Unbezahlbare Unterstützung für Spitzensport-Studenten

Sie werden schon seit 2009 gefördert: Spitzensport-Studenten der Uni Mannheim, hier der 10. Jahrgang. Foto: Spitzensport-Stipendium Metropolregion Rhein-NeckarJetzt wurde das Programm auf die Uni Heidelberg erweitert – sehr zur Freude des 1. und 2. Jahrgangs. Foto: Spitzensport-Stipendium Metropolregion Rhein-NeckarDie Unterstützer des Spitzensport-Stipendiums (v.l.): Rektor der Universität Heidelberg Prof. Bernhard Eitel, Stifter Dietmar Hopp, Klaus Greinert, Rektor der Universität Mannheim Prof. Ernst-Ludwig von Thadden. Foto: Spitzensport-Stipendium Metropolregion Rhein-Neckar
Ort:Heidelberg/Mannheim
Zielsetzung:Unterstützung von Sportlerinnen und Sportlern bei ihrem Spagat zwischen Studium und Spitzensport
Projektpartner:Universität Mannheim und Universität Heidelberg
Laufzeit:2018–2021
Förderhöhe:150.000 € jährlich

Hochleistungssport betreiben und parallel ein Studium absolvieren – das ist aufgrund der zeitlichen und körperlich-geistigen Belastung eigentlich unmöglich. Eigentlich. Mit Hilfe des Spitzensport-Stipendium Metropolregion Rhein-Neckar können 88 Athleten und Studenten der Universitäten Mannheim und Heidelberg beide Blöcke unter einen Hut bringen. Auf dem Weg zu sportlichen Erfolgen bei gleichzeitigem Erwerb eines akademischen Grades werden den jungen Menschen somit viele Hindernisse genommen – die entsprechenden Leistungen müssen sie freilich selbst erbringen. Die Dietmar Hopp Stiftung unterstützt das Spitzensport-Stipendium für die kommenden vier Jahre mit insgesamt 600.000 Euro.

Nathalie Weinzierl belegt in Mannheim den Kombinationsstudiengang „Unternehmensjuristin“ und befindet sich im zwölften Semester. Die gebürtige Saarbrückerin wurde 2014 und 2017 Deutsche Meisterin im Eiskunstlaufen und nahm bereits an Olympischen Spielen sowie Weltmeisterschaften teil. „Durch die Unterstützung des Sportstipendiums kann ich das Studium strecken und somit weiterhin meinen Sport auf höchstem Niveau betreiben“, sagt die 24-Jährige. „Vor allem die Unterstützung von Tutoren und die Möglichkeit des Verlegens von Klausuren, die mit Wettkämpfen kollidieren, ist unbezahlbar.“

Tartanbahn statt Spielekonsole

Ursprünglich wurde diese Förderung als „Mannheimer Sportstipendium“ vom Unternehmer Klaus Greinert und der Universität Mannheim ins Leben gerufen, 2009 kam sie acht Stipendiaten zugute. Gemeinsam mit der Dietmar Hopp Stiftung wurde zunächst die „Spitzensport-Stipendium Metropolregion Rhein-Neckar gGmbH“ gegründet, deren Geschäftsführer Klaus Greinert ist, und im Mai 2018 die zusätzliche Unterstützung durch die Dietmar Hopp Stiftung offiziell bekannt gegeben. Stifter Dietmar Hopp begründete sein Engagement mit der enormen Doppelbelastung von Sportlern auf absolutem Top-Niveau: „Spitzensportler sollten ausreichend Zeit zum Trainieren und Lernen haben. Sie motivieren andere Menschen, ebenfalls einen Sport auszuüben. Ich freue mich, wenn es wieder mehr Kinder und Jugendliche von der Spielekonsole auf den Fußballplatz oder auf die Tartanbahn zieht.“

Das erweiterte Förderprogramm trat zum Sommersemester 2018 in Kraft. An beiden Universitäten gibt es je eine Spitzensportbeauftragte, die bei der Koordination von Studium und Spitzensport unterstützt, so dass beispielweise Wettkampf- und Trainingstermine nicht mit Pflichtveranstaltungen und Prüfungen kollidieren. Die Stipendiaten erhalten eine monatliche finanzielle Förderung von 200 Euro monatlich, im Bedarfsfall werden individuelle Tutorien organisiert und finanziert. Wie die Dietmar Hopp Stiftung stellt auch die Familie Greinert 600.000 Euro zur Verfügung. „Unser Leitgedanke heißt: Entdecken und Fördern von Talenten und jungen Menschen helfen, sich weiterzuentwickeln – ohne Wenn und Aber, auch über das Studium hinaus!“, so Klaus Greinert.

„Wir als Stipendiaten des Spitzensport-Stipendium Metropolregion Rhein-Neckar sind alle Studenten und Sportler, die maximalen Erfolg im Studium und Sport anstreben. Durch die vielfältige individuelle und regionale Förderung die wir erhalten, wird der Spagat zwischen Studium und Sport sehr viel kleiner“, freut sich die Leichtathletin Jacqueline Otchere. Die Heidelbergerin studiert in ihrer Geburtsstadt Biowissenschaften im fünften Semester – und gewann im Juli 2018 bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg die Goldmedaille im Stabhochsprung. „Die zusätzliche finanzielle Ausbildungsförderung unterstützt uns in Studium und Sport und gibt uns gleichzeitig mehr Sicherheit“, so die 22-Jährige.

„Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“

Die Dietmar Hopp Stiftung deckt mit ihrer Unterstützung gleich zwei ihrer vier Förderbereiche ab: Sport und Bildung. „Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“ – mit der lateinischen Redewendung wird die Wechselwirkung von Studium und Sport treffend beschrieben. Sarah Brüßlers Geist widmet sich im dritten Semester an der Uni Mannheim der Psychologie, ihr Körper dem Kanu-Sport. 2018 hat sie zwei internationale Medaillen gewonnen: Bei der Europameisterschaft in Belgrad errang sie über 1000 Meter im K2 Silber, wenige Wochen später holte sie bei der Weltmeisterschaft in Portugal in derselben Kategorie Bronze.

Leistungen, die Hoffnung auf weitere Erfolge wecken, die aber neben dem Studium ohne eine entsprechende Unterstützung nicht realisierbar sind. „Durch meinen Sport bin ich sehr viel auf Wettkämpfen und in Trainingslagern unterwegs“, sagt die 24-Jährige. „Das Sportstipendium gibt mir die Sicherheit, mein Studium trotzdem schaffen zu können, etwa durch individuelle Lösungen bei Abwesenheit an Klausurterminen. Dafür bin ich unglaublich dankbar.“

Die geförderten Sportlerinnen und Sportler wissen, dass sie mit viel Training einiges erreichen können, aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf Dauer mit ihrer Sportart ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Die logische Konsequenz wäre daher, die Karriere frühzeitig zu beenden und sich dem Studium zu widmen. Dank des Spitzensport-Stipendiums ist glücklicherweise beides möglich – und für die vielen Medaillen, die die jungen Stipendiaten für Deutschland und die Metropolregion Rhein-Neckar gewinnen, ist das eine schöne Sache.

Über das Spitzensport-Stipendium Metropolregion Rhein-Neckar
Die Spitzensport-Stipendium MRN Rhein-Neckar gGmbh wurde 2017 gegründet und ist die Weiterentwicklung des Mannheimer Sportstipendiums. Hauptziel des Stipendiums ist es, Sportlerinnen und Sportler bei ihrem Spagat zwischen Studium und Spitzensport zu unterstützen. Spitzensportler haben es, bedingt durch ihren Aufwand für Training und Wettkämpfe, besonders schwer, ein Studium zu absolvieren. Förderer sind die Familie Greinert und die Dietmar Hopp Stiftung. Momentan sind 88 Sportlerinnen und Sportler aus 24 verschiedenen Sportarten im Programm aufgenommen. Kooperationspartner sind die beiden Universitäten Heidelberg und Mannheim. Ansprechpartnerinnen sind Sarah Seidl, die Spitzensportbeauftrage der Universität Mannheim und Gesamtkoordinatorin des Spitzensport-Stipendium Metropolregion Rhein-Neckar, sowie Susanne Erles, die Spitzensportbeauftrage der Universität Heidelberg.

Stand: Januar 2019

Zur Homepage des Spitzensport-Stipendiums Metropolregion Rhein-Neckar

Zur Video-Reihe „Behind the Scenes“, die die Stipendiaten und ihre Sportarten vorstellt

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