Neue Begegnungsstätte für die Hochstädter: Das Hochstädter Haus

Das Café im Hochstädter Haus ist ein Ort der Begegnung und des Austauschs. Foto: FV Heimatpflege HochstädtenDorfladenleiterin Frau Weber-Geiß im Dorfladen beim Verkauf regionaler Produkte. Im Hintergrund ist eines der denkmalgeschützten Bilder zu sehen. Foto: FV Heimatpflege HochstädtenDie ehemalige Kantine des Mamoritwerks erstrahlt in neuem Glanz. Im Juni 2018 öffneten Café und Dorfladen seine Türen. Foto: FV Heimatpflege Hochstädten
Ort:Bensheim-Hochstädten
Zielsetzung:Aufbau eines Bürgertreffpunkts mit Café und Dorfladen
Projektpartner:Förderverein Heimatpflege Hochstädten e.V.
Laufzeit:2015–2018
Förderhöhe:150.000 €

„Endlich wieder eine Einkaufsmöglichkeit direkt um die Ecke“, freut sich eine Kundin, nachdem sie ihre Einkaufstasche gepackt hat. Seit Juni 2018 gibt es in Hochstädten, einem Dorf mit 700 Einwohnern und Stadtteil von Bensheim, einen Dorfladen und ein Café im „Hochstädter Haus“. Damit geht ein langgehegter Wunsch der Hochstädter in Erfüllung, für den der Förderverein Heimatpflege Hochstädten seit Jahren mit viel Engagement und Einsatz gekämpft hat.

Die Hochstädter Bürger können sich nun mit Lebensmitteln eindecken, ohne den Ort verlassen zu müssen und können sich obendrein beim gemütlichen Plausch bei Kaffee und Kuchen oder einem Feierabend-Getränk austauschen. Vor allem für ältere Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, ist das Hochstädter Haus ein großer Gewinn. Möglich wurde dies durch die Gründung einer Unternehmergesellschaft nach dem genossenschaftlichen Prinzip auf Initiative des Fördervereins Heimatpflege Hochstädten. Über 150 Bürgerinnen und Bürgern sind dem Aufruf gefolgt, sich mit einem oder mehreren Anteilsscheinen als Stille Gesellschafter an der Unternehmergesellschaft Dorfladen Hochstädten zu beteiligen. So kam das zur Gründung erforderliche Anfangskapital in Höhe von 70.000 Euro zusammen. Der Dorfladen wird von zwei ehrenamtlichen Geschäftsführern geführt.

Der Dorfladen

Der moderne etwa 120 qm große Verkaufsraum des Dorfladens und das attraktiv eingerichtete Café befinden sich im Erdgeschoss des Hochstädter Hauses. Das Gebäude war früher die Kantine des Marmorit-Werks und durfte wegen zwei denkmalgeschützter Wandbilder, die sich heute im Dorfladen befinden, nicht abgerissen werden. Durch die tatkräftigen Aktionen des Fördervereins Heimatpflege Hochstädten e.V. kommt dieses Gebäude in seinem Eigentum nun einer neuen Verwendung als Dorfgemeinschaftshaus alter Tradition zu. Über reine Versammlungsräume hinaus, soll das Haus als „Servicestützpunkt“ für das Dorf dienen.
Viele ehrenamtliche Helfer unterstützten die Bauarbeiten im Hochstädter Haus in mehr als tausend Arbeitsstunden unter der Ägide des Bauleiters und Ortsvorstehers Bernd Rettig. „In dem Projekt steckt unheimlich viel Herzblut von vielen Hochstädtern, welche unzählige Stunden mitgeholfen haben“ resümiert Andreas Klemm (einer der beiden ehrenamtlichen Geschäftsführer). Nach mehr als dreijähriger Bauzeit konnte mit vereinten Kräften aus der ehemaligen Kantine des Mamorit-Werks ein Ort der Begegnung geschaffen werden. Das Gebäude wurde komplett entkernt, energetisch gedämmt, mit neuen Innenwänden versehen, Toiletten wurden eingebaut, ebenso Lagerräume und eine Küche. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach liefert Strom, die Heizungsanlage wird mit Pellets betrieben. Für die Möblierung im Café haben sich die engagierten Vereinsmitglieder etwas Besonderes einfallen lassen: Die Bänke, Tische und Theken sind selbstgebaut mit Holz aus dem Odenwald.

Produkte des täglichen Bedarfs, dazu viele regionale Leckereien und besondere Spezialitäten erwarten die Kunden im Dorfladen Hochstädten. Es gibt Käse aus verschiedenen Molkereien, Schinken und Wurstspezialitäten aus dem Odenwald, frische Eier von freilaufenden Hühnern und traditionell hergestellte Brot- und Backwaren. Außerdem finden Kunden selbsthergestellte Brotaufstriche und Kochkäse im Sortiment. Auch ein eigens gebrautes Dorfladen-Hausbier ist zu haben. Ein speziell entwickeltes Logo „Ebbes Gudes“ weist auf diese Besonderheiten hin.

Als Services, insbesondere für die betagten Mitbürger, werden für Einkäufe ein Bringdienst sowie ein Apotheken-Service angeboten, der nach Rezeptabgabe die Medikamentenlieferung nach Hause am gleichen Tag organisiert. In Zusammenarbeit mit einem lokalen Energieversorger wird es einen Stellplatz für ein E-Car-Sharing geben. Dorfladen und Café schaffen auch neue Arbeitsplätze im Ort. Zwei Dorfladenleiterinnen in Teilzeit kümmern sich um die täglichen Arbeiten und werden von einem Team an Aushilfen unterstützt, die zum überwiegenden Teil aus Hochstädten kommen. Es sind Studenten, Schüler, aber auch Rentner darunter.

Offiziell eröffnet wird das Hochstädter Haus voraussichtlich im Spätherbst 2018. Dann wird auch der große Versammlungsraum im ersten Obergeschoss fertiggestellt sein. „Schon jetzt aber, mit der Dorfladen- und Café-Premiere, zeigt die Kantine des ehemaligen Marmorit-Werks, dass sie ihrem Anspruch, ein sozialer und kultureller Treffpunkt für alle Generationen zu werden, ziemlich nahe kommt“, so Dr. Martina Bergler, die zusammen mit Andreas Klemm das Amt der ehrenamtlichen Geschäftsführern inne hat.

Die Dietmar Hopp Stiftung förderte den Bau der Begegnungsstätte mit insgesamt 150.000 Euro, das Volumen für das gesamte Vorhaben (Dorfladen und Begegnungsstätte) betrug rund 950.000 Euro. “Mit dem (Um-)Bau wurde ein Ort der Begegnung geschaffen, der allen Bürgern zur Verfügung steht. Ein solch niedrigschwelliges und bürgernahes Projekt zu fördern, ist ganz im Sinne des Stifters Dietmar Hopp”, so Carina Schneider, Referentin für die Bereiche Soziales und Bildung der Dietmar Hopp Stiftung. Weitere finanzielle Unterstützung erhielt der Verein unter anderem durch private Spenden, sowie über Zuschüsse des Landes Hessen und der Stadt Bensheim.

Über den Förderverein Heimatpflege Hochstädten:

Der Förderverein Heimatpflege Hochstädten e.V. wurde 2004 mit dem Ziel gegründet, das Leben in Hochstädten auch im Hinblick auf den demographischen Wandel attraktiv zu halten und kontinuierlich zu verbessern. Das zentrale Projekt des Vereins ist der Bau und Betrieb des „Hochstädter Hauses“ als kommunikativer, sozialer und kultureller Mittelpunkt Hochstädtens. Die Idee, das ehemalige Kantinengebäude eines stillgelegten Werksgeländes zum Hochstädter Haus umzubauen, ist aus einer Zukunftswerkstatt im Jahr 2008 entstanden, nachdem sich Hochstädten über Jahrzehnte hinweg vergeblich um ein Dorfgemeinschaftshaus bemüht hat.

Stand: September 2018

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