Seelische Soforthilfe rund um die Uhr

„Es gibt kein Thema, das es nicht gibt.“ Die Mitarbeiter der TelefonSeelsorge sind rund um die Uhr erreichbar. Foto: TelefonSeelsorge Rhein-Neckar e.V.Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der TelefonSeelsorge bilden sich regelmäßig weiter. Foto: TelefonSeelsorge Rhein-Neckar e.V.
Ort:Mannheim/Rhein-Neckar
Zielsetzung:Fortbildung Ehrenamtlicher durch spezielle Seminarangebote
Projektpartner:Förder- und Freundeskreis der TelefonSeelsorge Rhein-Neckar e.V.
Laufzeit:2015-17
Förderhöhe:18.000 €

„Seelische Probleme“ ist ein dehnbarer Begriff, je nach subjektiver Wahrnehmung können sogar vermeintliche Kleinigkeiten einem Menschen das Leben schwer machen. Aber was tun, wenn man mit seinen Problemen alleine ist? Sei es, weil man niemanden zum Reden hat oder weil man sich seiner Sorgen schämt. Für diese Fälle gibt es die TelefonSeelsorge Rhein-Neckar, 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag.

Knapp 30.000 Anrufe aus der Metropolregion gehen pro Jahr bei der TelefonSeelsorge Rhein-Neckar e.V. ein, das sind rund 82 täglich. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, sich via verschlüsseltem Mailkontakt und Chats mitzuteilen. Die Gesprächsinhalte sind breit gefächert: sie reichen von familieninternen Problemen über Einsamkeit und Trennungsschmerz bis hin zu Suizidgedanken. „Es gibt kein Thema, das es nicht gibt“, bestätigt eine ehrenamtliche Mitarbeiterin der Institution mit Sitz in Mannheim. Selbst an Feiertagen ist das Team von Pfarrerin Elke Rosemeier, die die TelefonSeelsorge Rhein-Neckar seit 2016 leitet, rund um die Uhr erreichbar.

Die etwa 150 ehrenamtlichen Mitarbeiter müssen nicht nur ein offenes Ohr haben, sondern auch kompetent beraten können. Basis für das Engagement in der TelefonSeelsorge ist eine sorgfältige Auswahl und eine fundierte Ausbildung der Ehrenamtlichen. Regelmäßige Fortbildungen und Supervisionen gehören zum Ehrenamt dazu. Bei der Finanzierung der Fortbildungen wird die TelefonSeelsorge von einem Förder- und Freundeskreis unterstützt. Um besondere Seminare zu speziellen Themen wie „Umgang mit psychisch auffälligen Menschen“ oder „Heilende Metaphern“ sowie Wochenendseminare unter professioneller Leitung zu ermöglichen, hat die Dietmar Hopp Stiftung den Förder- und Freundeskreis der TelefonSeelsorge Rhein-Neckar e.V. mit einer Spende in Höhe von 18.000 Euro unterstützt.

„Mit der Spende für die Fortbildung von TelefonSeelsorge-Beratern möchte die Dietmar Hopp Stiftung den zahlreichen Ehrenamtlichen für ihr Engagement danken und sie in ihrem Tun stärken“, sagt Meike Leupold, Stiftungsleitung der Dietmar Hopp Stiftung. „Gleichzeitig kommt unsere Förderung der gut aus- und fortgebildeten Berater den hilfesuchenden Menschen am Telefon, im Chat und im Mailkontakt zu Gute.“

Die Altersspanne der Anrufer reicht von zehn bis über 80 Jahre, die meisten Gespräche finden in den Abendstunden statt. „Drei Viertel der Menschen, die sich an uns wenden, sind zwischen 30 und 70 Jahre alt, die Mehrheit davon Frauen“, sagt Elke Rosemeier. Immer stärker nachgefragt werden auch die Möglichkeiten, per Mail und Chat Kontakt aufzunehmen; gerade die Jüngeren greifen gerne darauf zurück. Zwei Telefonleitungen sind permanent besetzt, eine dritte wird in Stoßzeiten dazugeschaltet. „Dennoch kommen wir oft nicht hinterher.“

Nicht nur die Hilfesuchenden profitieren von der TelefonSeelsorge, sondern auch die Mitarbeiter selbst, von denen im Schnitt zehn pro Tag im Einsatz sind: „Durch meine Tätigkeit sehe ich mich mit der Welt verbunden“, sagt etwa eine Ehrenamtliche. „Die Themen, die mir hier begegnen, lassen mich immer wieder auch eigene Muster und Vorstellungen hinterfragen. So wurde aus einem ursprünglich als Hobby gewählten Engagement eine echte Bereicherung meines Lebens.“

Über die TelefonSeelsorge:

Nach der Gründung der TelefonSeelsorge Berlin im Jahr 1956 nahmen nach und nach weitere Einrichtungen unter der Verantwortung der Evangelischen und der Katholischen Kirche ihren Seelsorgedienst auf. Die Ökumenische TelefonSeelsorge Rhein-Neckar mit Sitz in Mannheim wurde fünf Jahre später ins Leben gerufen und ging am 20. März 1961 als bundesweit elfte Stelle ans Netz. Heute arbeiten für die TelefonSeelsorge Rhein-Neckar zweieinhalb hauptamtliche Fachkräfte und zwei Sekretärinnen, die sich eine Verwaltungsstelle teilen. Rund 150 Ehrenamtliche sorgen dafür, dass rund um die Uhr Menschen am Telefon, im der Mailberatung und im Chat eine Anlaufstelle für ihre Sorgen, Nöte und Krisen haben.

Seit 1997 übernimmt die Deutsche Telekom die Telefonkosten für die Anrufer, die über die bundesweit einheitlichen Rufnummern 0800/111 0 111 (evangelisch) oder 0800/111 0 222 (katholisch) automatisch der entsprechenden Stelle zugeordnet werden.

TelefonSeelsorge Rhein-Neckar e.V.

Stand: Februar 2018

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