kirsten Plesse: „Bei den Sterntaler-Mitarbeitern habe ich mich in der schwierigen Situation beschützt und getragen gefühlt. Und wir haben Familien mit ähnlichem Schicksal getroffen. Die vielen Gespräche haben uns geholfen und immer wieder Mut gemacht.“

2009 in den Räumlichkeiten einer alten Mühle eröffnet, konnte das Kinderhospiz zunächst nur drei Pflegeplätze anbieten. Ziel war es daher von Beginn an, die Bettenzahl zu erhöhen, um dem Bedarf der Familien gerecht zu werden. Durch den Neubau eines Pflegehauses mit zwölf individuellen Pflegezimmern, Aufenthaltsraum, Pflegebädern, Wasserbad, Salzgrotte und Büros auf rund 1.000 Quadratmetern Nutzfläche bietet das Haus ab sofort mehr Platz. „Zwölf statt drei Plätze ist ein Segen. Das neue Haus ist luftig, großzügig und hell. Auch hinsichtlich der technischen Ausstattung ist das neue Kinderhospiz eine enorme Verbesserung“, so Kirsten Plesse, die mittlerweile im Mannheimer Büro des Vereins Sterntaler im Bereich „Spenden“ arbeitet und sich mit allen Familien freut, die im neuen Pflegehaus aufgenommen werden.

Der Neubau hat 3,7 Millionen Euro gekostet und wurde komplett über Spenden und Kredite finanziert. Der laufende Betrieb des Kinderhospizes muss zum wesentlichen Teil durch Spenden finanziert werden. Auch die Versorgung der Familien sowie die pädagogische Betreuung der Geschwisterkinder muss das Kinderhospiz aus Spenden aufbringen. „Meine Arbeit für die Sterntaler ist ein Stück Trauerbewältigung. Im Gespräch mit betroffenen Familien kann ich meine Erfahrungen weitergeben; Interessierten vermittle ich die Betroffenenperspektive. Ich bin dankbar und gebe gerne etwas zurück,“ sagt Kirsten Plesse.

Für den Erweiterungsbau des Kinderhospizes Sterntaler spendete die Dietmar Hopp Stiftung 500.000 Euro. Bei der Einweihung des neuen Pflegehauses im Juli 2015 gab die Dietmar Hopp Stiftung bekannt, die Realisierung des bauseits vorbereiteten, aber noch fertigzustellenden Therapiebads „Wasseroase“ mit weiteren 300.000 Euro zu unterstützen.

www.kinderhospiz-sterntaler.de

Übersicht Förderbereich Soziales

Projektpartner